{"id":100022,"date":"2023-07-08T16:38:40","date_gmt":"2023-07-08T14:38:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=100022"},"modified":"2023-07-10T16:41:49","modified_gmt":"2023-07-10T14:41:49","slug":"kolumbiens-lebensveraendernder-honig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/hintergrund\/100022\/kolumbiens-lebensveraendernder-honig\/","title":{"rendered":"Kolumbiens lebensver\u00e4ndernder Honig"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>In Guain\u00eda im S\u00fcden Kolumbiens, einem der artenreichsten Orte der Erde, haben ein Chemiker, ein Zootechniker und ein Biologe mit der indigenen Bev\u00f6lkerung ein nachhaltiges Bienenprojekt auf die Beine gestellt. Der produzierte Honig zeigt, wie es m\u00f6glich ist, die Welt zu best\u00e4uben und gleichzeitig die Folgen des Klimawandels zu bek\u00e4mpfen.<\/strong><\/p>\n\n<p>Wir alle haben Momente in unserem Leben, die wir lieber nicht erlebt h\u00e4tten. Und der von Fabio P\u00e9rez, der mit 39 Jahren die Produktion eines der aussergew\u00f6hnlichsten Honigs der Welt leitet, ereignete sich in Venezuela auf der anderen Seite der Grenze zu Kolumbien, wo das Licht oft die Reflexion von tausend Diamanten hat. Doch bevor er davon erz\u00e4hlt, nimmt Fabio, ein hart gesottener Mann mit einem dieser beruhigenden L\u00e4cheln, die Umgebung in der indigenen Gemeinde La Ceiba in Augenschein. Sie liegt in der N\u00e4he von Puerto In\u00edrida, der Hauptstadt von Guain\u00eda, eine Flugstunde von Bogot\u00e1 entfernt und etwas mehr als 45 Minuten mit dem Boot auf dem Fluss In\u00edrida.<\/p>\n\n<p>Hier, an diesem Ort im Amazonasgebiet wuchsen vor wenigen Jahren noch Koka-Str\u00e4uche, die Kolumbien zum weltweit f\u00fchrenden Produzenten von Koks gemacht haben. Heute aber schlummern im Schatten von Linden und Magnolien 195 gr\u00fcn und blau gestrichene Holzkisten. Fabio entfernt vorsichtig den Deckel einer der Kisten und zeigt, was darin passiert: Tausende von Bienen tun, was sie schon immer getan haben, seit sie in der unteren Kreidezeit vor 145 Millionen Jahren auftauchten, als sich die Kontinente trennten und die ersten V\u00f6gel entstanden: Sie sammeln Nektar von Bl\u00fcten, wandeln ihn um und speichern ihn, um einen fl\u00fcssigen, goldenen, fruchtig duftenden Honig zu produzieren. Die Bienen sind auff\u00e4llig winzig, \u2013 sie messen zwischen zwei und acht Millimetern \u2013 und \u00e4usserst verletzlich, denn sie haben keinen Stachel, der sie sch\u00fctzt. <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100324\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--200x300.jpg 200w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--911x1366.jpg 911w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--227x340.jpg 227w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/0a4b01cc-34stingless-honey-bees--scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Fabio sammelt Mellipona-Honig in seiner Gemeinde La Ceiba, die am In\u00edrida-Fluss liegt. Das Reservat besteht aus 167 Einwohner:innen der Volksgruppen Puinave, Kurripako und Tukano. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100308\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/835eef4e-32stingless-honey-bees--510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Zum Stamm der Meliponini geh\u00f6ren die stachellosen Bienen, von denen es in Kolumbien mehr als 120 Arten gibt. Fast alle davon sammeln den Nektar von den Bl\u00fcten, wandeln ihn um und speichern ihn, um Honig zu produzieren. Eine Ausnahme bilden die Arten der Gattung Lestrimelitta, die anderen stachellosen Bienen die Nahrung stehlen. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>\u00abWir sind auf Bienen angewiesen, um zu leben. Doch seit Jahren bespr\u00fchen wir sie mit Pestiziden, verbrennen sie, verbannen sie aus den Nestern der B\u00e4ume, wenn wir massiv abholzen, um den Wald durch Rinder oder extensive Landwirtschaft zu ersetzen\u00bb, sagt Fabio ohne Umschweife. \u00abSie sind das wichtigste Lebewesen auf unserem Planeten. Die Landwirtschaft der Welt ist zu 70 Prozent von den 20 000 Bienenarten abh\u00e4ngig. Ohne die Best\u00e4ubung k\u00f6nnten sich die Pflanzen, von denen sich Millionen von Tieren ern\u00e4hren, nicht fortpflanzen. Ohne Bienen w\u00fcrde die Tierwelt bald verschwinden.\u00bb <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Projekt, Tausende Bienen<\/h2>\n\n<p>Fabio kommt aus dem indigenen Guain\u00eda, einer der Orte mit der h\u00f6chsten Armutsquote: 46,5 Prozent im Vergleich zu 12,2 Prozent landesweit sind hier arm, so die 2022 ver\u00f6ffentlichten Daten der Nationalen Verwaltungsbeh\u00f6rde f\u00fcr Statistik (Dane). Und hier, im f\u00fcnftgr\u00f6ssten Departement Kolumbiens &#8211; fast doppelt so gro\u00df wie die Schweiz &#8211; und in demjenigen mit der geringsten Bev\u00f6lkerungsdichte  53000 Einwohner, \u2013 davon 70 Prozent Indigene, \u2013 erreichen die Menschen kaum die f\u00fcnfte Klasse der Grundschule. Sie leben vom Fischfang, dem gelegentlichen Verkauf von Kunsthandwerk, illegalem Bergbau \u2013 und eben Koka.<\/p>\n\n<p>Doch 2007 landeten Alexandra Torres, Chemieprofessorin an der Universit\u00e4t von Pamplona (Norte de Santander), ihr Mann, der deutsche Zootechniker Wolfgang Hoffman, ein Bienenspezialist, und der Biologe Fernando Carrillo, Direktor der Stiftung Aroma Verde, einer von 25 auf Naturtourismus spezialisierten Agenturen, in La Ceiba. Sie hatten ein Projekt im Gep\u00e4ck, das eine nachhaltige Entwicklung anstrebte. In der Praxis bedeutete dies, den Eingeborenen beizubringen, wie sie mit der Natur leben k\u00f6nnen, indem sie ein legales Produkt \u2013 der Honig der Bienen \u2013 an die Tourist:innen verkaufen, die sie besuchen. Und dabei noch Gutes f\u00fcr die Umwelt tun: 50 Kisten Bienen best\u00e4uben 1256 Hektar Wald.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100330\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/e237daa2-10stingless-honey-bees--510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Indigene Piaroa-Kinder spielen auf einem Mangobaum in der Gemeinde Sarrapia, die auf einem Felsvorsprung liegt, der sich in der Regenzeit in eine Insel verwandelt. Der Name Sarrapia stammt von der Diphysa punctate, einem Baum, aus dessen Samen Cumarin gewonnen wird, ein vanille\u00e4hnlicher Aromastoff, der zum Aromatisieren von Tabak, Lik\u00f6r, Seife, Schnupftabak, Backwaren und anderen Produkten verwendet wird. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100293\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/5545d7d9-09stingless-honey-bees--510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Stromschnellen von Zamuro auf dem In\u00edrida-Fluss k\u00f6nnen nur durch Aussteigen und Ziehen des Bootes passiert werden. Sie markieren auch eine Art Grenze. Der Gold- und Coltanabbau flussaufw\u00e4rts bildet die Grundlage f\u00fcr die Wirtschaft der Region, die von mehreren illegalen bewaffneten Gruppen kontrolliert wird. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Dank der Schweizer Firma Ricola, die sich f\u00fcr diese Art der Bewusstseinsver\u00e4nderung interessierte und das Projekt mit 40000 Dollar finanzierte, zeigten die drei Wissenschaftler den Bewohner:innen von La Ceiba w\u00e4hrend vier Jahren, wie die Bienenst\u00f6cke aus den St\u00e4mmen gezogen, in kleinen Holzkisten installiert und vermehrt werden. Das Ergebnis war magisch: Nach und nach best\u00e4ubten die Bienen die Landschaft und \u00fcberall auf La Ceiba tauchten Mango-, A\u00e7ai- und Arras\u00e1-B\u00e4ume auf. Ihr Honig wurde w\u00e4hrenddessen von den Einwohner:innen mit kleinen Spritzen gesammelt und in 130-Milliliter-Gl\u00e4ser gef\u00fcllt. Die Tourist:innen waren davon so beeindruckt, dass das Produkt im Handumdrehen ausverkauft war. \u00abEs ist ein Projekt, das M\u00f6glichkeiten und Nachhaltigkeit schafft\u00bb, erkl\u00e4rt Fernando, f\u00fcr den der Naturschutz vor etwas mehr als einem Jahrzehnt zum Lebensinhalt wurde, als er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Guain\u00eda kam, in der \u00dcberzeugung, dass es sich lohnt, \u00abaus dem System auszusteigen\u00bb und der Stimme des Herzens zu folgen. <\/p>\n\n<p>Fabio machte sich schnell keine Gedanken mehr \u00fcber den Koka-Anbau. Mittlerweile arbeitet er mit sieben von 120 Arten der stachellosen Bienen, die es in Kolumbien gibt. Im Bewusstsein ihrer enormen Gef\u00e4hrdung durch die Abholzung des Amazonasgebiets &#8211; j\u00fcngsten Studien zufolge sind die Melipona-Bienen weltweit um bis zu 30 Prozent verschwunden &#8211; gr\u00fcndete er mit den Indigenen aus dem Projekt den Verband der Meliponicultores von Guain\u00eda, Asomegua, der von ihm geleitet wird und aus 34 Familien besteht, die j\u00e4hrlich mehr als 1153 Gl\u00e4ser Honig produzieren. Sie sind so erfolgreich, dass sie ihr Wissen mittlerweile in andere Gemeinden exportiert haben, z. B. nach Morroco, nicht weit von La Ceiba entfernt. <\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100314\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--200x300.jpg 200w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--1365x2048.jpg 1365w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--911x1366.jpg 911w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--227x340.jpg 227w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/a86b3321-37stingless-honey-bees--scaled.jpg 1707w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Der Honig der stachellosen Bienen hat auch medizinische Eigenschaften wie antibakterielle und antimykotische Wirkungen, diese sind aber noch wenig bekannt und erforscht. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>\u00abDie Bienen haben mich gerettet, sie haben meine Seele geheilt\u00bb, sagt Fabio und erz\u00e4hlt nun von seinem Moment, den er lieber nicht erlebt h\u00e4tte, \u00abIch war ein Eingeborener, der die Natur kennen und sie sch\u00fctzen sollte. Doch das tat ich nicht, ich zerst\u00f6rte sie.\u00bb Und zwar 2004 im Yarama-Nationalpark in Venezuela, wo er als Bergmann arbeitete. \u00abIch habe unz\u00e4hlige Hektaren von unber\u00fchrtem Wald abgeholzt.\u00bb Heute k\u00f6nne er kaum glauben, dass er das war. <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lernen von den Bienen<\/h2>\n\n<p>Kolumbien ist nach Brasilien das Land mit der zweitgr\u00f6\u00dften biologischen Vielfalt der Welt. Und Guain\u00eda, was in der Sprache der Yuri Gebiet der vielen Gew\u00e4sser bedeutet, ist ein Juwel. Vor La Ceiba zum Beispiel befindet sich eine der gr\u00f6\u00dften S\u00fc\u00dfwasserkonzentrationen der Welt, wo die Fl\u00fcsse In\u00edrida, Guaviare und Atabapo zusammenflie\u00dfen und die Estrella Fluvial de Oriente bilden, eine biologische Nische, die so \u00fcppig ist, dass sie 2014 von der UNESCO als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung eingestuft wurde, insbesondere als Lebensraum f\u00fcr Wasserv\u00f6gel.<\/p>\n\n<p>Humboldt &#8211; von der Historikerin Andrea Wulf in ihrem Buch \u00abDie Erfindung der Natur\u00bb<em> <\/em>biografiert <em>&#8211; <\/em>nannte diese Ecke das achte Weltwunder, \u00abwo Regenb\u00f6gen in einem Versteckspiel tanzen, Bl\u00e4tter sich entfalten, um die aufgehende Sonne zu begr\u00fc\u00dfen und Blumen sich im flackernden Licht drehen und wieder verschwinden\u00bb.\u00a0Seit 2019 hat sich der Tourismus in Guain\u00eda aber vervierfacht: Von damals 400 Besucher:innen in Aroma Verde ist er auf 1800 im Jahr 2022 angestiegen. Es ist eine Welt, die so alt ist, in die so wenig eingegriffen wurde, die so unschuldig ist, \u2013 die Granitberge treiben wei\u00dfe Blumen, das Murmeln der Fl\u00fcsse beruhigt \u2013 dass man im Ort sp\u00fcrt, dass es m\u00f6glich ist, in Frieden miteinander zu leben. Und die Bienen tragen ihren Teil dazu bei.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100335\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/8caa6422-23stingless-honey-bees--510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Versuch, die Sicht einer Biene durch ein Prisma darzustellen. Jedes Insekt hat zwei gro\u00dfe Facettenaugen. Diese Augen sind erstaunliche Beispiele f\u00fcr die Technik der Natur. Ein Auge besteht aus Tausenden von winzigen Linsen. Jede dieser nimmt einen kleinen Teil der Sicht des Insekts auf. Das Bienengehirn wandelt diese Signale dann in ein mosaikartiges Bild um. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-100317\" srcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--300x200.jpg 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--768x512.jpg 768w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/07\/09315db8-40stingless-honey-bees--510x340.jpg 510w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In der biologischen Abteilung der Nationalen Universit\u00e4t befindet sich die kolumbianische Wildbienensammlung mit mehr als 500 Arten und 30000 katalogisierten Exemplaren. Neben der taxonomischen Klassifizierung der Bienen untersucht das Labor auch die Verbreitung der Insekten in den verschiedenen \u00d6kosystemen und ihre wirtschaftliche Bedeutung. \u00a9 Luca Zanetti<\/figcaption><\/figure>\n\n<p>Sie lehren zum Beispiel, dass alles besser funktioniert, wenn man zusammenarbeitet. \u00abJede von ihnen ist bereit, die ihr zugewiesene Rolle innerhalb des Bienenstocks zu spielen. Ihre Gesellschaft ist wie eine Uhr: Sie h\u00e4lt einen pr\u00e4zisen Rhythmus ein, um gemeinsam Ziele zu erreichen\u00bb, erkl\u00e4rt der Biologe Rodulfo Ospina, der eine der weltweit einzigartigen Sammlungen leitet: das Bienenlabor der Nationalen Universit\u00e4t, in dem 40000 Bienenproben archiviert und katalogisiert werden. Der Bienenstock selbst hat jedoch auch eine Schwachstelle. Er besteht von Natur aus aus Wachs, das nur Temperaturen von bis zu 37 \u00baC standhalten kann. Doch wenn er zu schmelzen droht, tr\u00e4nken die Arbeitsbienen das Wachs in Wasser und halten es k\u00fchl. \u00abEs sind die Bienen selbst, die daf\u00fcr sorgen, dass ihre Welt am Leben bleibt\u00bb, f\u00fcgt Ospina hinzu. Eine Lehre, aus der wir Menschen viel gewinnen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<p><strong>Alejandra de Vengoechea<\/strong> hat als freiberufliche Journalistin und Universit\u00e4tsprofessorin f\u00fcr spanische und lateinamerikanische Zeitungen \u00fcber den bewaffneten Konflikt in Kolumbien sowie \u00fcber die Kriege im Irak und in Afghanistan berichtet. Sie ist Mutter von zwei Kindern und hat zwei B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht: Portr\u00e4ts emblematischer kolumbianischer Journalisten und eine Biografie von Jos\u00e9 Alejandro Cort\u00e9s, dem kolumbianischen Warren Buffet. Sie lebt in den Au\u00dfenbezirken von Bogot\u00e1.<\/p>\n\n<p><br><strong>Luca Zanetti <\/strong>wurde von seiner Mutter, der Fotografin Pia Zanetti, Mitte der 1980er-Jahre ins unruhige Nicaragua gebracht. Dort lernte er, wie man sich einem menschlichen Fotomotiv n\u00e4hert, es provoziert, neckt, lobt und pflegt. 1991 trat er der Fotografenagentur Lookat bei, versp\u00fcrte aber das Bed\u00fcrfnis nach mehr Ausbildung und besuchte deshalb vier Jahre lang die Abteilung Fotografie der Hochschule f\u00fcr Gestaltung und Kunst Z\u00fcrich, der heutigen ZHdK. In letzter Zeit hat Zanetti an Geschichten in Nicaragua, Kolumbien, Brasilien, Peru und der Zentralafrikanischen Republik gearbeitet. Er lebt in Kolumbien und Z\u00fcrich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Guain\u00eda im S\u00fcden Kolumbiens, einem der artenreichsten Orte der Erde, haben ein Chemiker, ein Zootechniker und ein Biologe mit der indigenen Bev\u00f6lkerung ein nachhaltiges Bienenprojekt auf die Beine gestellt. Der produzierte Honig zeigt, wie es m\u00f6glich ist, die Welt zu best\u00e4uben und die Folgen des Klimawandels zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n","protected":false},"author":49,"featured_media":100287,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[40],"p4-page-type":[194],"gpch-article-type":[196],"class_list":["post-100022","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-wald","p4-page-type-hintergrund","gpch-article-type-reportage"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100022","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/49"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=100022"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/100022\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100022"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=100022"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=100022"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=100022"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=100022"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}