{"id":10305,"date":"2015-06-16T00:00:00","date_gmt":"2015-06-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10305\/an-apple-a-day-gift-cocktails-in-apfelplantagen\/"},"modified":"2022-03-31T13:14:50","modified_gmt":"2022-03-31T11:14:50","slug":"an-apple-a-day-gift-cocktails-in-apfelplantagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10305\/an-apple-a-day-gift-cocktails-in-apfelplantagen\/","title":{"rendered":"\u00abAn apple a day?\u00bb: Gift-Cocktails in Apfelplantagen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wir haben europaweit Apfelplantagen auf Pestizidr\u00fcckst\u00e4nde untersucht. Die Laborresultate sind erschreckend: Boden- und Wasserproben sind zum Teil mehrfachbelastet \u2013 auch in der Schweiz i<strong>st die Situation alarmierend<\/strong>.\u00a0<\/strong><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<p>\u00abAn apple a day keeps the doctor away.\u00bb Der t\u00e4gliche Apfel ist ein n\u00e4hrstoff- und vitaminreiches Lebensmittel. Und gesund. Das wurde uns so jedenfalls schon in Kindertagen eingebl\u00e4ut. Im Grundsatz stimmt das. Bloss: M\u00f6glicherweise gilt das nur f\u00fcr \u00f6kologisch produzierte Fr\u00fcchte. Bei konventionell angebauten \u00c4pfeln k\u00f6nnte es anders aussehen.<\/p>\n<p>Der t\u00e4gliche Apfel k\u00f6nnte mit Hilfe von giftigen Chemikalien produziert worden sein: Das jedenfalls l\u00e4sst der Testbericht\u00a0\u00abDer bittere Nachgeschmack der europ\u00e4ischen Apfelproduktion und wie \u00f6kologische L\u00f6sungen aussehen\u00bb\u00a0vermuten:\u00a0Wir liessen in zw\u00f6lf europ\u00e4ischen L\u00e4ndern 36 Wasser- und 49 Bodenproben aus Apfelplantagen auf R\u00fcckst\u00e4nde von Pestiziden untersuchen. 64 dieser Stichproben wiesen R\u00fcckst\u00e4nde auf, \u00fcber die H\u00e4lfte war mehrfach belastet. Schlusslicht war eine Bodenprobe mit 13 verschiedenen Giften. Insgesamt fanden sich 53 Pestizide, darunter besonders giftige wie DDT und hormonell wirksame Substanzen wie Endosulfan. 20 der Gifte sind extrem best\u00e4ndig und lassen sich daher \u00fcber Jahrzehnte in der Umwelt finden. Einige der analysierten Substanzen sind mittlerweile verboten, jedoch noch immer auffindbar. Kommen hohe Gef\u00e4hrdung und lange Best\u00e4ndigkeit zusammen, sind die Gifte besonders bedenklich. <a title=\"Pestizide und Krankheiten\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/krebs-als-parkinson-zusammenhang-mit-pestizid\/blog\/52858\/\">Greenpeace hatte im Mai\u00a0aufgezeigt, dass Pestizide die Gesundheit vor allem von LandwirtInnen, ihren Familien und Menschen in den Anbaugebieten gef\u00e4hrden \u2013 und die Artenvielfalt dramatisch reduzieren.<\/a><\/p>\n<p><strong>Pestizid-Cocktails am Bodensee<\/strong><\/p>\n<p>In der Schweiz nahmen wir am Bodensee sieben Boden- und sechs Wasserproben. Darin konnten neun verschiedene Pestizide nachgewiesen werden mit bis zu f\u00fcnf Pestiziden in einer einzigen Probe. Darunter waren Gifte, die sowohl umweltgef\u00e4hrlich sind (zum Beispiel f\u00fcr Fr\u00f6sche und andere Wasserlebewesen), als auch ein Risiko f\u00fcr die menschliche Gesundheit darstellen. Bedenklich sind auch die Tests von Bl\u00fcten aus vier Apfelplantagen: Alle Proben enthielten sechs bis neun Pestizide oder deren Abbauprodukte. H\u00f6chste Konzentrationen wiesen das Insektizid Chlorpyrifosmethyl und das Fungizid Iprodion auf. Chlorpyrifos kann Entwicklungs- oder Verhaltensst\u00f6rungen bei Kindern ausl\u00f6sen und steht im Verdacht, Krebs sowie neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson zu beg\u00fcnstigen. Zudem ist es extrem sch\u00e4dlich f\u00fcr Bienen und andere Best\u00e4uber \u2013 wie auch die gefundenen Wirkstoffe Lufenuron und Pirimicarb. Bienen besuchen Apfelbl\u00fcten regelm\u00e4ssig und k\u00f6nnen mit diesen Giften in Kontakt kommen. Besonders riskant sind sich erg\u00e4nzende Effekte: Fungizide, die f\u00fcr Bienen als unbedenklich erachtet wurden, k\u00f6nnen f\u00fcr diese giftig sein in Kombination mit anderen Pestiziden.<\/p>\n<p><strong>Eine moderne, \u00f6kologische Landwirtschaft ist m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Die teils sehr hohen Gift-Konzentrationen deuten darauf hin, dass die Plantagen kurz vorher gespritzt wurden. Wenn die Apfelknospen aufbrechen, beginnt die Spritzsaison. Bis drei Wochen vor der Ernte werden Apfelplantagen rund zwanzigmal gespritzt. \u00abDie Testserie gibt Einblick in den Alltag der konventionellen Apfelproduktion, wo gesundheits- und umweltgef\u00e4hrdende Gifte eingesetzt werden. Ein solches System ist krank und macht krank. Es braucht einen Wechsel hin zu einer pestizidfreien Landwirtschaft und nur noch Investitionen in die Weiterentwicklung \u00f6kologischer Anbaumethoden\u00bb, sagt Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace Schweiz.<\/p>\n<p>Dass eine giftfreie Apfelproduktion machbar ist, zeigen die langj\u00e4hrige Praxiserfahrung von Obstbauern, die bereits heute chemiefrei arbeiten, sowie einige vielversprechende Forschungsprojekte. Die Rezepte sind unter anderem: Begleitpflanzen in Apfelplantagen, die N\u00fctzlinge anziehen und die Bodengesundheit f\u00f6rdern, der Einsatz von Verwirrstoffen gegen den Apfelwickler oder die Nutzung standortangepasster und robuster Sorten. Es gibt chemiefreie L\u00f6sungen; sie m\u00fcssen nur gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p><a class=\"zoom\" title=\"do you know who grew it?\" href=\"http:\/\/www.iknowwhogrewit.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Entziehen wir den grossen Agrochemiekonzernen die Kontrolle \u00fcber unser Essen. Werde Teil der globalen Bewegung f\u00fcr gesunde und \u00f6kologische Lebensmittel. Schliess dich uns an auf www.iknowwhogrewit.org.<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben europaweit Apfelplantagen auf Pestizidr\u00fcckst\u00e4nde untersucht. 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