In der Schweizer Klimapolitik soll es endlich vorwärts gehen – diese Forderung vereint Menschen aus dem ganzen Land. Unabhängig von Parteien und politischen Ausrichtungen setzen sie sich gemeinsam für das gleiche Ziel ein: Mit der Gletscher-Initiative wollen sie den Klimaschutz in der Verfassung verankern. Mach auch du mit bei dieser Klimabewegung.

Die Schweiz will die drohende Klimakatastrophe verhindern. Eigentlich. So hat sie das Pariser Klimaabkommen ratifiziert und sich damit verpflichtet, ihren Beitrag zu leisten, um die globale Klimaerwärmung deutlich unter 2 Grad und möglichst unter 1.5 Grad zu halten.

Aber unternehmen der Bundesrat und das Parlament tatsächlich alles, um die Klimaerhitzung zu bremsen und die gravierenden Folgen für Mensch und Natur abzuschwächen? Nein. Bis heute ist die Schweizer Klimapolitik weit davon entfernt, die Ziele des Abkommens zu erreichen.

«Wenn es die Politik nicht richtet, dann tun wir es.» Dies sagten sich in den vergangenen Wochen und Monaten viele Menschen in der ganzen Schweiz und haben sich zusammengetan. Unabhängig von Parteien und politischen Ausrichtungen wollen sie sich gemeinsam für den Klimaschutz engagieren.

Es sind Leute aus der Wald-, Land- und Wasserwirtschaft, aus der Forschung zu Naturgefahren, Schnee und Gletschern, aus dem Tourismus, aus den Berggebieten, dem Wintersport und aus Gesundheitsberufen. Sie alle erleben während ihrer täglichen Arbeit, was die Klimakrise für die Schweiz bedeutet: Der Profi-Alpinist sieht das Eisfeld an der Eiger-Nordwand schwinden, die Pflegefachfrau betreut Menschen, die unter den häufiger auftretenden Hitzewellen leiden, der Wald des Revierförsters kann die extremen Klimaverhältnisse nicht mehr ausgleichen, und der Gletscherforscher warnt, dass ein Sommer, wie wir ihn in den vergangenen Wochen erlebt haben, schon in 50 Jahren zum Normalzustand werden könnte.

Der Verein Klimaschutz Schweiz wurde am Samstag, 25. August 2018 auf dem Sustenpass beim Steingletscher gegründet. (Bild: Flurin Bertschinger)

Der Startschuss für das Klima-Engagement der Bürgerinnen und Bürger fiel am Samstag, 25. August 2018. Am Steingletscher auf dem Sustenpass gründeten die mutigen Klimaschützerinnen und Klimaschützer den Verein Klimaschutz Schweiz. Der Verein bildet den Kern einer neuen und breit abgestützten Klimabewegung in der Schweiz, die Anfang 2019 eine entsprechende Volksinitiative lancieren wird: die Gletscher-Initiative.

Die Gletscher-Initiative ist aus einer Initiative des Schweizer Umweltjournalisten Marcel Hänggi entstanden. Sie will die Schweiz auf Klimakurs bringen und die Ziele des Pariser Übereinkommens in der Bundesverfassung verankern. Dafür soll die Schweiz ihre Emissionen aus der Nutzung fossiler Energien bis spätestens 2050 auf Null senken.

Was in Paris zum Schutze von uns allen von über 190 Staaten beschlossen wurde, muss nun national umgesetzt werden. Je schneller wir aus der Nutzung der fossilen Energien aussteigen, desto grösser ist unsere Chance auf eine Zukunft mit stabilem Klima. Wir befürworten deshalb das Vorhaben der Bürgerinnen und Bürger und rufen zu deren Unterstützung auf.

Sei auch du Teil dieser breiten Klimabewegung, die hoffentlich Klimageschichte schreiben wird. Hier kannst Du dich beim Verein Klimaschutz Schweiz einschreiben:

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Klimaseniorinnen machen auf reale Auswirkungen der Klimakrise aufmerksam

An vorderster Front für mehr Klimaschutz und insbesondere für mehr Klimagerechtigkeit kämpfen auch die Klimaseniorinnen. Mit ihrer Klimaklage vor Bundesverwaltungsgericht gehen sie juristisch gegen den Bunderat vor, weil er seinen Pflichten in Sachen Klimaschutz nicht nachkommt. Denn Klimaschutz ist auch Gesundheitsschutz: Die Klimaerhitzung führt zu einem signifikant erhöhten Gesundheitsrisiko – insbesondere für ältere Frauen. Da der Bundesrat keine effektiven Massnahmen gegen die Klimaerhitzung vorsieht, sehen die Klimaseniorinnen ihr verfassungsmässiges Grundrecht auf Leben und Gesundheit gefährdet.

Klimaseniorinnen und Teilnehmende einer befreundeten holländischen NGO haben die dreitägige Klimawanderung absolviert. (Bild: Pia Hollenstein)

Um auf die realen Auswirkungen der Klimakrise aufmerksam zu machen und um den dringend nötigen Ausstieg aus der Nutzung von Erdöl, Erdgas und Kohle zu verdeutlichen, waren die Klimaseniorinnen die letzten drei Tage (20. bis 22. August 2018) auf einer Klimawanderung. Diese führte die Frauen von Golzern (UR) zum Brunnifirn-Gletscher (2625 m.ü.M.) nach Sumvitg (GR). Der Brunnifirn-Gletscher ist ein eindrückliches Beispiel dafür, welche Auswirkungen die Klimaerhitzung auf unsere Berglandschaft hat: Die steigenden Temperaturen lassen unsere Gletscher zurückgehen und schliesslich ganz verschwinden.

Die Klimawanderung wurde von namhaften Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden unterstützt. So haben die Klimaseniorinnen in der Capanna da Cavardiras das Buch «Das Klima fiebert – die Gletscher weinen» vorgestellt. Darin zu finden sind elf Beiträge zu Klima und Gletschern, verfasst von Annakin, Claude-Inga Barbey, Isabelle Daccord, Ruth Erat, Eveline Hasler, Franz Hohler, Elsbeth Maag, Giuliana Pelli Grandini, Sabine Reber, Peter Weibel und Hedy Wyss.