Indian Ocean Tour 2013

Nach einer erfolgreichen Tour 2012 ist Greenpeace dieses Jahr erneut im Indischen Ozean unterwegs, um illegale Fischerei zu bekämpfen und sich für nachhaltige Fischerei einzusetzen.

Indian Ocean Tour leg 1

  

 

 

 

WARUM IST GREENPEACE IM INDISCHEN OZEAN?

Greenpeace ist zurück im Indischen Ozean, um sich für nachhaltige Fischerei einzusetzen. Damit knüpft Greenpeace an die Arbeit des letzten Jahres an, als die Rainbow Warrior im Kampf gegen die Überfischung in diesen Regionen unterwegs war.

In diesem Jahr ist es das Greenpeace-Schiff Esperanza – zu Deutsch bedeutet der Name «Hoffnung» – das in der Region rund um Madagaskar und Mauritius unterwegs ist, um gegen Fischfangflotten vorzugehen, die illegale Fischerei betreiben oder zerstörerische Fangmethoden einsetzen.

Aerial view of the Esperanza during sunny weather in the Indian Ocean.

Thunfischfang im Indischen Ozean

Die Jagd auf den Thunfisch im Indischen Ozean spielt eine zentrale Rolle in der globalen Thunfischindustrie. Schätzungsweise 21% des weltweiten Thunfischfangs stammt allein aus dieser Region.

Doch der Indische Ozean und die Thunfischbestände darin geraten zunehmend unter Druck, da sich immer mehr Schiffe in diese Multi-Milliarden-Dollar-Fischerei drängen. Es wird immer deutlicher, dass wir, wenn wir die Thunfischbestände im Indischen Ozean schützen wollen, dringende Massnahmen ergreifen und die Art und Weise der Fischereimethoden und -praktiken baldmöglichst ändern müssen.

 

Ausländische Fangflotten und destruktive Fischereimethoden

Fangflotten von reichen Industrienationen sind dabei eines der Hauptprobleme. So fischen riesige Schiffe aus Frankreich, Spanien, Taiwan, Korea, China und Japan beinahe 50% der gesamten Thunfischmenge und setzen dabei äusserst zerstörerische Fangmethoden ein (wie zum Beispiel die Ringwadenfischerei unter Einsatz von Fischsammlern, siehe hier). Diese Fangmethode, bei der ein grosses, kreisförmiges Netz um eine künstlich angelegte, schwimmende und Fische anziehende Plattform gelegt wird, ist bekannt durch eine extrem hohe Beifangquote: Denn auch Rochen, Haie, Meeresschildkröten, Wale, Delfine und Jungfische suchen unter den «Fischsammlern» Schutz und Nahrung und werden Opfer der Netze. Aber auch die Langleinenfischerei, eine weitere weitverbreitete und destruktive Fangmethode im Indischen Ozean, weist eine ähnlich hohe Beifangquote auf. Auch diese Fangpraxis müsste dringend verbessert werden, um eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Fischerei zu gewährleisten.

Somit zeigt sich, dass der wenig regulierte Thunfischfang nicht nur den Thunfisch, sondern viele weitere Arten bedroht und dadurch das marine Gleichgewicht des Indischen Ozeans gefährdet.

Schnell wachsende lokale Flotten

Das Problem der Überfischung ist jedoch nicht alleine ausländischen Fangflotten zuzuschreiben. Immer häufiger beanspruchen die Küstenregionen und Anrainerstaaten ihren Anteil an der Ressource Fisch und investieren in den Ausbau der eigenen Schiffflotten. Die Folge davon ist eine noch grössere Unübersichtlichkeit hinsichtlich der Anzahl Schiffe sowie der Menge des gefangenen Thunfisches. Eine weitere, besorgniserregende Entwicklung ist der Einsatz von verschiedenen, extrem destruktiven Fangmethoden wie die der Treibnetze, welche auf den Weltmeeren von den Vereinten Nationen eigentlich verboten worden sind.

French purse seiner vessel Trevignon hauls a catch of Skipjack and Yellowfin tuna in the Mozambique Channel.

Fehlendes Fischerei-Management

Die Auswirkungen der Überfischung und des Einsatzes destruktiver Fangmethoden werden durch fehlende Kontrollen und schwache Überwachung weiter verstärkt. Solange kein Umdenken stattfindet, werden die Thunfischbestände im Indischen Ozean nicht ausreichend geschützt sein.

Unsere Lösungsansätze

Greenpeace möchte diese Situation ändern. Neben der Dokumentation und der Aufzeichnung von illegalen Fischfangflotten und destruktiver Fischerei wird die Esperanza und das Team an Bord das diesjährige «Indian Ocean Tuna Commission (IOTC)»-Treffen in Mauritius, welches Anfangs Mai stattfinden wird, besuchen. Durch die Anwesenheit der für Thunfischfang verantwortlichen Deligierten, bietet das Meeting Greenpeace die perfekte Möglichkeit, eine klare Botschaft an die IOTC-Delegierten zu richten: Zählt eure Boote – Verbannt die Fischsammler (FADs).

Mehr Informationen zum IOTC und zum diesjährigen Treffen können hier gefunden werden.

Unsere Forderungen

Greenpeace verlangt, dass der Thunfischfang im Indischen Ozean endlich nachhaltig und fair verwaltet wird, sodass der Indische Ozean von den Exzessen der grossen Fischereiflotten geschützt ist, welche auf Kosten einer gesunden marinen Umwelt den raschen Profit suchen. Greenpeace verlangt das Ende der illegalen, beifangreichen und destruktiven Fischereimethoden von sowohl grossen als auch kleinen Flotten. Greenpeace will durch Fürsprache erreichen, dass statt den grossen asiatischen und europäischen Flotten endlich die Anrainerstaaten von den Fischressourcen in ihrer Umgebung profitieren.

Du kannst bei der Esperanza-Tour dabei sein, unsere Arbeit verfolgen und unsere wichtigen Forderungen unterstützen, indem du regelmässig Blogs und Updates besuchst.