{"id":100714,"date":"2023-08-02T13:07:29","date_gmt":"2023-08-02T11:07:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=100714"},"modified":"2023-08-02T15:06:17","modified_gmt":"2023-08-02T13:06:17","slug":"oelunglueck-droht-in-der-nordsee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/100714\/oelunglueck-droht-in-der-nordsee\/","title":{"rendered":"\u00d6lungl\u00fcck droht in der Nordsee"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Seit \u00fcber einer Woche brennt in der niederl\u00e4ndischen Nordsee der Frachter Fremantle Highway. Es droht eine \u00f6kologische Katastrophe f\u00fcr das Wattenmeer.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Feuer auf der &#171;Fremantle Highway&#187;<\/h2>\n\n<p>Ein Frachtschiff, das rund 3800 Autos geladen hat, brennt seit der Nacht auf den 26. Juli in der Nordsee. Bislang ist der Brand nicht vollst\u00e4ndig gel\u00f6scht&nbsp;\u2013 eine der Schwierigkeiten besteht darin, dass L\u00f6schwasser das Schiff zum Kentern bringen k\u00f6nnte. Das darf auf keinen Fall passieren: Sinkt die Fremantle Highway &#8211; und verliert dabei ihren Treibstoff &#8211; droht eine Umweltkatastrophe, die auch die deutschen Nordseeinseln tr\u00e4fe.<\/p>\n\n<p>Am Freitag nach Ausbruch des Brandes konnten Bergungsexpert:innen erstmals das Schiff betreten. Die Feuer brennen mittlerweile weniger intensiv, die Temperatur auf dem Frachter ist deutlich gesunken. Am Sonntagabend konnte die Fremantle Highway schliesslich abgeschleppt werden: Sie liegt nach mehreren Stunden Fahrzeit seit Montagmittag an ihrem vorl\u00e4ufigen Ankerplatz weiter \u00f6stlich, 16 Kilometer n\u00f6rdlich der Insel Schiermonnikoog.&nbsp;<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/niedersachsen\/oldenburg_ostfriesland\/Havarierter-Autofrachter-reisst-sich-von-Ankerplatz-los,frachter732.html\" target=\"_blank\">Nach Informationen des NDR<\/a>&nbsp;wird das Schiff derzeit von zwei Schleppern an Position gehalten: In der Nacht auf Mittwoch, den 2. August, haben niederl\u00e4ndische Beh\u00f6rden die deutsche Seite dar\u00fcber in Kenntnis gesetzt, dass die Ankerkette der Fremantle Highway gerissen sei, zwischenzeitlich trieb das Schiff in Richtung deutscher Hoheitsgew\u00e4sser. Die Lage sei aber wieder unter Kontrolle.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ein Kentern, Sinken oder Auseinanderbrechen des Frachters kann nach wie vor nicht ausgeschlossen werden. \u00abDie generelle Str\u00f6mungsrichtung in der Nordsee geht ostw\u00e4rts\u00bb, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace Deutschland, und warnt vor den Folgen einer Havarie nahe der Nordseeinseln. \u00abEin solches Ungl\u00fcck w\u00fcrde demnach auch das deutsche Wattenmeer betreffen, das nicht von ungef\u00e4hr UNESCO-Weltnaturerbe ist: Das ist ein weltweit einzigartiges \u00d6kosystem.\u00bb<\/p>\n\n<p>Im Ungl\u00fccksfall drohen Verschmutzungen, die kaum beherrschbar w\u00e4ren: \u00abDie Gezeiten w\u00fcrden f\u00fcr eine weitr\u00e4umige Verteilung des \u00d6lteppichs f\u00fchren, was uns noch \u00fcber Jahre hinweg besch\u00e4ftigen w\u00fcrde\u00bb, sagt Maack. Greenpeace war bis Sonntag\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/twitter.com\/greenpeace_de\/status\/1685264268503969792\" target=\"_blank\">mit einem Team vor Ort<\/a>, um m\u00f6gliche Verschmutzungen zu recherchieren.<\/p>\n<div data-hydrate=\"planet4-blocks\/gallery\" 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F\u00fcr sie w\u00e4re eine \u00d6lkatastrophe der sichere Tod.\u00bb Hinzu k\u00e4men Hunderttausende Watv\u00f6gel aus der Arktis, die im Wattenmeer Rast machen auf dem Weg in ihre Winterquartiere. \u00abEin verheerender \u00d6lunfall ist das Letzte, was wir gerade gebrauchen k\u00f6nnen in diesem katastrophalen Sommer, in dem S\u00fcdeuropa aufgrund der Klimakrise unter einer beispiellosen Hitzewelle leidet.\u00bb<\/p>\n\n<p>Die Fremantle Highway war in Bremerhaven gestartet und unterwegs nach \u00c4gypten, als das Feuer ausbrach. Dem Bundesumweltministerium zufolge befinden sich 1600 Tonnen Schwer\u00f6l sowie weitere 200 Tonnen Marinediesel an Bord, dazu kommen die Treibstoffmengen in den transportierten Autos. Die Ursache f\u00fcr das Feuer ist noch ungekl\u00e4rt, die niederl\u00e4ndische K\u00fcstenwache hat den Verdacht ge\u00e4ussert, ein E-Auto sei in Brand geraten. Das ist allerdings bislang eine unbest\u00e4tigte Vermutung. <\/p>\n\n<p>Was selbst vergleichsweise geringe Mengen \u00d6l in der Umwelt anrichten, zeigte die Havarie des Frachtschiffs Pallas, das 1998 vor Amrum auf Grund lief. 244 Tonnen gebunkertes \u00d6l gelangten dabei ins Meer und letztlich in ein Vogelschutzgebiet. Insgesamt fielen etwa 12&#8217;000 Seev\u00f6gel, vor allem Eiderenten, sowie mehrere Dutzend Seehunde der Verschmutzung zum Opfer.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was passiert mit dem Frachter im Hafen?<\/h2>\n\n<p>Noch ist nicht gekl\u00e4rt, wann die Fremantle Highway in einen Hafen gezogen werden kann, und welcher das sein wird. Daf\u00fcr muss der Brand an Bord allerdings erst erloschen sein. Doch auch damit ist die Umweltbedrohung nicht aus der Welt geschafft. \u00abWenn ein brennender Frachter angelegt hat und man ihn gezielt l\u00f6scht, braucht man M\u00f6glichkeiten, das L\u00f6schwasser abzupumpen, so dass es nicht ins allgemeine Hafenwasser gelangt\u00bb, sagt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen gegen\u00fcber\u00a0<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/havarie-fremantle-konzepte-notfall-100.html\" target=\"_blank\">tagesschau.de<\/a>. \u00abMan muss es reinigen k\u00f6nnen, sodass man die Schadstoffe abtrennen und getrennt entsorgen kann.\u00bb<\/p>\n\n<p>Eine vern\u00fcnftige Alternative dazu, den Frachter jetzt m\u00f6glichst schnell in einen Hafen zu schleppen, g\u00e4be es nicht.\u00a0Nur dort kann eine zus\u00e4tzliche Belastung f\u00fcr die Meere weitgehend ausgeschlossen werden. \u00abDazu braucht man idealerweise ein abschottbares Hafenbecken, grosse Pumpen, grosse Aktivkohle-Filter und das entsprechende Know-how von Sanierungsfirmen\u00bb, so Santen. \u00abDas ist im Hafen deutlich einfacher hinzukriegen, als auf offener See.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber einer Woche brennt in der niederl\u00e4ndischen Nordsee der Frachter Fremantle Highway. 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