Über 115 GesundheitsexpertInnen weltweit garantieren, dass die Benutzung wiederverwendbarer Produkte während der Corona-Pandemie sicher ist. In der heute publizierten Erklärung widerlegen sie anderwertige Behauptungen der Kunststoffindustrie. Internationale Greenpeace-Büros fordern umso nachdrücklicher Mehrwegsysteme, um sowohl Menschen als auch den Planeten zu schützen.

Mehr als 115 GesundheitsexpertInnen aus achtzehn Ländern unterzeichneten heute eine Erklärung: Sie bestätigen darin, dass die Benutzung wiederverwendbarer Produkte während der Corona-Pandemie sicher ist. Die GesundheitsexpertInnen widerlegen Behauptungen der Kunststoffindustrie, dass Einwegprodukte per se mehr schützten. Und betonen, dass Mehrwegsysteme bei Einhaltung grundlegender Hygiene-Massnahmen sicher sind – sowohl für VerbraucherInnen als auch für DetailhändlerInnen. Mehrere Greenpeace-Büros weltweit, darunter Greenpeace International, schliessen sich den ExpertInnen an. 

«Gesundheitsmassnahmen während der COVID-Pandemie dürfen die Gesundheit des Ökosystems Erde, unserer Heimat, nicht schädigen», sagt Jane Muncke, Geschäftsführerin des Schweizer «Food Packaging Forums». «Die Förderung von unnötigem Einwegplastik zur angeblichen Verringerung der Ansteckungsrisiken wirkt sich negativ auf Umwelt und Gewässer aus – im Gegensatz zur sorgfältigen, sicheren Verwendung von Mehrwegprodukten.» 

«Schockierend, wie die Kunststoffindustrie die Pandemie ausnutzt.» 

Weltweit unterstützen die Erklärung Ärztinnen und Ärzte, WissenschaftlerInnen sowie AkademikerInnen und SpezialistInnen der Bereiche öffentliche Gesundheit und Lebensmittelverpackungen. Sie halten fest, dass Haushalts-Desinfektionsmittel auch bei harten Oberflächen von Mehrwegprodukten wirksam sind. Die Erklärung wird aufgrund von Entwicklungen publiziert, die der Corona-Ausbruch in mehreren Ländern ausgelöst hat: Bestehende Plastikverbote wurden vorübergehend aufgehoben, andererseits hat die Ablehnung von Mehrwegprodukten in Läden und Take-aways wie Starbucks zugenommen. 

«Es ist schockierend zu sehen, wie die Kunststoffindustrie die Pandemie ausnutzt. Sie verbreitet falsche Behauptungen, um Menschen von nachhaltigen Mehrweglösungen abzuschrecken und ihren umweltschädigenden Einwegplastik zu fördern», sagt Matthias Wüthrich, Fachexperte für Zero Waste bei Greenpeace Schweiz. «Deshalb ist es umso wichtiger, dass Behörden, Unternehmen und ExpertInnen über die Sicherheit von Mehrwegsystemen informieren. So können wir unsere Gesundheit bewahren und unseren Planeten schützen. Dabei sollten wir besten wissenschaftlichen Erkenntnissen folgen statt dem Marketing der Plastikindustrie.» 

Irrtum widerlegt, Forderung bleibt: Wiederverwenden statt Wegwerfen

Während der gesamten COVID-19-Pandemie hat die Plastikbranche daran gearbeitet, wiederverwendbare Produkte zu verteufeln und die Gewinne zu steigern. Im Anschluss an einen gewaltigen PR-Push der Kunststoffindustrie wurden beispielsweise in den USA und UK bestehende Plastikverbote pausiert. Auch auf EU-Ebene wurde die Plastik-Lobby vorstellig. Die Branche berief sich dabei auf ältere, selber finanzierte Forschungsarbeiten und behauptete, wiederverwendbare Materialien seien während der COVID-19-Pandemie gefährlicher als Einwegartikel. 

«In den letzten Monaten sind viele widersprüchliche Informationen darüber kursiert, wie das Virus verbreitet wird. Aber wir wissen jetzt, dass Mehrwegsysteme unter Anwendung von gängigen Hygienemassnahmen sicher sind», sagt Matthias Wüthrich. «Greenpeace fordert daher weiterhin eine Abkehr von umweltschädigenden Einwegprodukten und eine Umstellung auf saubere und sichere Mehrwegsysteme.»

Weitere Informationen
 
Die Erklärung der Gesundheitsexperten steht hier zur Verfügung.  

Kontakte

Jane Muncke, Geschäftsführerin des Schweizer «Food Packaging Forums»,
+41 44 515 52 55, jane.muncke@fp-forum.org 

Matthias Wüthrich, Zero-Waste-Experte Greenpeace Schweiz,
+41 44 447 41 31, matthias.wuethrich@greenpeace.org  

Eva-Maria Schleiffenbaum, Mediensprecherin Greenpeace Schweiz,
+41 44 447 41 60, eva-maria.schleiffenbaum@greenpeace.org