Die AktivistInnen, die am Montag das Hauptgebäude der Credit Suisse in Zürich friedlich blockierten, haben sich für eine lebenswerte Zukunft von uns allen eingesetzt. Sie entschieden sich für diese Aktion des zivilen Ungehorsams, weil der Schweizer Finanzplatz und insbesondere die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS mit ihren Finanzierungen die Klimaerhitzung befeuern und damit Mensch und Natur gefährden. Die Finanzakteure müssen endlich Klimaverantwortung übernehmen.

Bis kurz vor MIttag sind fast alle Klimaschützerinnen und Klimaschützer in Zürich aus der unverhältnismässig langen Haft entlassen worden. Greenpeace hofft, dass bald alle auf freiem Fuss sind. Greenpeace dankt den AktivistInnen für ihren mutigen Einsatz für mehr Klimaschutz und damit für eine lebenswerte Zukunft für uns alle. 

Mit ihrer Blockade des Hauptgebäudes der Credit Suisse am Paradeplatz haben die AktivistInnen die breite Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, welche zentrale Rolle der Schweizer Finanzplatz und insbesondere die beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS bei der Klimaerhitzung spielen. 

Die Erderhitzung ist keine ferne Bedrohung mehr, der Klimawandel geschieht hier und jetzt. Um die Klimakrise abzuwenden, muss die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad und möglichst 1,5 Grad Celsius beschränkt werden, wie es im Pariser Klimaabkommen, das auch von der Schweiz ratifiziert wurde, festgehalten ist. Dafür müssen wir uns aus der Abhängigkeit von fossiler Energie lösen und die Treibhausgasemissionen weltweit bis allerspätestens 2050 auf netto Null senken. Während die grossen Schweizer Versicherungen wie Zurich und SwissRe ihre Klimaschutz-Richtlinien sowohl im Anlage- als auch im Versicherungsbereich verstärkt haben, verharren die Schweizer Grossbanken im Vergleich weiterhin im Tiefschlaf.

Greenpeace Schweiz zeigte letztes Jahr auf: Die Credit Suisse und die UBS stellten von 2015 bis 2017 insgesamt 12,3 Milliarden US-Dollar für 47 Unternehmen bereit, die besonders dreckige, sogenannt extreme fossile Brennstoffe nutzbar machen. Dazu zählen Kohle, Öl aus Teersanden, aus der Arktis und der Tiefsee sowie Flüssiggas (LNG). 

Diese Geschäfte wirken sich enorm negativ auf unser Klima aus: Mit den 12,3 Milliarden US-Dollar finanzierten die Banken von 2015 bis 2017 total 182,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Im betrachteten Zeitraum war 2017 besonders übel für das Klima: Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens finanzierten die zwei Grossbanken über die untersuchten 47 Unternehmen 93,9 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen. Das sind rund doppelt so viele Emissionen wie alle Akteure innerhalb der Schweizer Grenze in einem Jahr verursachen. Credit Suisse ist dabei für den Löwenanteil verantwortlich.

Der ökologische Fussabdruck der beiden Banken wird sogar um einiges höher sein als im Bericht von Greenpeace ausgewiesen. Denn dieser konnte einzig die Klimaauswirkungen der Finanzierungen von 47 Unternehmen im Bereich der extremen fossilen Energie berücksichtigen. Es muss also mit einer hohen Dunkelziffer finanzierter Emissionen gerechnet werden.

Insbesondere die Credit Suisse, aber auch die UBS müssen nun endlich handeln und ihre Finanz- und Dienstleistungsgeschäfte dem Klimanotstand anpassen. Sie müssen ein Teil der Lösung werden statt ein Teil des Problems bleiben. 

Greenpeace Schweiz fordert von der Credit Suisse und der UBS: 

  • Die beiden Grossbanken legen umgehend ihre Klimarisiken offen und  verpflichten sich offiziell zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in Übereinstimmung mit dem 1.5 Grad Ziel.
  • Die beiden Grossbanken stoppen bis spätestens Ende 2019 die Neufinanzierung von Projekten und in Unternehmen, die Kohle, Teersand oder Öl aus der Arktis und der Tiefsee fördern, Flüssigerdgas exportieren oder Kohlekraftwerke betreiben. Für bestehende Finanzierungen müssen Auslaufphasen definiert und eingeleitet werden.
  • Die beiden Grossbanken veröffentlichen bis spätestens Ende 2020 einen konkreten Handlungsplan mit Absenkpfad, Zwischenzielen und entsprechenden internen Richtlinien, um mit ihrem globalen Geschäft bis spätestens 2030 klimaneutral zu sein.

Kontakte:

Asti Roesle, Finance Campaign Greenpeace Switzerland, +41 44 447 41 35,  asti.roesle@greenpeace.org   

Medienstelle Greenpeace Schweiz: +41 44 447 41 11, pressestelle.ch@greenpeace.org