Warum diese zehn Gründe?


Länder verbieten die Ölförderung. Gemeinden schreiten zur Tat für saubere Luft. Die Anzeichen sind klar: Wir stehen am Beginn einer tiefgreifenden Umwälzung bei der Energieproduktion. Die Städte von morgen werden den Menschen gehören, nicht den Autos.

Tatsächlich rückt eine Welt ohne Öl jeden Tag näher. Weltweit stehen Menschen ein für ein gesundes Klima. Und indigene Gemeinschaften gewinnen Rechtsstreite zum Schutz von Land und Wasser durch Ölverschmutzung.

Unsere Aufgabe besteht darin, die Abkehr von Öl zu beschleunigen – und dafür zu sorgen, dass der Wandel fair verläuft. In der Schweiz kämpft Greenpeace zudem dafür, dass Grossbanken und Versicherungen keine finanziellen Beziehungen mehr mit Unternehmen pflegen, die mit Öl geschäften.

Bei der UNO laufen Verhandlungen für ein internationales Hochseeschutz-Abkommen. Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen müssen bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane unter Schutz stehen.

Nun haben wir die Gelegenheit, in der Antarktis das weltweit grösste Meeresschutzgebiet zu errichten. Mit der Schaffung eines grossflächigen Netzwerks von Schutzgebieten tragen wir zum Gedeihen des Meereslebens bei. Und ein florierendes Meeresleben kann mithelfen, den Klimawandel zu verlangsamen, indem es Kohlestoff aus der Luft aufnimmt und speichert.

Gemäss den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen soll die Abholzung bis 2020 gestoppt werden. Das bietet uns die einmalige Gelegenheit, zusätzlichen Druck auszuüben, um den Schutz der Wälder langfristig sicherzustellen. Unter dem Druck der Öffentlichkeit ist die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet in den letzten 15 Jahren um 70 Prozent zurückgegangen – das ist noch längst nicht genug, doch die Marschrichtung «Null» ist klar auszumachen.

Die Agrarwirtschaft muss im Kampf gegen den Klimawandel auf ihr Versprechen, die Abholzung zu stoppen, behaftet werden. Und mehr Regierungen müssen sich verpflichten, Millionen von Hektaren Wald und Torfmoore wiederherzustellen. Wir können und müssen die Agrarwirtschaft dazu bringen, dass die Rechte der indigenen Völker nicht nur respektiert, sondern zu einem festen und geschützten Bestandteil der Waldbewirtschaftung werden.

Die Kosten für erneuerbare Energie sinken so schnell, dass Wind- und Sonnenenergie in weiten Teilen der Welt jetzt billiger sind als Strom aus neuen Kohlekraftwerken. Erneuerbare Energie ist die kluge ökonomische Wahl. Und erfreulicherweise kommt die Umstellung auf saubere Energie immer schneller voran.

Wir können diese hohen Wachstumsraten beibehalten, wenn wir darauf achten, dass Regierungen und Wirtschaft der sauberen Energie überall den Vorzug geben. So kann die Solarenergie zur wichtigsten Energiequelle werden und in 30 Jahren die Hälfte unseres Energiebedarfs decken. Das ist die Zukunft.

Noch vor wenigen Jahren war es unvorstellbar, dass man auf den Energieträger Kohle verzichten könnte. Doch mittlerweile haben grosse Volkswirtschaften wie Grossbritannien, Kanada und Südkorea ihren Ausstieg aus der Kohlekraft beschlossen. In Asien und in den USA werden Projekte abgebrochen. Das grosse Geld wird nicht mehr in Kohle investiert.

Für die Kohle ist das der Anfang vom Ende. Bis spätestens 2030 werden mehr als 25 Länder und Städte aus der Kohlekraft ausgestiegen sein. Wir können diesen Trend beschleunigen, indem wir uns weigern, neue Kohlekraftwerke zu bewilligen oder zu finanzieren. Deshalb fordern wir von Schweizer Versicherungen und Banken, keine Unternehmen mehr zu finanzieren oder zu versichern, die mit Kohle geschäften.

Immer mehr Gemeinschaften und Einzelpersonen verklagen Regierungen und Unternehmen wegen deren Rolle beim Vorantreiben der Klimakrise. Die Klägerinnen und Kläger verlangen mit zunehmendem Erfolg, dass Regierungen und Unternehmen für die von ihnen verursachten Schäden zur Rechenschaft gezogen werden. In der Schweiz kämpfen die Klimaseniorinnen mit ihrer Klimaklage für mehr Klimagerechtigkeit.

Historische Belege zeigen, dass durchschnittlich 3,5 Prozent einer Bevölkerung mobilisiert werden müssen, um eine Sozialbewegung zum Erfolg zu führen. Versäume nicht, zu diesen aktiven 3,5 Prozent zu gehören, welche überall auf der Welt die Vertreterinnen und Vertreter der fossilen Brennstoffindustrie zur Rechenschaft ziehen. Das ist unser Moment.

Ein Verbot für Autos, die fossile Brennstoffe nutzen? Wer hätte das gedacht! Doch viele Länder und Städte haben ein solches Verbot bereits in Aussicht gestellt, da die Ansprüche der Menschen punkto Luftqualität weiter zunehmen. Das Ende des Verbrennungsmotors ist in Sichtweite gerückt!

Die meisten Transportemissionen (73 Prozent) fallen bei kurzen Fahrten an, die Stau, schlechte Luft und schmutzige Städte verursachen. Wenn wir unsere Stadtregierungen und Fahrzeughersteller dazu drängen, gemeinsam ein sauberes Massenverkehrsmittel und lebenswerte Städte für Menschen zu entwickeln, könnten wir den Verkauf von Autos mit einem Verbrennungsmotor innerhalb eines Jahrzehnts einstellen.

Der Konsum von rotem Fleisch geht zurück. Immer mehr Menschen bevorzugen eine flexitarische Ernährung (wenig Fleisch, viele pflanzliche Lebensmittel). Sie tun damit ihrer Gesundheit und unserem Planeten viel Gutes.

Treibhausgasemissionen aus der Nahrungsproduktion lassen sich bis 2050 um 64 Prozent verringern, wenn die Menschen auf eine flexitarische Ernährung mit vielen Früchten, viel Gemüse und wenig Fleisch umstellen.

Indigene Völker, die sich gegen schädliche Projekte zur Wehr setzen, finden bei Ländern und internationalen Organisationen zunehmend Gehör und erreichen damit, dass ihr traditionelles Wissen mitberücksichtigt wird. Das fördert unser Verständnis vom Klimawandel und unsere Fähigkeit, ihm entgegenzutreten.

Weltweit gibt es etwa 370 Millionen indigene BewohnerInnen in 90 Ländern – und sie sind ausnahmslos stark betroffen von den Folgen des Klimawandels. Als Hüterinnen und Hüter der globalen Biodiversität nehmen sie Veränderungen wahr, die anderen entgehen, und stellen sich mühelos darauf ein. Ihre Erkenntnisse zur Umwelt müssen stärker berücksichtigt werden.

Die weltweite Bewegung zum Verbot von Einwegplastik ist so richtig in Schwung gekommen, weil sich die Menschen des Problems immer mehr bewusst sind und Druck ausüben auf Unternehmen und Regierungen. Damit ist ein erster Schritt gegen die Plastikflut getan. Nun gilt es, der sinnlosen Wegwerfkultur Einhalt zu gebieten.

Seit den 1950er-Jahren wurden ungefähr 8.3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt – so viel wie das Gewicht von einer Milliarde Elefanten. In den letzten zwei Jahren hat die Anzahl der Einweg-Plastik-Verbote zugenommen. Aber noch sind wir weit davon entfernt, glaubwürdige und verbindliche Reduktionsziele und Verbote für Einweg-Plastik zu erlassen.

Weltweite Klima-Kampagnen


Mit diesen Kampagnen wird die Hoffnung von heute zur Realität von Morgen.