{"id":10391,"date":"2015-05-26T00:00:00","date_gmt":"2015-05-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10391\/kongo-holzhandel-im-chaos-2\/"},"modified":"2019-05-30T10:30:31","modified_gmt":"2019-05-30T08:30:31","slug":"kongo-holzhandel-im-chaos-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10391\/kongo-holzhandel-im-chaos-2\/","title":{"rendered":"Kongo: Holzhandel im Chaos"},"content":{"rendered":"<p><b>Misshandelte Arbeiter, leere Versprechen, Korruption und illegaler Holzeinschlag \u2013 nach zwei Jahren Recherchen bringt Greenpeace Afrika erschreckende Vorg\u00e4nge \u00fcber den Holzhandel im Kongo zu Tage.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/602facde-602facde-150526_drc.jpg\"> <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/602facde-602facde-150526_drc.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/div>\n<div class=\"events-content\"><span class=\"date\">Dienstag, 26. Mai 2015<\/span><br \/>\nKinder in der Waldregion der DR Kongo \u00a9 Cl\u00e9ment Tardif \/ Greenpeace<\/div>\n<\/div>\n<p>Die W\u00e4lder des Kongobeckens bilden das zweitgr\u00f6sste Tropenwaldgebiet der Welt. Sie gelten als zweite Lunge der Erde oder als \u00abdie Lunge Afrikas\u00bb, denn sie spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Weltklimas. Sie sind Heimat und Lebensgrundlage von Menschen und einer teils noch unerforschten Artenvielfalt. Die meisten dieser W\u00e4lder liegen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC). <a title=\"Kongo-Report\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Trading_Chaos.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bei zweij\u00e4hrigen Recherchen hat Greenpeace Afrika dort Misshandlungen von Arbeitern, Betrug, Korruption und illegalen Holzhandel festgestellt \u2013 Praktiken des Holzexporteur Cotrefor<\/a>\u00a0(Report in englischer Sprache).<\/p>\n<p>Das libanesische Unternehmen steht zurzeit an der Spitze der Waldzerst\u00f6rer, die\u00a0 im Kongo Edelh\u00f6lzer schlagen und exportieren. Greenpeace Afrika untersuchte die Holzkonzessionen von Cotrefor und sammelte schockierende Berichte \u00fcber Misshandlungen der Mitarbeitenden, unbezahlte Steuern, leere Versprechen an DorfbewohnerInnen und Unregelm\u00e4ssigkeiten im Holzeinschlag. Die Firma l\u00e4sst mehr tropische B\u00e4ume f\u00e4llen, als unter den zugeteilten Quoten erlaubt, darunter auch bedrohte Baumarten wie Afrormosia.<strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nCotrefors Aktivit\u00e4ten tragen zur Zerst\u00f6rung von Lebensr\u00e4umen bedrohter Arten bei \u2013 etwa des nur noch dort vorkommenden Bonobo-Menschenaffen, einem der engsten Verwandten des Menschen. Aber auch lokale Gemeinden leiden zunehmend unter Cotrefor: Die Firma vers\u00e4umt es konsequent, die Vertr\u00e4ge f\u00fcr den Einschlag in ihren Konzessionen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>Tropenholz-Export auch nach Europa<\/strong><\/p>\n<p>Holzwaren von Cotrefor sind \u00fcberall auf internationalen M\u00e4rkten zu finden, auch in Europa. Die Recherchen belegen Exporte von Cotrefor-Holz nach Grossbritannien, Spanien, Portugal, die USA und China. Auch ein deutsches Unternehmen wurde als Abnehmer identifiziert. Ob sie jedoch nach der\u00a0<a title=\"EU-Holzhandelsverordnung\" href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/environment\/eutr2013\/index_en.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">EU-Holzhandelsverordnung (EUTR)<\/a>\u00a0illegale Holzwaren auf den Markt gebracht hat, muss nun von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden ermittelt werden. Denn unter der EUTR m\u00fcssen Firmen vor dem Kauf den Ursprung der Holzwaren bewerten und bei Verdacht auf Illegalit\u00e4t von dem Handel mit Waren aus fragw\u00fcrdiger Herkunft absehen.<\/p>\n<p>\u00abEs bleibt jedoch abzuwarten, ob die EUTR eine entscheidende Ver\u00e4nderung bewirkt\u00bb, sagt Jannes Stoppel, Greenpeace-Experte f\u00fcr W\u00e4lder. \u00abNoch fehlt es an rigorosen Kontrollen und abschreckender Bestrafung. Illegaler Holzhandel muss st\u00e4rker ermittelt werden. Und solange die Beh\u00f6rden die EUTR nicht gleichm\u00e4ssig und abschreckend umsetzen, werden der Kongo-Tropenwald und seine Bewohner weiter von Firmen wie Cotrefor ausgebeutet.\u00bb<\/p>\n<p>Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass illegales Cotrefor-Holz auch in der Schweiz landet: B.A.M. (Bois d&#8217;Afrique Mondiale) ist ein in Luzern ans\u00e4ssiger Holzh\u00e4ndler, welcher Holz im Kongo einkauft und in Europa weiterverkauft. <a title=\"BAM-Holzlieferung\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/illegales-tropenholz-erster-verdachtsfall-in-\/blog\/46241\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dieser war bereits im 2013 f\u00fcr eine illegale Holzlieferung verantwortlich, konnte daf\u00fcr aber nicht strafrechtlich belangt werden<\/a>.\u00a0Die Schweiz verf\u00fcgt im Gegensatz zu den EU-L\u00e4ndern noch nicht mal \u00fcber ein Regulierung.\u00a0 Eine gesetzliche Grundlage zur Verhinderung von\u00a0 illegalen Holzhandel ist erst in Diskussion und k\u00f6nnte fr\u00fchstens Mitte 2017 in Kraft treten.<\/p>\n<p><strong>Korruption und mangelnde Transparenz<\/strong><\/p>\n<p>Illegaler Holzeinschlag in Verbindung mit Korruption und mangelndem politischen Willen geh\u00f6ren zu den Gr\u00fcnden, warum der Regenwald im Kongo zunehmend bedroht ist. Der Forstmanagement-Sektor des Landes ist ein organisiertes Chaos \u2013 ein Zustand, der zu einem grossen Teil von Beamten und Unternehmen zu ihrem eigenen Vorteil hergestellt wurde. Die Institutionen, die die Forst- und Landnutzungsgesetze regeln und durchsetzen sollen, bleiben unt\u00e4tig.<\/p>\n<p>\u00abEs mangelt an Transparenz\u00bb, kritisiert Stoppel. \u00abVertr\u00e4ge f\u00fcr Einschlagskonzessionen werden gar nicht oder erst nach Jahren und unter Missachtung der nationalen Gesetze \u00f6ffentlich gemacht.\u00bb, Deshalb st\u00fcnden kaum offizielle und zuverl\u00e4ssige Daten \u00fcber Einschlagsgenehmigungen, Produktionspraxis und Export zur Verf\u00fcgung. \u00abKorruption ist weit verbreitet, und illegale Aktivit\u00e4ten in den industriellen Holz-Einschlagsgebieten sind in der Demokratischen Republik Kongo die Norm.\u00bb<\/p>\n<p>Und Raoul Monsembula, Leiter des Greenpeace-B\u00fcros in der DRC, sagt:\u00a0\u00abBei der schwachen Umsetzung der Gesetze im Forstsektor der Demokratischen Republik Kongo scheint es kaum verwunderlich, dass die Ausfuhr illegal und zerst\u00f6rerisch geschlagener H\u00f6lzer auf der Tagesordnung steht. Exporte bedeuten, dass immer noch H\u00e4ndler bereit sind, Holzwaren aus illegaler oder zumindest zweifelhafter Herkunft zu beziehen. Die Regierungen in den Einfuhrl\u00e4ndern sind nicht in der Lage die bestehend EU-Holzhandelsverordnung und internationalen Gesetze abschreckend umzusetzen um illegalen Holzhandel zu verhindern.\u00bb<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Misshandelte Arbeiter, leere Versprechen, Korruption und illegaler Holzeinschlag \u2013 nach zwei Jahren Recherchen bringt Greenpeace Afrika erschreckende Vorg\u00e4nge \u00fcber den Holzhandel im Kongo zu Tage. Dienstag, 26. 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