{"id":10232,"date":"2015-08-18T00:00:00","date_gmt":"2015-08-17T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10232\/tianjin-der-weg-in-das-chemie-unglueck\/"},"modified":"2019-05-30T10:26:10","modified_gmt":"2019-05-30T08:26:10","slug":"tianjin-der-weg-in-das-chemie-unglueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10232\/tianjin-der-weg-in-das-chemie-unglueck\/","title":{"rendered":"Tianjin: Der Weg in das Chemie-Ungl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Chemieunfall auf dem Hafengel\u00e4nde von Tianjin ist noch nicht unter Kontrolle, mit den Folgen wird China noch lange zu k\u00e4mpfen haben. Ein Greenpeace-Team nimmt vor Ort Messungen vor. Und kl\u00e4rt auf.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Der Chemieunfall auf dem Hafengel\u00e4nde von Tianjin ist noch nicht unter Kontrolle, mit den Folgen wird China noch lange zu k\u00e4mpfen haben. Ein Greenpeace-Team nimmt vor Ort Messungen vor. Und kl\u00e4rt auf.<br \/><\/strong><\/p>\n<p><strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/14fc3de8-14fc3de8-180818_tianjin.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/14fc3de8-14fc3de8-180818_tianjin.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Dienstag, 18. August 2015<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Wu Hao \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Schlaflose N\u00e4chte liegen hinter dem Greenpeace-Team in China. Seit mehreren Tagen sind MitarbeiterInnen der Organisation in Tianjin vor Ort. Sie nehmen Proben, um die Lage nach dem verheerenden Chemieunfall vom vergangenen Mittwoch einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Bei der Explosion im Hafen der 7,5 Millionen-Metropole kamen mindestens 114 Menschen ums Leben, rund 70 werden noch vermisst.<\/p>\n<p>Vor allem die Ausbreitung von hochgiftigem Natriumzyanid nach einer weiteren Explosion bereitet den Greenpeace-MitarbeiterInnen Sorge. An einzelnen Stellen fanden sie im Wasser eine Zyanid-Belastung. Das Team um Yixiu Wu, Expertin f\u00fcr Schadstoffe\u00a0bei Greenpeace Ostasien, versucht derweil, die Situation besser einzusch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. Das ist schwer, denn die Angaben der chinesischen Beh\u00f6rden sind d\u00fcrftig. Unbekannt ist nach wie vor, welche Chemikalien in welchem Umfang auf dem Hafengel\u00e4nde gelagert wurden.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung ist verunsichert \u2013 bereits kleinste Mengen Natriumzyanid reichen aus, um einen Menschen zu t\u00f6ten. Das bei Raumtemperatur farblose Pulver setzt die Bergbauindustrie zur Gewinnung von Gold und Silber ein. In Verbindung mit Wasser entsteht Blaus\u00e4ure. Das Gift kann \u00fcber die Haut und die Luft aufgenommen werden. Zumindest in der N\u00e4he des Explosionszentrums k\u00f6nnen Gew\u00e4sser, B\u00f6den, Staub oder Russ mit der Chemikalie verunreinigt sein. Erste Abwasseruntersuchungen der Beh\u00f6rden \u00a0in der Evakuierungszone waren bereits positiv.<\/p>\n<p><strong>Gefahr f\u00fcr das Trinkwasser?<\/strong><\/p>\n<p>Die Zone umfasst drei Kilometer; innerhalb dieses Umkreises mussten Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Ein zu kleines Gebiet, erkl\u00e4rt Yixiu Wu. Sie fordert, das Evakuierungsgebiet auf f\u00fcnf Kilometer auszudehnen.<\/p>\n<p>\u00ab\u00dcberall, wo Rauchgas durchgezogen und Russ niedergegangen ist, muss mit giftigen Stoffen in den Ablagerungen gerechnet werden\u00bb, erkl\u00e4rt der Chemiker Manfred Santen von Greenpeace Deutschland. Der angek\u00fcndigte Regen macht die Situation nicht einfacher \u2013 die Gifte verbreiten sich mit dem ablaufenden Regenwasser und werden in umliegende Areale, Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben sowie die Kanalisation geschwemmt. Was das f\u00fcr Grundwasser, Trinkwasser und Boden bedeutet, ist laut Santen noch nicht einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>\u00abEs wird aufw\u00e4ndig, die Gegend von den Giften zu befreien\u00bb, erkl\u00e4rt Santen. Ein \u00a0ganzer Cocktail an Chemikalien sei auf die Region niedergegangen, und niemand weiss genau, was auf dem zehntgr\u00f6ssten Hafengel\u00e4nde der Welt alles lagert. Es sind viele Container mit unbekanntem Inhalt sowie Autos verbrannt, dabei entstanden mit hoher Wahrscheinlichkeit Stoffe, die unter anderem krebserregend sind.<\/p>\n<p><strong>Regierung ist mitverantwortlich<\/strong><\/p>\n<p>Yixiu Wu gibt der Regierung eine Mitschuld an der Katastrophe: Das Ungl\u00fcck sei eine Folge des nachl\u00e4ssigen Umgangs mit gef\u00e4hrlichen Chemikalien. Zwar habe die Regierung im Dezember 2011 strengere Regelungen f\u00fcr Produktion, Lagerung und Transport von Chemikalien beschlossen. Das Ungl\u00fcck zeige aber, dass diese unzureichend seien. So w\u00fcrden die chinesischen Beh\u00f6rden die Einhaltung viel zu nachl\u00e4ssig kontrollieren.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte auch erkl\u00e4ren, weshalb laut Medienberichten 700 Tonnen\u00a0Zyanid auf dem Gel\u00e4nde waren. Erlaubt waren offenbar nur zehn Tonnen der gef\u00e4hrlichen Substanz. Ebenso bestehen Zweifel, ob das f\u00fcr die Lagerhallen verantwortliche Unternehmen Ruihai Logistics Company alle Gefahreng\u00fcter ordnungsgem\u00e4ss gemeldet hat. Denn die Beh\u00f6rden haben bislang nichts \u00fcber Art und Menge der Chemikalien ver\u00f6ffentlich. So k\u00f6nnte auch die Feuerwehr durch fehlende Informationen von anderen Materialien ausgegangen sein.\u00a0Sie hatte versucht, den ersten Brand mit Wasser zu l\u00f6schen. Vermutlich explodierte das ebenfalls am Explosionszentrum gelagerte Karbid &#8211; eine Chemikalie f\u00fcr die Herstellung von D\u00fcngemitteln\u00a0&#8211;\u00a0in Verbindung mit Wasser. Viele Einsatzkr\u00e4fte starben.<\/p>\n<p>\u00abEs ist bereits die dreizehnte Explosion in einem Chemie-Unternehmen in diesem Jahr\u00bb, erkl\u00e4rt Yixiu Wu. Die Regierung m\u00fcsse endlich daf\u00fcr sorgen, dass die Vorschriften ohne Schlupfl\u00f6cher umgesetzt werden.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr>\n<p>Unterst\u00fctzen Sie Greenpeace mit einer Mitgliedschaft, denn wir bleiben zum Schutze der Umwelt hartn\u00e4ckig am Ball:<\/p>\n<p><a title=\"Jetzt Mitglied werden!\" href=\"https:\/\/spenden.greenpeace.ch\/live\/membership\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/116265_193809.jpg\" alt=\"\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chemieunfall auf dem Hafengel\u00e4nde von Tianjin ist noch nicht unter Kontrolle, mit den Folgen wird China noch lange zu k\u00e4mpfen haben. Ein Greenpeace-Team nimmt vor Ort Messungen vor. 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