Solarenergie Global

Der Klimawandel ist ein globales Phänomen. Während in der Schweiz die Treibhausgasemissionen auf hohem Niveau stagnieren, steigen diese in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern stark an. Daher muss die Energiewende nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit umgesetzt werden.
Greenpeace Schweiz arbeitet in verschiedenen Projekten im globalen Süden zum Schutz des Klimas und der Regenwälder. Im Zentrum steht dabei jeweils die Bildung: praxisnahe methodische Trainings für Multiplikatorinnen, Ausbildung junger Solartechniker/innen und kommunaler Multiplikatoren im Bau von energieeffizienten Kochstellen.
Um die Wirkung längerfristig zu sichern, unterstützt Greenpeace auch kleine soziale Solarunternehmen beim Aufbau ihres Geschäftes. Greenpeace arbeitete dabei eng mit lokalen Organisationen zusammen und stellt Wissen, Netzwerk, Namen sowie vielfältige Erfahrungen zur Verfügung. Mehr Informationen und Unterlagen zur Verbreitung sind hier zu finden.

Klima-Karawane

In Kamerun befindet sich ein Teil des letzten grossen Urwaldes in Afrika – der tropische Regenwald des Kongobeckens. Dieser Lebensraum ist für Menschen und Tiere aufgrund seiner hohen Biodiversität und seiner Funktion als riesiger CO2-Speicher besonders wertvoll. Die indigene Bevölkerung ist auf die Ressourcen des Waldes angewiesen, denn sie lebt in abgelegenen Dörfern von kleinbäuerlicher Landwirtschaft oder als Nomaden mit wenig Einkommen und Infrastruktur.

Der Wald ist jedoch durch Holzschlag und Ackerlandgewinnung durch internationale Konzerne bedroht. Diese nutzen die schwache Rechtslage und die oft korrupten Verhältnisse aus, um ihr Rodungsgebiet oder das Gebiet für grossflächige Agrarflächen auszudehnen. Die Dorfgemeinschaften auf der anderen Seite sind zu wenig organisiert und vernetzt, um sich wirkungsvoll für ihren Lebensraum einsetzen zu können.

Ausgehend von der Überzeugung, dass langfristig nur die lokale Bevölkerung ihren Lebensraum schützen kann, setzt die Klima-Karawane bei der Stärkung der Dorfgemeinschaften an, die im und vom Wald leben. Dabei werden Projekte in den Dörfern umgesetzt, die sowohl die Lebensbedingungen verbessern als auch Klima und Wälder schützen. Die Solarenergie und energieeffiziente Kochstellen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein.

Das Projekt wurde 2011 von Greenpeace ins Leben gerufen und wird seit 2014 hauptsächlich von unserer Partnerorganisation Solafrica geführt.


Die Experten der Klima-Karawane bauen zusammen mit Dorfbewohnern in Kamerun eine Solaranlage.

 

Energieeffiziente Kochstellen

In traditionell lebenden Gemeinschaften und armen Familien wird überwiegend auf offenem Feuer gekocht. Der grösste Teil der Energie geht dabei allerdings als Abwärme verloren. Der Holzverbrauch dieser ineffizienten Kochmethode bedroht Bäume und Wald. Einfache, selber gebaute, energieeffiziente Kochstellen reduzieren den Verbrauch an Brennholz um mehr als 60% und verringern gleichzeitig die Menge an gesundheitsschädigendem Rauch.

Greenpeace hat in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen in den letzten Jahren in Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo mehrere Trainings für den Bau von energieeffizienten Kochstellen durchgeführt. Neben der Ausbildung der Teilnehmenden wurde gleichzeitig auch Know-how für diese Arbeit bei den Partnerorganisationen aufgebaut. Sie wirken nun als Multiplikatorinnen, indem sie die Verbreitung von energieeffizienten Kochstellen in ihr Programm aufgenommen haben. 


Eine Kamerunerin beim Kochen mit einer selbstgebauten energieeffizienten Kochstelle.

 

Training Solartechnik

Ausbildung in Solartechnik ist eine der wichtigsten Massnahmen für die Umsetzung der Energiewende. Greenpeace unterstützt Organisationen, die Kurse für angehende Solartechniker/innen anbieten und war ausserdem am Aufbau verschiedener Ausbildungszentren beteiligt.

So kann an der Berufsschule EPROBA in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, nun ein Ausbildungslehrgang in Solartechnik absolviert werden.

Am Sarah Obama Solar Learning Centre in Westkenia werden seit 2013 jährlich über zwanzig junge Frauen und Männer in Solartechnik ausgebildet.


Frisch ausgebildete Solartechniker in Kenia bauen eine Solaranlage

 

Scouts-go-solar

In Zusammenarbeit mit der internationalen Pfadibewegung und der Partnerorganisation Solafrica hat Greenpeace in Kandersteg eine solare Lernumgebung eingerichtet. Jährlich werden im Kandersteg International Scout Centre (KISC) ein Dutzend Scout Leaders aus allen Kontinenten in Solarenergie ausgebildet. Zurück in ihren Herkunftsländern ziehen sie als Solar-BotschafterInnen ihre Wirkungskreise und ermöglichen Tausenden Kindern und Jugendlichen weltweit die Solarenergie hautnah zu erleben:

 

Das globale Scouts-go-solar-Projekt wird mitgetragen von der World Organization of Scouts Movement (WOSM) und den Greenpeace Büros Südostasien und Japan. So haben namentlich auf den Philippinen schon mehrere Solar-Workshops stattgefunden. Auch in Pakistan, Brasilien, Peru, Kenia und weiteren Ländern wirkt die Pfadi als Promotor der Solarenergie. Ein paar Beispiele sind hier zusammengefasst, Hintergrundinformationen hier.


Solar-Art: Mit der Lupe und der Kraft der Sonne, ein Kunstwerk oder den eigenen Namen in ein Holzbrett brennen.

 

 

Vorzeigeprojekte Solarenergie

Vorzeigeprojekte sind wichtige Botschaftsträger für die Solarenergie. Daher unterstützt Greenpeace den Bau Fotovoltaikanlagen an ausgewählten Orten. 

DR KongoErste komplett solarbetriebene Radiostation.  Lernobjekt Solaranlage an der Berufsschule in Kinshasa, siehe hier.

Greenpeace Büro Senegal

 Im Jahr 2013 erhielten 12 Greenpeace-Freiwillige in Senegal eine Schulung in Solarenergie. Im Rahmen des Trainings wurde eine Solaranlage auf dem Greenpeace-Büro in Dakar installiert, die nun unabhängig und zuverlässig sauberen Strom liefert.
Kandersteg International Scout CentreDas internationale Pfadizentrum in Kandersteg ist Treffpunkt tausender Kinder und Jugendlicher aus aller Welt. Im Rahmen des Projektes Scouts go Solar wurde hier 2014 eine Solaranlage installiert. Nämlich jene, die zuvor auf dem Dach des Greenpeace Schweiz Hauptsitzes in Zürich war (siehe Film dazu).
BrasilienDie Jahrzehnte lange Erfahrung von Jugendsolar wurde genutzt um in Brasilien vergleichbare Projekt auf die Beine zu stellen – Brazil Juventude Solar 

 


Eine Gruppe von Greenpeace Freiwilligen baut auf dem Dach des Greenpeace Büros in Senegal eine Solaranlage.

 

Soziale Solarunternehmen

Um die Energiewende längerfristig und ohne Hilfe von aussen voranzutreiben, unterstützt Greenpeace kleine Solarunternehmen beim Aufbau ihres Geschäftes in Kenia, Kamerun und der Demokratischen Republik Kongo.


Ein Mitarbeiter des Solarunternehmens Cameroon Solar Solutions bei der Installation einer Fotovoltaikanlage.