Die Plastikkrise ist in den Philippinen und anderen asiatischen Ländern extrem gut sichtbar. Doch sie startete woanders: in den Büros von multinationalen Konzernen; bei den Managern, die Produkte in schädliche Einwegverpackungen stecken.

Guimaras ist der Name der zentralphilippinischen Insel, auf der ich aufgewachsen bin. Sie ist die Heimat der warmherzigsten Menschen auf der Welt – eine Fotoinsel, umgeben von türkisfarbenem Wasser und weissen Sandstränden. Mit 18 verliess ich die Insel, um in Manila zu studieren. Als ich erstmals die Bucht von Manila sah, war ich schockiert. Der Kontrast hätte grösser nicht sein können: Das Wasser war fast schwarz. Korallen und Fische sah ich keine, stattdessen überall Plastikmüll. Plötzlich fürchtete ich um meine Heimatinsel.

Kinder spielen auf einen Müll überfüllten Fluss in Barangay Bagumbayan in Navotas City, Philippinen

Ich wollte meine Heimat vor dem Müll schützen. Darum ging ich zur Global Alliance for Incinerator Alternatives (GAIA). Der Schlüssel unserer Arbeit ist es, Gemeinden bei der Implementierung von Zero-Waste-Programmen beratend zur Seite zu stehen. Durch Mülltrennung, lokale Kompostierung und Recycling können die Gemeinden und Städte ihren Müll um bis zu 80 Prozent reduzieren. Doch auch die stärksten Bemühungen reichen nicht aus, um auf 100 Prozent zu kommen. Ein Teil des Mülls kann weder kompostiert noch rezykliert werden. Die Gemeinden fragen uns, warum sie die Verantwortung dafür übernehmen sollen, und nicht die Firmen, die den Müll herstellen. Sie fordern: «Das Problem ist erst gelöst, wenn die Firmen aufhören, uns mit ihrem Plastikmüll zu überfluten.»

Froilan Grate, Direktor von GAIA, zeigt eine Verpackung von Nestlé, gefunden auf Manila Bay in Navotas City, Philippinen

Ich habe mich der Greenpeace-Schifftour angeschlossen, um die für die Plastikkrise verantwortlichen Firmen zu benennen. Diese haben ein Plastikmonster geschaffen! Kommunen und Gemeinden kommen zusammen, um ihnen zu sagen, dass sie deren Hinterlassenschaft nicht mehr ausbaden können. Städte und Gemeinden arbeiten an Zero-Waste-Projekten. Sie zeigen, dass eine Lösung möglich ist. Die Firmen, die das Plastikmonster nähren, müssen ihre leeren Versprechungen endlich in die Tat umsetzen und Mehrweglösungen implementieren.

Froilan Grate ist Direktor von GAIA, einer in Manila situierten NGO. Diese ist zusammen mit Greenpeace und vielen anderen Organisationen ein zentrales Mitglied der globalen Bewegung Break Free From Plastic.

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