{"id":10003,"date":"2015-10-21T00:00:00","date_gmt":"2015-10-20T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10003\/pestizid-cocktails-in-aepfeln-gefunden-2\/"},"modified":"2022-03-31T13:12:29","modified_gmt":"2022-03-31T11:12:29","slug":"pestizid-cocktails-in-aepfeln-gefunden-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10003\/pestizid-cocktails-in-aepfeln-gefunden-2\/","title":{"rendered":"Pestizid-Cocktails in \u00c4pfeln gefunden"},"content":{"rendered":"<p><b>Ein europaweiter Greenpeace-Test zeigt auf, dass konventionell produzierte \u00c4pfel (auch aus der Schweiz) mit einem Pestizid-Cocktail belastet sind. Labortests haben 39 individuelle Substanzen identifiziert. Bio-Proben sind pestizidfrei.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"events-content\">\n<p><span style=\"font-size: 1.125rem; color: initial; font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, Oxygen-Sans, Ubuntu, Cantarell, 'Helvetica Neue', sans-serif; font-weight: var(--bs-body-font-weight); text-align: var(--bs-body-text-align);\">\u00abAn apple a day keeps the doctor away.\u00bb Der t\u00e4gliche Apfel ist ein n\u00e4hrstoff- und vitaminreiches Lebensmittel. Und gesund. Das wurde uns so jedenfalls schon in Kindertagen eingebl\u00e4ut. Im Grundsatz stimmt das. Bloss: M\u00f6glicherweise gilt das nur f\u00fcr \u00f6kologisch produzierte Fr\u00fcchte. Bei konventionell angebauten \u00c4pfeln k\u00f6nnte es anders aussehen. Denn der Apfel f\u00e4llt nicht weit vom Stamm, wie eine Greenpeace-Analyse jetzt zeigt; \u00c4pfel enthalten das, was ihr Produzent s\u00e4t bzw. spritzt.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Wir haben in einer europaweit koordinierten Messkampagne in elf L\u00e4ndern \u2013 darunter die Schweiz &#8211; 126 verschiedene Apfelproben in Superm\u00e4rkten gekauft und in\u00a0einem spezialisierten, unabh\u00e4ngigen Labor auf Pestizide untersuchen lassen. In 83 % der konventionellen Proben konnten Pestizide nachgewiesen werden, 60 % der Proben waren mit zwei oder mehr Pestiziden belastet. Alle biologisch produzierten \u00c4pfel waren pestizidfrei.<\/p>\n<p><strong>In der Schweiz<\/strong> wurden Proben bei Aldi, Coop, Lidl und Migros gekauft \u2013 alles \u00c4pfel aus dem Inland. In beiden Bio-Proben (Coop &amp; Migros) konnten keine Pestizide nachgewiesen werden. In den konventionell produzierten Schweizer Apfelproben konnten im Mittel 1,8 verschiedene Pestizide gemessen werden, am st\u00e4rksten belastet war eine Probe der Migros mit f\u00fcnf verschiedenen Substanzen. Auf den Jamadu-Kinder\u00e4pfeln von Coop wies das Labor\u00a0die Chemikalie THPI nach, ein Abbauprodukt des Fungizids Captan. Die gesetzlichen Grenzwerte wurden von allen Proben eingehalten.<\/p>\n<p><a title=\"Apfelproduktion mit Pestiziden\" href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Der-bittere-Beigeschmack-der-europaeischen-Apfelproduktion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Diese Resultate zeigen klar, dass die im intensiven landwirtschaftlichen Anbau eingesetzten Substanzen auf dem Teller der KonsumentInnen landen.<\/a> Da etliche der gefundenen Pestizide ein hohes Bioakkumulationspotenzial aufweisen oder Einfl\u00fcsse auf die Reproduktion haben k\u00f6nnen, sind <a title=\"Pestizide k\u00f6nnen schwer krank machen\" href=\"\/switzerland\/Templates\/Planet3\/Pages\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Pestizide-und-unsere-Gesundheit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">gesundheitliche Auswirkungen auch bei Einhaltung der nationalen Grenzwerte nicht auszuschliessen<\/a>. Zudem hat der Pestizid-Einsatz <a title=\"Pestizide l\u00e4sst Biodiversit\u00e4t schrumpfen\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Europas-Abhaengigkeit-von-Pestiziden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Biodiversit\u00e4t und gef\u00e4hrdet \u00d6kosystem-Leistungen wie die Best\u00e4ubung<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Es braucht einen Systemwechsel \u2013 und Verbote<\/strong><\/p>\n<p>Philippe Schenkel, Agrarexperte bei Greenpeace Schweiz sagt: \u00abDer hohe Pestizideinsatz der industriellen Landwirtschaft reduziert die Biodiversit\u00e4t, gef\u00e4hrdet unsere Gesundheit und hinterl\u00e4sst einen Chemie-Cocktail in unseren Lebensmitteln. Es ist h\u00f6chste Zeit an einem Pestizid-Ausstiegsplan zu arbeiten und den KonsumentInnen nachhaltig produzierte, gesunde Lebensmittel anzubieten.\u00bb<\/p>\n<p>Die Schweizer Agrarwirtschaft muss vom Paradigma der chemieintensiven Landwirtschaft wegkommen. Insbesondere muss der Einsatz von synthetischen Pestiziden schrittweise reduziert werden. Dies erfordert eine Abkehr von industriellen Agrarsystemen und die Einf\u00fchrung \u00f6kologischer landwirtschaftlicher Praktiken. Nur so k\u00f6nnen die \u00f6kologischen und wirtschaftlichen Probleme, mit denen die Landwirtschaft derzeit zu k\u00e4mpfen hat, effektiv und ganzheitlich gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Konkret heisst dies: Verbesserung der Bodenbewirtschaftung, Anwendung biologischer Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, Auswahl resistenter, den \u00f6rtlichen Bedingungen angepasster Sorten, Gestaltung pflanzenbaulich optimaler Fruchtfolgen und Erh\u00f6hung der Vielfalt landwirtschaftlicher Systeme. Greenpeace fordert die Superm\u00e4rkte auf, die Bauern beim Umstieg auf eine nachhaltige Landwirtschaft zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eines der am meisten eingesetzten Pestizide ist das Totalherbizid Glyphosat. 300 Tonnen werden davon j\u00e4hrlich in der Schweiz auf \u00c4ckern, Wiesen, Privatg\u00e4rten, Bahnd\u00e4mmen und Strassenr\u00e4ndern ausgebracht. <a title=\"Glyphosat kann krank machen\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/untersuchungen-zeigen-glyphosat-eine-gefahr-f\/blog\/54312\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Es steht in Verdacht, Menschen und Tiere schwer krank machen zu k\u00f6nnen.<\/a> Greenpeace, die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fcr Umweltschutz (AefU) sowie die Stiftung f\u00fcr Konsumentenschutz SKS fordern mit der Petition\u00a0<a class=\"zoom\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.ch\/glyphosat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abGlyphosat verbieten \u2013 jetzt!\u00bb<\/a>\u00a0ein Verbot.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein europaweiter Greenpeace-Test zeigt auf, dass konventionell produzierte \u00c4pfel (auch aus der Schweiz) mit einem Pestizid-Cocktail belastet sind. 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