Als Konsumentin oder Konsument kannst du dazu beitragen, die Zerstörung der Regenwälder für Palmöl zu stoppen. Fordere eine Garantie von Lebensmittel- und Kosmetikherstellern, dass ihre Produkte nicht mit Regenwald- und Torflandzerstörung in Verbindung stehen! Wie du das am Besten angehst, welche Ausreden die Hersteller gerne verwenden und was solche Forderungen bewirken können, erfährst du auf dieser Seite.

Wer als Konsumentin oder Konsument keine Produkte mit Palmöl kaufen will, hat es nicht einfach. Denn Palmöl versteckt sich in unzähligen Lebensmitteln und Kosmetikprodukten. Ein Boykott von Palmöl ist zudem keine sinnvolle Lösung. Denn im Vergleich zu anderen Pflanzenölen hat Palmöl den höchsten Ertrag pro Fläche. Würde alles Palmöl durch ein anderes Pflanzenöl, z.B. Sojaöl, ersetzt, so wären weltweit noch grössere Flächen für den Anbau von Soja nötig, um die Nachfrage zu decken. Dadurch würde der Druck auf die Wälder global steigen.

Greenpeace setzt sich deshalb für nachhaltiges Palmöl ein, bei dessen Produktion weder Regenwälder noch Torfgebiete zerstört werden und keine sozialen Konflikte entstehen. Wir machen Druck auf die Hersteller von Lebensmittel- und Kosmetikprodukten, damit diese kein Palmöl aus Regenwaldzerstörung mehr verwenden. Aufgrund dessen haben im vergangenen Jahr mehrere internationale Konzerne wie u.a. Unilever, Nestlé, Kraft, Mars oder Burger King ihre Verträge mit dem notorischen Regenwaldzerstörer Sinar Mas gekündigt. Als Konsumentin oder Konsument kannst du uns dabei unterstützten. Sinar Mas hat im Februar 2011 einen neuen Plan zum Schutz des Regenwaldes vorgestellt, dessen Umsetzung Greenpeace kritisch beobachten wird.

Fordere Hersteller auf, kein Palmöl aus Regenwald-Zerstörung mehr zu verwenden

Über den Kundendienst oder ein Kontaktformular kannst du bei Herstellern von Lebensmitteln und Kosmetikprodukten nachfragen, ob das von ihnen verwendete Palmöl aus nachhaltiger Produktion stammt. Dabei ist es wichtig, zu betonen, dass sogenannte „Greenpalm-Zertifikate“ und  RSPO-Zertifikate (vgl. unten) nicht ausreichen als Garantie für nachhaltiges Palmöl. Garantiert werden muss, dass keine weiteren Regenwälder und Torflandgebiete in Palmplantagen umgewandelt werden und insbesondere

  • keine weitere Zerstörung von Wäldern mit hohem Schutzwert (sogenannte High Conservation Value (HCVF) Wälder)
  • keine Zerstörung von Wäldern und Torfgebieten mit hohem Kohlenstoffgehalt (sogenannte High Carbon Storage (HCS) Gebiete)
  • keine Landrechtskonflikte und Verletzung der Rechte  der lokalen und indigenen Bevölkerung

erfolgen.

Teile den Herstellern mit, dass du nichts mit der Zerstörung von Regenwäldern zu tun haben willst, und deshalb nur Produkte mit nachhaltigem Palmöl kaufen willst, die obgenannte Bedingungen erfüllen.

RSPO Mitgliedschaft wird häufig als grünes Feigenblatt missbraucht

Im Rahmen der Messe Natur 2010 hat Greenpeace Konsumenten und Konsumentinnen aufgerufen, bei neun Firmen nachzufragen, ob ihr Palmöl aus nachhaltiger Produktion stammt. Die kompletten Antworten der Firmen mit Greenpeace-Kommentar findest du unten.

Fast alle argumentieren, dass sie entweder selbst oder ihre Lieferanten Mitglieder des RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) sind. Die Kriterien des RSPO sind zwar ein Schritt in die Richtige Richtung. Doch werden diese nicht vollständig und konsequent umgesetzt. Leider missbrauchen viele Palmölproduzenten den RSPO als grünes Feigenblatt. In Wirklichkeit zerstören sie weiterhin die Torfgebiete und Regenwälder Indonesiens und sind in Landkonflikte mit der einheimischen Bevölkerung verstrickt.

Die Hauptkritikpunkte von Greenpeace am RSPO

  • Eine RSPO-Mitgliedschaft sagt nichts aus. Mitglieder sind nicht dazu verpflichtet, zertifizierte Plantagen zu haben.
  • Eine Firma kann sich «RSPO-zertifiziert» nennen, auch wenn sie nur eine einzige zertifizierte Plantage hat und gleichzeitig in anderen Gebieten Wald illegal abholzt.
  • Die RSPO-Standards sind nicht streng genug und haben Lücken. So werden beispielsweise die immensen Treibhausgasmissionen nicht berücksichtigt, welche bei der Umwandlung von Torfland in Plantagen entstehen.
  • Der RSPO wird von der Industrie dominiert. Weniger als 7% der Mitglieder vertreten soziale und ökologische Interessen. Und diese Vertreter der Industrie blockieren wichtige Verbesserungen wie die Einführung eines Treibhausgas-Standards.
  • Es fehlen seriöse und unabhängige Kontrollmechanismen. Deshalb kann nicht überprüft werden, ob die Standards auch wirklich umgesetzt werden.

Greenpeace fordert deshalb Hersteller von Produkten mit Palmöl auf, im RSPO eine progressivere Rolle zu übernehmen. Sie müssen sich aktiv dafür einzusetzen, dass der RSPO seine Glaubwürdigkeit nicht weiter aufs Spiel setzt. Der RSPO soll eine Organisation werden, auf die sich Firmen wie auch Konsumenten verlassen können. Dafür braucht es strenge und lückenlose Richtlinien und vor allem eine wirksame Kontrolle, die sicherstellt, dass diese Richtlinien auch tatsächlich umgesetzt werden.

Nach massiven Protesten von Konsumentinnen und Konsumenten sagt Nestlé nein zu Produkten aus Regenwaldzerstörung

Es lohnt sich, von den Herstellern nachhaltiges Palmöl zu fordern. Was durch Proteste von Konsumenten und Konsumentinnen erreicht werden kann, hat die erfolgreiche Nestlé-Kampagne von Greenpeace vom Frühjahr 2010 beispielhaft gezeigt. Die über 300’000 Protest-Emails an Nestlés CEO Paul Bulcke haben zusammen mit weiteren Aktivitäten (Video) dazu beigetragen, das Nestlé nun dabei ist, jegliche Produkte aus Regenwaldzerstörung aus ihrer gesamte Wertschöpfungskette zu entfernen.