{"id":100102,"date":"2023-07-06T09:25:31","date_gmt":"2023-07-06T07:25:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=100102"},"modified":"2023-07-10T11:47:45","modified_gmt":"2023-07-10T09:47:45","slug":"migros-nachhaltigste-detailhandlerin-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/100102\/migros-nachhaltigste-detailhandlerin-der-welt\/","title":{"rendered":"Migros: die nachhaltigste Detailh\u00e4ndlerin der Welt?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Migros wirbt damit, sie sei die nachhaltigste Detailh\u00e4ndlerin der Welt. Wir haben daher untersucht, ob diese Behauptung in Bezug auf Lebensmittel gerechtfertigt ist. Denn die Ern\u00e4hrung hat grossen Einfluss auf die Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise. Mit einem gemeinsamen Marktanteil von rund 80 Prozent dominieren Migros und Coop das Schweizer Ern\u00e4hrungssystem. Ihre Nachhaltigkeitsengagements spielen darum eine wichtige Rolle.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Resultat: L\u00fccken und fehlender Ehrgeiz<\/strong><\/h2>\n\n<p>Der orangefarbene Riese hat relevante Ziele definiert, aber die Nachhaltigkeitsstrategie weist L\u00fccken auf, ist nicht ehrgeizig genug und steht manchmal sogar im Widerspruch zu den eigenen Projekten, wie der geplante Schlachthof im Kanton Freiburg zeigt.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Nachhaltigkeitsstrategie der Migros ber\u00fccksichtigt die planetaren Grenzen nicht oder nur unzureichend, obwohl sie angeblich darauf basiert. Zwei Beispiele: Die Ziele gen\u00fcgen bei Weitem nicht, um den Verlust der Biodiversit\u00e4t zu verlangsamen, und es gibt kein Ziel zur Reduktion von Stickstoff\u00fcbersch\u00fcssen, die zu grossen Teilen aus der Tierproduktion stammen. Den Klimazielen fehlt es an Ehrgeiz: Der weitaus gr\u00f6sste Teil der Emissionen der Migros-Gruppe stammt aus dem Einkauf von Produkten und Dienstleistungen (2019: 10.43 Mio. Tonnen CO2-eq). Zu diesem gewaltigen Anteil setzt sich die Migros kein Reduktionsziel.<\/p>\n\n<p>\u00abDie Migros spielt eine wichtige Rolle bei der Umstellung unseres Ern\u00e4hrungssystems. Indem sie ihr Angebot an Tierprodukten reduziert, k\u00f6nnte sie Produzent:innen und Konsument:innen helfen, ihre Produktionen bzw. Gewohnheiten zu \u00e4ndern. Aber statt ihr Sortiment anzupassen, entscheidet sie sich zum Beispiel nur daf\u00fcr, ihre Kund:innen (mit dem M-Check) \u00fcber die Umweltvertr\u00e4glichkeit von Lebensmitteln zu informieren. Sie schiebt damit die Verantwortung, \u00f6kologisch vertr\u00e4gliche Lebensmittel auszuw\u00e4hlen, den Konsument:innen zu\u00bb, erkl\u00e4rt Alexandra Gavilano, Expertin f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrungssysteme bei Greenpeace Schweiz.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neuer Schlachthof macht Nachhaltigkeitsbem\u00fchungen zunichte<\/strong><\/h2>\n\n<p>Das Beispiel des geplanten <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/96394\/schlachthofprojekt-micarna-st-aubin\/\">Schlachthofs<\/a> der Micarna zeigt, dass die Migros in diesem Fall weder ihre eigenen Ziele noch die Vorgaben der Schweizer Agrarpolitik einh\u00e4lt. Die industrielle H\u00fchnerproduktion ist stark von importiertem Kraftfutter abh\u00e4ngig und nicht an die lokalen Schweizer Verh\u00e4ltnisse angepasst. W\u00fcrden Masth\u00fchner nur mit inl\u00e4ndischem Futter gem\u00e4stet, w\u00fcrde ihr Bestand in der Schweiz um 84 Prozent zur\u00fcckgehen (zum Vergleich: Der Rinderbestand w\u00fcrde nur um 15 Prozent sinken).&nbsp;<\/p>\n\n<p>Diese Futtermittelimporte erh\u00f6hen die Stickstoff\u00fcbersch\u00fcsse und versch\u00e4rfen damit die Biodiversit\u00e4tskrise. Mit dem geplanten Ausbau der H\u00fchnerfleischproduktion, wird die Migros die Stickstoff\u00fcbersch\u00fcsse in den Schweizer B\u00f6den, Seen und Fl\u00fcssen um etwa 600 Tonnen pro Jahr erh\u00f6hen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Eine der wirksamsten Massnahmen, um die Biodiversit\u00e4t zu erhalten und das Netto-Null-Ziel zu erreichen, w\u00e4re, weniger Tierprodukte anzubieten. Mit dem neuen, gigantischen Schlachthof plant die Migros jedoch, ihre nicht nachhaltige Produktion von Schweizer Fleisch weiter auszubauen, ohne den Import von H\u00fchnerfleisch zu reduzieren oder zu stoppen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Das Projekt und die daf\u00fcr n\u00f6tigen Futtermittelimporte entsprechen auch nicht der Schweizer Agrarpolitik. Diese will den Selbstversorgungsgrad erhalten und eine standortangepasste Landwirtschaft f\u00f6rdern (Artikel 104a BV).<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kein nachhaltiges Ern\u00e4hrungssystem ohne Migros und Coop<\/strong><\/h2>\n\n<p>Die beiden orangefarbenen Detailhandelriesen haben die Macht, die aktuelle Situation zu ver\u00e4ndern. Deshalb fordern wir Migros und Coop auf, umfassende und viel ehrgeizigere Nachhaltigkeitsziele zu setzen, um ein nachhaltiges und standortangepasstes Ern\u00e4hrungssystem zu erm\u00f6glichen. Dazu m\u00fcssen sie mutig genug sein, Ver\u00e4nderungen mit grosser Hebelwirkung zu ergreifen, beispielsweise indem sie weniger Tierprodukte verkaufen.&nbsp;<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/100002\/migros-die-nachhaltigste-detailhandlerin-der-welt\/\">Publikation<\/a><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Migros wirbt damit, sie sei die nachhaltigste Detailh\u00e4ndlerin der Welt. Wir haben daher untersucht, ob diese Behauptung in Bezug auf Lebensmittel gerechtfertigt ist. 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