Werde Teil der Bewegung

Rund eine Million Take-away-Verpackungen werfen Schweizer im öffentlichen Raum weg – und das jeden Tag. Sie tragen dazu bei, dass die Schweiz den drittgrössten Abfallberg Europas anhäuft, nach Dänemark und Norwegen. Die einzige Lösung bieten Mehrwegsysteme. Sie müssen Standard werden; Recycling kommt hingegen erst als letzte Option infrage. Denn nur ein Bruchteil des Plastiks lässt sich rezyklieren. Der Rest wird verbrannt oder bleibt in Mikroteilen bis zu 500 Jahre in der Natur. Auch Papier oder Karton sind keine ökologische Lösung: Sie benötigen Zellstoff, wofür klimarelevante Urwälder abgeholzt werden.

Eine wachsende Bewegung fordert deswegen Take-aways rund um die Welt auf, Einwegverpackungen zu reduzieren. Jedes Lokal, das auf Einwegverpackungen verzichtet, kann als Vorbild für andere Take-aways dienen und sie dazu bewegen, seinem Beispiel zu folgen.

Du willst dabei helfen, die Welt von unnötigem Plastik- und Verpackungsmüll zu befreien? Dann überzeuge deinen Lieblings-Take-away, von Einweg- auf Mehrwegprodukte umzusteigen. Das gelingt mit diesen sechs Schritten:

1. Vereinbare einen Termin

Kontaktiere deinen Lieblings-Take-away telefonisch oder persönlich, erkläre dein Anliegen und vereinbare einen Termin mit der zuständigen Person.

2.  Lege deine Ziele fest

Bestimme deine wichtigsten Forderungen und sei dabei so konkret wie möglich. Du könntest beispielsweise fordern, dass der Take-away seine Menüs nur noch in Mehrwegbehältern verkauft. Oder dass er sich einem bereits erprobten Mehrwegsystem anschliesst, zum Beispiel Recircle oder Boxtonlunch.

3. Bereite dich vor

Erstelle ein kurzes Merkblatt mit Hintergrundinfos und Fakten, die deine Ziele unterstreichen. Warum ist es wichtig, unnötigen Plastik- und anderen Verpackungsmüll zu vermeiden? Worin besteht der ökologische Vorteil von Mehrweg? Warum könnte es für dein Lieblingsrestaurant von Vorteil sein, «umzusteigen»?

4. Vermeide Scheinlösungen

Plastikverpackungen durch andere Materialien wie Papier oder Bioplastik zu ersetzen, mag auf den ersten Blick nachhaltig wirken, ist aber keine langfristige Lösung. Es ist wichtig, dass du dich für Mehrweg einsetzt,, um die Wegwerfkultur zu verändern und Abfallberge zu verkleinern.

5. Nenne positive Beispiele

Verweile nicht lange bei der Beschreibung des Problems, sondern richte die Aufmerksamkeit deines Gegenübers auf die Gelegenheit, Teil der Lösung zu sein. Berichte von dir bereits bekannten positiven Beispielen.

6. Lass dich nicht unterkriegen

Dein Gegenüber ist nicht auf Anhieb überzeugt? Kein Grund zur Sorge. Nicht jeder wird sogleich auf deine Linie einschwenken. Bei Desinteresse bedankst du dich für die geschenkte Zeit und hinterlässt deine Kontaktinfo – so bist du erreichbar, falls sich dein Take-away doch noch für die umweltfreundliche Variante entscheiden sollte.