Schützen wir die Arktis

Die Arktis, die nördliche Polarregion, ist eine der letzten Wildnisse dieser Erde und ein aussergewöhnliches Ökosystem. Aber wie lange noch?

Die Arktis ist die Heimat von Eisbären, Walrossen, Narwalen und vielen anderen seltenen Tierarten. Die Klimaerhitzung bedroht dieses faszinierende Ökosystem und eine der letzten unberührten Landschaften der Erde. Gletscher, die über Tausende von Jahren bestanden haben, schmelzen immer schneller dahin. Den Eisbären fehlt mit dem Abschmelzen des Packeises die Grundlage für die Robbenjagd, Jungtiere haben zunehmend Mühe zu überleben.

Durch den drastischen Rückgang des arktischen Meereises werden ausserdem die Öl- und Gasvorkommen und die reichen Fischgründe für die Ausbeutung zugänglich. Darum fordert Greenpeace gemeinsam mit Meereswissenschaftlern, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Ozeane unter Schutz zu stellen.

Der Weg zum Schutzgebiet schaut bereits auf mehrere Erfolge zurück: Verschiedene Öl-Konzerne ziehen aus der Arktis ab. Im Dezember 2016 untersagen die Regierungen der USA und Kanada Bohrungen nach fossilen Energieträgern für weite Teile der Arktis. Doch das reicht nicht: Noch immer finden Ölbohrungen in der Arktis statt. Greenpeace und Millionen ArktisschützerInnen weltweit setzen sich deshalb für ein internationales Schutzgebiet in der Arktis ein. Werde auch du Meeresschützer und unterzeichne unsere Petition für ein Schutzgebiet an die Vereinten Nationen, damit sie ihrer Verantwortung nachkommen.


Bis zum letzten Tropfen

Klimaforscher befürchten, dass die arktische See schon im Jahr 2030 das erste Mal komplett eisfrei sein könnte. Einigen kommt die rasante Eisschmelze sehr gelegen: Alle Anrainerstaaten stehen in den Startlöchern, um beim Verteilungswettstreit um die Ressourcen nicht zu kurz zu kommen. Die Konsequenzen eines massiven Rohstoffabbaus sind kaum abzusehen.

Durch den Rückgang der Eisbedeckung kann die Ölindustrie in bisher unerreichbare Gebiete vordringen. Als erstes Unternehmen hat der russische Öl- und Gaskonzern Gazprom Ende 2013 damit begonnen, von der Plattform Prirazlomnoya im Nordmeer vor Russland Öl aus arktischen Gewässern zu fördern.

Das Risiko für die Umwelt ist dabei immens. Schon die Erfahrungen mit der Ölförderung an Land in Russland geben Anlass zu großer Sorge: Bereits heute gelangen jedes Jahr 300 000 bis 500 000 Tonnen russisches Öl über die Flüsse in die arktischen Gewässer. Zum Vergleich: Aus der Deepwater Horizon entwichen 2010 nach der Explosion der Bohrplattform rund 670 000 Tonnen. Verantwortlich für dieses Umweltdesaster sind Probleme im Betrieb und marode Pipelines.

Deswegen fordert Greenpeace ein Schutzgebiet in der «Hohen Arktis» rund um den Nordpol sowie ein Verbot für Ölbohrungen in arktischen Gewässern. Die Arktis darf kein Industriestandort werden.

Erfolg: Shell zieht sich zurück

Im Herbst 2015 kündigt der Ölkonzern Shell an, in «absehbarer Zukunft» nicht mehr vor der Küste Alaskas zu bohren. Shells Arktis-Projekt erregt im Jahr 2012 weltweit Aufmerksamkeit, als im Laufe einer Pannenserie die Bohrinsel Kulluk strandet und bei behördlichen Tests erhebliche Mängel an Shells Sicherheitsausrüstung festgestellt werden. Obwohl das Risiko eines schweren Ölunfalls unter den Bedingungen der Arktis besonders hoch ist, hat der Shell-Vorstand noch im Sommer 2015 bekräftigt, an den geplanten Bohrungen vor der Küste Alaskas festzuhalten.


Fischerei

Wo sich das Meereis zurückzieht, dringen Fischtrawler mit zerstörerischen Grundschleppnetzen vor und bedrohen die arktische Meereswelt mit ihren unzähligen, teilweise unbekannten Arten. Denn der Meeresbereich, der bisher vom Eis bedeckt war, ist noch unerforscht. Greenpeace setzt sich gegen die industrielle Ausbeutung durch große Fischerei-Flotten ein, die sich aus den USA, der EU, Asien und anderen Gegenden auf den Weg in die Arktis machen. Unser Ziel ist es, die Arktis vor zerstörerischer Fischerei zu schützen, um die marinen Lebewesen zu bewahren, die bereits durch den Klimawandel bedroht sind. Nur ein Moratorium kann die Meereswelt der Arktis vor Zerstörung schützen.

Erfolg: Erholungszonen für den Kabeljau

Der Kabeljau oder Dorsch ist ein beliebter Speisefisch. Doch er gilt als überfischt. Nach langen Recherchen und zähen Verhandlungen kann Greenpeace im Mai 2016 einen fantastischen Teilerfolg verzeichnen: Einige der weltweit grössten Fischerei-Unternehmen und Anbieter von Meeresfrüchten verpflichten sich, in zuvor eisbedeckten Gegenden auf die Kabeljau-Fischerei zu verzichten.


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