Ölfirmen wollen in Nordamerika neue Pipelines realisieren. Dafür brauchen die Unternehmen vor allem eines: Geld von Banken. Auch die Credit Suisse pflegt Geschäftsbeziehungen zu Pipeline-Unternehmen. Fordere die Schweizer Bank auf, diese Finanzierungen zu stoppen.

Wenn es der Welt mit der Bekämpfung des Klimawandels ernst ist, dann dürfen ab sofort keine neuen Pipelines gebaut werden. Wenn… Leider deuten aktuelle Beispiele in Nordamerika in eine andere Richtung: So planen unter anderem die Energieunternehmen Energy Transfer Partners und Enbridge neue Pipelines. Diese schaden nicht nur unserem Klima, sie durchschneiden auch unberührte Landschaften, bedrohen indigene Rechte und Menschenrechte und gefährden Trinkwasser sowie Wildtiere.

Indigene Völker wehren sich friedlich gegen die geplanten Pipelines. Im vergangenen Jahr haben sie sich in Standing Rock dem Bau der Dakota-Access-Pipeline von Energy Transfer Partners (ETP) widersetzt. Dieses Jahr opponierten sie gegen den Ausbau der Trans Mountain Pipeline durch Kinder Morgan und die kanadische Regierung in Kanada. Weitere Proteste gegen andere Pipeline-Projekte werden folgen. Mit ihrem gewaltfreien Widerstand inspirieren die indigenen Völker Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Auch verschiedene Greenpeace-Büros, darunter auch Greenpeace Schweiz, solidarisieren sich.

Die Pipeline-Unternehmen jedoch sind auf diesem Ohr taub. Unbeirrt treiben sie ihre Projekte vorwärts, ungeachtet der Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen. ETP versucht gar, Greenpeace-Büros und andere Organisationen mit einer 900-Millionen-US-Dollar-Klage zum Schweigen zu bringen (siehe Text weiter unten).

Treibstoff für ihre Projekte erhalten die Pipeline-Unternehmen in Form von Geld – von Banken. Es sind weltweit insbesondere zwölf Finanzinstitute*, die auf die eine oder andere Weise finanziell in Teersand-Pipeline-Projekte involviert sind, finanzielle Beziehungen mit den dafür verantwortlichen Unternehmen pflegen und/oder Geschäfte machen mit Energy Transfer Partners, dem Unternehmen hinter der Dakota Access Pipeline.

Eine dieser zwölf Banken ist die Credit Suisse. Die Bank finanziert immer noch zum einen ETP und verbundene Firmen. Zum anderen stellt sie Geld für die Unternehmen TransCanada Corporation und Enbridge zur Verfügung, welche die klimaschädlichen und umstrittenen Teersand-Pipeline-Projekte Keystone XL und Line 3 Expansion in Kanada und den USA realisieren wollen. Die Credit Suisse pflegt zudem Beziehungen zu Kinder Morgan.

Greenpeace hat die Credit Suisse bereits mehrmals dazu aufgefordert, ihre Geschäftsbeziehungen mit Pipeline-Unternehmen zu beenden. Jüngst haben wir der Bank erneut einen Brief geschrieben (Brief an Credit Suisse). Vor wenigen Wochen besuchte zudem zum dritten Mal eine Delegation indigener Frauen die Schweiz. Die Frauen forderten unter anderem die Credit Suisse dazu auf, künftig auf die Finanzierung von Pipeline-Unternehmen zu verzichten.

Die Credit Suisse muss endlich Verantwortung übernehmen: Für die Menschen, deren Trinkwasser und deren Land durch den Bau von Pipelines gefährdet ist. Und für unser Klima. Die Schweiz hat das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und sich damit verpflichtet, ihren Beitrag zu leisten, um die globale Klimaerwärmung deutlich unter 2 Grad und möglichst unter 1.5 Grad zu halten. Das Abkommen hält auch fest, dass die staatlichen und privaten Finanzflüsse auf eine treibausgasarmere Entwicklung ausgerichtet werden müssen.

Andere Banken machen es vor. Sie haben sich in jüngster Zeit von der Finanzierung von Teersand-Projekten und Unternehmen, die Öl aus Teersand extrahieren, produzieren und transportieren, losgesagt und sich entsprechende Richtlinien gegeben haben. Zwar verfügt die Credit Suisse über Richtlinien bezüglich der Achtung der Rechte indigener Völker. Doch diese eigenen Richtlinien nimmt die Schweizer Bank zu wenig ernst.

Wenn du zusammen mit Menschen auf der ganzen Welt die Credit Suisse und die anderen elf Banken dazu aufforderst, das Geschäft mit Teersand, mit Pipeline-Unternehmen und insbesondere mit dem Energiekonzern Energy Transfer Partners aufzugeben, können neue riskante und umweltschädliche Ölprojekte für immer gestoppt werden.

Unterschreibe die Petition noch heute

 

Wir lassen uns den Mund nicht verbieten!

Energy Transfer Partners (ETP), der Energiekonzern hinter der umstrittenen Dakota-Access-Pipeline, hat gegen Greenpeace und andere Organisationen eine 900-Millionen-US-Dollar-Klage eingereicht. Der Konzern, der durch die Schweizer Bank Credit Suisse finanziert wird, beschuldigt Greenpeace fälschlicherweise, ein «kriminelles Unternehmen» zu sein, das die Proteste in Standing Rock inszeniert und zu Gewalt gegen ETP aufgerufen habe.

Ziel der Klage ist es, Greenpeace und die anderen angeklagten Organisationen durch kostspielige Gerichtsverfahren zum Schweigen zu bringen. Deshalb spricht man von einer sogenannten SLAPP-Klage; SLAPP steht für «Strategic Lawsuit Against Public Participation». Der Zweck ist es, Kritiker zu zensieren, einzuschüchtern und die Beteiligung der Öffentlichkeit zu unterbinden.

Greenpeace aber wird nicht schweigen. Unternehmen wie ETP müssen davon abgehalten werden, mit Mobbing-Klagen das Recht auf freie Meinungsäusserung und das Recht auf friedlichen Protest einzuschränken. Bereits der Forstkonzern Resolute wollte Greenpeace mittels einer Klage mundtot machen – vergeblich. Und Banken, die Unternehmen finanzieren, müssen ihre Rolle anerkennen und die Verantwortung dafür übernehmen, wie ihre Mittel verwendet werden.

Übrigens: Der jüngst von Greenpeace USA veröffentlichte Bericht «Zu Weit Zu Oft: Das Unternehmensverhalten der Energy Transfer Partners in Bezug auf Menschenrechte, freie Meinungsäusserung und die Umwelt» beschreibt die unmoralischen und unangebrachten Taktiken, die von Energy Transfer Partners und verbundenen Unternehmen gegen Gegner der Dakota Acess Pipeline verwendet wurden. Zudem hebt der Report hervor, wie der Energiekonzern, trotz verstärkter weltweiter Überprüfung und massiver Kritik an den Taktiken von ETP bei Standing Rock zur Einschüchterung und Unterdrückung der Opposition, weiterhin viele derselben Taktiken anwendet und genau dasjenige Unternehmensverhalten zur Schau stellt, welches direkt zur Kontroverse beigetragen hat.

* Credit Suisse (Schweiz), Barclays (UK), JP Morgan Chase (USA), Toronto Dominion (Kanada), Royal Bank of Canada (Kanada), Citibank (USA), Deutsche Bank (Deutschland), Bank of Tokyo Mitsubishi (Japan), Crédit Agricole (Frankreich), Wells Fargo (USA), BBVA (USA, Spanien, Andio), Mizuho (Japan). Siehe auch hier.