{"id":10249,"date":"2015-07-23T00:00:00","date_gmt":"2015-07-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10249\/das-alte-akw-mit-dem-kranken-herzen\/"},"modified":"2019-05-30T10:26:40","modified_gmt":"2019-05-30T08:26:40","slug":"das-alte-akw-mit-dem-kranken-herzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10249\/das-alte-akw-mit-dem-kranken-herzen\/","title":{"rendered":"Das alte AKW mit dem kranken Herzen"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine Ultraschall-Untersuchung hat im Innern des AKW Beznau 1 Beunruhigendes zu Tage gebracht. Der Reaktordruckbeh\u00e4lter, das Herzst\u00fcck der Anlage, hat Schwachstellen. Nach diesem Befund gibt es nur eine vern\u00fcnftige Reaktion: Die definitive Abschaltung des \u00e4ltesten AKW der Welt.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Eine Ultraschall-Untersuchung hat im Innern des AKW Beznau 1 Beunruhigendes zu Tage gebracht. Der Reaktordruckbeh\u00e4lter, das Herzst\u00fcck der Anlage, hat Schwachstellen. Nach diesem Befund gibt es nur eine vern\u00fcnftige Reaktion: Die definitive Abschaltung des \u00e4ltesten AKW der Welt.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/bf92745c-bf92745c-gp0sto933_web_size.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/bf92745c-bf92745c-gp0sto933_web_size.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Die Herzschw\u00e4che des AKW Beznau best\u00e4tigt die Kritik von Greenpeace: Aktion im M\u00e4rz 2014 \u00a9 Greenpeace \/ Christian Schmutz\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Um diesen Patienten hatte sich Greenpeace schon lange Sorgen gemacht: Das AKW Beznau, das \u00e4lteste seiner Art weltweit. Das Alter allein w\u00e4re schon gen\u00fcgend Grund zur Sorge. Denn bei Atomkraftwerken ist es nicht viel anders als bei Menschen \u2013 mit dem Alter nehmen die Gebrechen zu. Und nun zeigt sich, dass der 46-j\u00e4hrige Greisen-Reaktor Beznau 1 Probleme am Herzen hat: Der Reaktordruckbeh\u00e4lter weist Schwachstellen auf \u2013 und das ist jener Teil des AKW, der auf keinen Fall versagen darf. Denn im Reaktordruckbeh\u00e4lter befinden sich die radioaktiven Brennst\u00e4be, hier findet die nukleare Kettenreaktion statt. Geht der Beh\u00e4lter kaputt, kommt es zum Super-GAU.<\/p>\n<p><strong>Reparatur unm\u00f6glich<br \/><\/strong>Wie stark geschw\u00e4cht ist das Herz von Beznau 1? Klare Antworten auf diese Frage gibt es momentan keine, und auch sonst sind noch viele Fragen offen. Auf jeden Fall bleibt der derzeit f\u00fcr die Jahresrevision ohnehin abgestellte Reaktor f\u00fcr eine genaue Pr\u00fcfung der Schwachstellen l\u00e4nger vom Netz \u2013 mindestens bis Ende Oktober. Die lange Abschaltung allein ist schon ein klarer Hinweis, dass es sich bei der Herzschw\u00e4che nicht um einen Bagatell-Fall handelt. Besorgniserregend ist auch, dass die Schwachstellen im sogenannten Grundmaterial des Reaktordruckbeh\u00e4lters sind. Das heisst, sie befinden sich in der Stahlwand des Beh\u00e4lters und nicht beispielsweise an Schweissn\u00e4hten. Und das wiederum bedeutet: Eine Reparatur ist h\u00f6chstwahrscheinlich unm\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Diagnose eindeutig<br \/><\/strong>Die Diagnose ist klar: Das AKW Beznau ist herzschwach. Und die einzige echte Therapie auch: Kein Stress mehr, die Arbeit einstellen, in den Ruhestand gehen. Zu bef\u00fcrchten ist jedoch, dass der Doktor \u2013 die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI \u2013 sich nicht dazu durchringen wird, diese Therapie anzuordnen. Eine unabh\u00e4ngige Zweitmeinung einer Expertenkommission w\u00e4re hier schon einmal ein wichtiger Schritt. Zudem fordert Greenpeace mehr Transparenz: Bei einem menschlichen Patienten ist die \u00e4rztliche Schweigepflicht sinnvoll. Nicht aber hier, wo der Patient bei seinem Ableben hunderttausende Menschen sch\u00e4digen w\u00fcrde. ENSI und Axpo m\u00fcssen die ganze Krankenakte von Beznau offenlegen: Analysen, Studien, Berichte et cetera.<\/p>\n<p><strong>Abschaltung verweigert<br \/><\/strong>Beunruhigend ist schliesslich auch die Vorstellung, dass es in Beznau noch einen zweiten Patienten geben k\u00f6nnte: den Reaktor 2, nur gerade zwei Jahre j\u00fcnger als sein Nachbar. Das ENSI hat sich leider geweigert, diesen ebenfalls sofort abzuschalten und auf Herz und Nieren zu pr\u00fcfen. Aufgrund der Herzschw\u00e4che von Reaktor 1 w\u00e4re dies angebracht gewesen. Denn hier steht eine genaue Diagnose noch aus.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Ultraschall-Untersuchung hat im Innern des AKW Beznau 1 Beunruhigendes zu Tage gebracht. 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