{"id":10310,"date":"2015-06-29T00:00:00","date_gmt":"2015-06-28T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10310\/schulterklopfen-und-eigenlob-nach-akw-stresstest\/"},"modified":"2019-05-30T10:28:31","modified_gmt":"2019-05-30T08:28:31","slug":"schulterklopfen-und-eigenlob-nach-akw-stresstest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10310\/schulterklopfen-und-eigenlob-nach-akw-stresstest\/","title":{"rendered":"Schulterklopfen und Eigenlob nach AKW-Stresstest"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rden der europ\u00e4ischen L\u00e4nder haben versagt bei der Aufgabe, die Lehren aus der Fukushima-Katstrophe zu ziehen und von den AKW-Betreibern konsequent Nachr\u00fcstungen zu fordern. Das sind die Ergebnisse einer Greenpeace-Studie, die heute in Br\u00fcssel ver\u00f6ffentlicht wurde. Auch die Schweizer Atombeh\u00f6rde kommt darin schlecht weg.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rden der europ\u00e4ischen L\u00e4nder haben versagt bei der Aufgabe, die Lehren aus der Fukushima-Katstrophe zu ziehen und von den AKW-Betreibern konsequent Nachr\u00fcstungen zu fordern. Das sind die Ergebnisse einer Greenpeace-Studie, die heute in Br\u00fcssel ver\u00f6ffentlicht wurde. Auch die Schweizer Atombeh\u00f6rde kommt darin schlecht weg.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/18d73014-18d73014-gp02hmc_web_size.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/18d73014-18d73014-gp02hmc_web_size.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Die europ\u00e4ischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rden haben nichts gelernt aus Fukushima: Greenpeace-Projektion auf dem AKW M\u00fchleberg nach der Katastrophe in Japan 2011 \u00a9 Jacob Marcus Balzani L\u00f6\u00f6v\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Im Nachgang der Katastrophe 2011 wurde verk\u00fcndet, die Atomkraftwerke des Kontinents w\u00fcrden einem strengen Stresstest unterzogen. Dieser Belastungstest ist zwar durchgef\u00fchrt worden, doch ist dieser weder streng, noch h\u00e4tte er zu handfesten Vorkehrungen gegen die Risiken eines Atomunfalls gef\u00fchrt. Die Schweizer Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI macht da keine Ausnahme. Obwohl seit der Katastrophe 2011 Aktionspl\u00e4ne und Massnahmen in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden verk\u00fcndet werden, ist in den Schweizer Atomkraftwerken nicht viel passiert. Einige Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Gefestigte <strong>Grundlagen zum Erdbeben-Risiko fehlen<\/strong> weiterhin. Das entsprechende Projekt \u00abPegasos\u00bb ist mittlerweile seit gut 15 Jahren in Gang; der Abschluss wurde trotz Fukushima auf die lange Bank geschoben. Es bleibt v\u00f6llig unklar, wann das Projekt zu einem Abschluss kommt und damit auch, wie gef\u00e4hrdet die Schweizer AKW durch Erdbeben sind<\/li>\n<li>Die <strong>Berechnungen zum Ausmass und entsprechend den Folgen eines Hochwassers<\/strong> beruhen weiterhin auf veralteten Grundlagen<\/li>\n<li>Das <strong>Risiko von Wasserstoff-Explosionen<\/strong> wurde erst auf dem Papier analysiert. Konkrete Nachr\u00fcstungsmassnahmen m\u00fcssen erst umgesetzt werden<\/li>\n<li>Die <strong>K\u00fchlung der Brennelementbecken<\/strong> in Beznau und M\u00fchleberg wurde weiterhin nicht verbessert, die urspr\u00fcnglich gesetzten Fristen wurden von ENSI und Betreibern ignoriert<\/li>\n<li>Das ENSI hat darauf verzichtet, in M\u00fchleberg eine zweite <strong>erdbebenfeste K\u00fchlwasserquelle<\/strong> zu verlangen, wie es das kurz nach Fukushima verlangt hatte<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zentrale Sicherheitsfragen nicht ber\u00fccksichtigt<\/strong><\/p>\n<p>Doch es hapert nicht nur bei den Konsequenzen, die aus dem Stresstest gezogen werden. Der Test ist an und f\u00fcr sich schon v\u00f6llig unzureichend, denn zentrale Sicherheitsfragen wurden nicht ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n<ul>\n<li>Die <strong>Gefahren alternder AKW<\/strong> wurden im Stresstest schlicht ausgeblendet. Das ist grobfahrl\u00e4ssig im Land, in dem die \u00e4ltesten Reaktoren weltweit in Betrieb sind \u2013 in Beznau steht gar der \u00e4lteste Reaktor auf dem Planeten<\/li>\n<li>Auch der offensichtlich <strong>miserable Schutz der Schweizer Anlagen gegen Flugzeugabst\u00fcrze, Sabotage oder Terroranschl\u00e4ge<\/strong> wurde nicht getestet<\/li>\n<li>Der Stresstest wurde am Schreibtisch gemacht. So konnte es beispielsweise passieren, <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/bohrloecher-im-kkw-leibstadt-auch-das-ensi-st\/blog\/49874\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">dass L\u00f6cher in der Schutzh\u00fclle des AKW Leibstadt sechs Jahre lang unbemerkt blieben<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Sicherheitsrisiken und Bremskl\u00f6tze<\/strong><\/p>\n<p>Die Bilanz ist deshalb ern\u00fcchternd. Schulterklopfen und Eigenlob: Das sind die einzigen konkreten Ergebnisse des AKW-Stresstests, viereinhalb Jahre nach Fukushima. Schlimmer noch: AKW-freundliche Kreise benutzen die unzul\u00e4nglichen Stresstests mantra-artig als Argument f\u00fcr eine unverantwortliche Atompolitik. \u00abWeiterlaufen lassen so lange sicher!\u00bb heisst die daraus abgeleitete, scheinheilige Losung, die in Bern noch immer eine Mehrheit findet.<\/p>\n<p>Damit wird nicht nur ein gef\u00e4hrliches Spiel mit der Sicherheit der Bev\u00f6lkerung getrieben; ohne Abschaltdatum wirken die AKW auch als gigantische Bremskl\u00f6tze f\u00fcr die Energiewende. Denn wer will schon in erneuerbare Energien investieren, wenn er oder sie nicht weiss, wann die AKW diesen endlich Platz machen? Statt sich auf die Schultern zu klopfen und Eigenlob zu verteilen, m\u00fcssten die Strombranche und ihre Verb\u00fcndeten endlich erkennen, dass das Atomzeitalter vor\u00fcber ist. Oder anders gesagt: Einfach mal abschalten. Und zwar richtig.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/bit.ly\/1dsIcbd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Die Greenpeace-Studie zu den europ\u00e4ischen Stresstests im Original (englisch)<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Atomaufsichtsbeh\u00f6rden der europ\u00e4ischen L\u00e4nder haben versagt bei der Aufgabe, die Lehren aus der Fukushima-Katstrophe zu ziehen und von den AKW-Betreibern konsequent Nachr\u00fcstungen zu fordern. Das sind die Ergebnisse einer&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":10177,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-10310","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10310"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10310\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10177"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10310"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=10310"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=10310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}