{"id":10179,"date":"2015-08-23T00:00:00","date_gmt":"2015-08-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10179\/akw-beznau-interessenkonflikte-erfordern-ruecktritte-in-der-atomaufsicht\/"},"modified":"2019-05-30T10:24:39","modified_gmt":"2019-05-30T08:24:39","slug":"akw-beznau-interessenkonflikte-erfordern-ruecktritte-in-der-atomaufsicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10179\/akw-beznau-interessenkonflikte-erfordern-ruecktritte-in-der-atomaufsicht\/","title":{"rendered":"AKW Beznau: Interessenkonflikte erfordern R\u00fccktritte in der Atomaufsicht"},"content":{"rendered":"<p><b>Die k\u00fcrzlich entdeckten Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter des AKW Beznau erfordern eine seri\u00f6se Pr\u00fcfung. Dies ist jedoch aufgrund von unannehmbaren Verkn\u00fcpfungen zwischen Atomaufsicht und Betreibern der Anlagen derzeit nicht m\u00f6glich. Greenpeace Schweiz fordert daher den Leiter des AKW Beznau und zwei weitere AKW-Mitarbeiter zum R\u00fccktritt aus den Aufsichtsgremien auf.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Die k\u00fcrzlich entdeckten Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter des AKW Beznau erfordern eine seri\u00f6se Pr\u00fcfung. Dies ist jedoch aufgrund von unannehmbaren Verkn\u00fcpfungen zwischen Atomaufsicht und Betreibern der Anlagen derzeit nicht m\u00f6glich. Greenpeace Schweiz fordert daher den Leiter des AKW Beznau und zwei weitere AKW-Mitarbeiter zum R\u00fccktritt aus den Aufsichtsgremien auf.<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/53c1d207-53c1d207-bild10.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/53c1d207-53c1d207-bild10.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Mahnwache vor dem ENSI-Hauptsitz in Brugg (AG) am 4. Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima \u00a9 Greenpeace \/ Silvana Degonda\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Seit Mitte Juli ist bekannt, dass der Reaktordruckbeh\u00e4lter von Reaktor 1 des AKW Beznau <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/das-alte-akw-mit-dem-kranken-herzen\/blog\/53596\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schwachstellen aufweist<\/a>. Das \u00e4lteste Atomkraftwerk der Welt ist herzschwach. Greenpeace Schweiz sah sich in der Forderung nach einer sofortigen Stilllegung des AKW Beznau best\u00e4rkt und verlangte, dass mindestens eine unabh\u00e4ngige Expertenkommission eingesetzt wird f\u00fcr die Untersuchung der Schwachstellen. Als mindestens ebenso wichtig erweist sich nun aber, dass die personellen Verkn\u00fcpfungen zwischen AKW-Betreibern und Atomaufsicht endlich aufgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Urs Weidmann, der Leiter des AKW Beznau, ist Mitglied der Kommission f\u00fcr Nukleare Sicherheit KNS. Die KNS ber\u00e4t die nukleare Aufsichtsbeh\u00f6rde ENSI und sollte in der Lage sein, eine unabh\u00e4ngige Zweitmeinung abzugeben. Mit dem Leiter von Beznau als eines der sieben Mitglieder der Kommission ist dies nicht m\u00f6glich. Zudem haben die KNS-Mitglieder Zugang zu vertraulichen Informationen, was bezogen auf einem AKW-Chef nicht sein d\u00fcrfte. \u00abDas ist ohnehin ein fragw\u00fcrdiger Zustand \u2013 im Zusammenhang mit den Schwachstellen im AKW Beznau ist dieser Interessenkonflikt aber schlicht fahrl\u00e4ssig\u00bb, sagt Florian Kasser, Atomexperte bei Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Interessenkonflikte sind auch beim Schweizerischen Verein f\u00fcr technische Inspektionen SVTI vorhanden. Der SVTI erl\u00e4sst die Pr\u00fcfnormen f\u00fcr verschiedene Bereiche eines Atomkraftwerks \u2013 auch f\u00fcr den Reaktordruckbeh\u00e4lter, die fehlerhafte Komponente in Beznau. Der SVTI ist zudem als Fachorganisation im Auftrag des ENSI stark an der Beurteilung der Materialfehler in Beznau 1 beteiligt. Der Leiter des AKW Leibstadt Andreas Pfeiffer ist Vorstandsmitglied des SVTI, wie auch der stellvertretender Leiter des AKW G\u00f6sgen. Die Axpo, die das AKW Beznau betreibt, ist Aktion\u00e4rin der beiden Kraftwerke, bei Leibstadt besitzt sie sogar die Aktienmehrheit.<\/p>\n<p>Angesichts der gravierenden Interessenkonflikte fordert Greenpeace die drei AKW-Mitarbeiter auf, aus den Aufsichtsgremien zur\u00fcckzutreten. Dieser Forderung hat die Umweltorganisation mit einem Brief an die zust\u00e4ndige Bundesr\u00e4tin Doris Leuthard Nachdruck verliehen. Zudem wiederholt Greenpeace die Forderung, eine unabh\u00e4ngige Expertenkommission zu schaffen, um eine von ENSI, KNS und SVTI unabh\u00e4ngige Zweitmeinung zu den Materialfehlern in Beznau zu erhalten. Diese Kommission soll aus Experten bestehen, die keine Verbindungen zur Nuklearindustrie haben. Die Involvierung von externen Experten in der ENSI-Beurteilung reicht nicht. Es braucht eine richtige Zweitmeinung.<\/p>\n<p>Wie gef\u00e4hrlich eine zu grosse N\u00e4he zwischen AKW-Betreibern und Atomaufsicht sein kann, zeigte der Atomunfall in Fukushima: Der Untersuchungsausschuss des japanischen Parlaments kam zum Schluss, dass diese N\u00e4he stark dazu beigetragen hat, dass der Unfall nicht abgewendet werden konnte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die k\u00fcrzlich entdeckten Schwachstellen im Reaktordruckbeh\u00e4lter des AKW Beznau erfordern eine seri\u00f6se Pr\u00fcfung. 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