{"id":10394,"date":"2015-04-27T00:00:00","date_gmt":"2015-04-26T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10394\/verhuelltes-risiko\/"},"modified":"2019-05-30T10:30:36","modified_gmt":"2019-05-30T08:30:36","slug":"verhuelltes-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10394\/verhuelltes-risiko\/","title":{"rendered":"Verh\u00fclltes Risiko"},"content":{"rendered":"<p><b>29 Jahre nach dem Super-GAU bleibt die Reaktorruine Tschernobyl gef\u00e4hrlich. Die geplante Sicherung mit einer Schutzh\u00fclle l\u00f6st das Problem nicht dauerhaft, so eine Greenpeace-Studie.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>29 Jahre nach dem Super-GAU bleibt die Reaktorruine Tschernobyl gef\u00e4hrlich. Die geplante Sicherung mit einer Schutzh\u00fclle l\u00f6st das Problem nicht dauerhaft, so eine Greenpeace-Studie.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ea789453-ea789453-gp02bzc.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/ea789453-ea789453-gp02bzc.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Auch fast 30 Jahre nach dem Atomunfall geht vom Ungl\u00fccksreaktor eine grosse Gefahr aus: Strahlenmessung bei der AKW-Ruine in Tschernobyl (\u00a9 Jan Grarup \/ Noor \/ Greenpeace)\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Als Reaktor 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl am 26. April 1986 explodierte, verseuchte der radioaktive Fallout grosse Teile Europas. Die Folgen waren verheerend: Hunderte Menschen starben bei dem Ungl\u00fcck oder den sp\u00e4teren Aufr\u00e4umarbeiten an zu hohen Strahlendosen; Tausende leiden noch heute unter den Folgen der damaligen nuklearen Verseuchung. Tschernobyl brachte die Welt zum Nachdenken \u00fcber die hochgef\u00e4hrliche Atomkraft.<\/p>\n<p>Doch auch 29 Jahre sp\u00e4ter bleiben der havarierte Reaktor und die hochradioaktiven \u00dcberreste aus Atombrennst\u00e4ben und Baustoffen in seinem Inneren ein ungel\u00f6stes Problem. Korrosion und das Alter haben den Sarkophag br\u00fcchig gemacht, es droht Einsturzgefahr. In seinem Kern lagern \u00a0etwa eineinhalb Tonnen radioaktiven Staubs, der bei einem Einsturz des Geb\u00e4udes die Umgebung bis in 50 Kilometer Entfernung kontaminieren k\u00f6nnte. Zudem sammelt sich radioaktives Wasser in der Ruine, das bereits ins Grundwasser sickert.<\/p>\n<p>\u00abDie Atomruine in Tschernobyl ist hochgef\u00e4hrlich\u00bb, sagt Heinz Smital, Greenpeace-Experte f\u00fcr Atomenergie. \u00abAuch nach 29 Jahren kann unkontrolliert Radioaktivit\u00e4t austreten. Die Sicherung des br\u00fcchigen Sarkophags ist schwieriger denn je.\u00bb<\/p>\n<p><strong>H\u00fclle f\u00fcr Reaktor-Ruine fr\u00fchestens 2017 fertig<br \/><\/strong>Derzeit wird eine 257 Meter breite, 162 Meter lange und 108 Meter hohe Hallenkonstruktion in zwei Teilen abseits des Unfall-Reaktors gefertigt. Diese soll dann in einer enormen Anstrengung \u00fcber die Ruine geschoben werden. Zu Beginn des Projekts im Jahr 1997 gingen die planenden Ingenieure davon aus, die Schutzh\u00fclle innerhalb von acht oder neun Jahren fertigzustellen. Mittlerweile ist damit fr\u00fchestens im November 2017 zu rechnen. Die Gefahr, dass der marode Sarkophag vorher einst\u00fcrzen k\u00f6nnte, ist gross \u2013 <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/sites\/www.greenpeace.de\/files\/publications\/greenpeace_report_29_jahre_nach_tschernobyl.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">das zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie.<\/a><\/p>\n<p>Auch haben sich die Kosten f\u00fcr die neue Schutzh\u00fclle bereits mehr als verdreifacht. Die derzeitigen Sch\u00e4tzungen gehen von 2,15 Milliarden Euro f\u00fcr deren Bau aus. Die EU und 42 L\u00e4nder haben in den vergangenen Jahren bereits rund 1,5 Milliarden Euro in den Tschernobyl Shelter Fund (CSF) eingezahlt, den die Europ\u00e4ische Bank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) f\u00fcr die Finanzierung eingerichtet hat.<\/p>\n<p><strong>Konzept und Finanzierungsplan fehlen<br \/><\/strong>Doch es klafft noch immer eine L\u00fccke von 615 Millionen Euro. Auf einer neuen Geberkonferenz will die deutsche Regierung diese im Rahmen ihrer G7-Pr\u00e4sidentschaft schliessen. Auch die Schweiz ist an der Finanzierung des Sarkophags beteiligt \u2013 in einem Dossier des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft (SECO) von Ende des letzten Jahres ist von einem geplanten zus\u00e4tzlichen Betrag von h\u00f6chstens sechs Millionen Franken die Rede. Sollte die Schutzh\u00fclle Ende 2017 einsatzbereit sein, muss nach derzeitiger Regelung allein die Ukraine ihren laufenden Betrieb und s\u00e4mtliche anfallenden Kosten \u00fcbernehmen. Ein zus\u00e4tzliches Risiko in dem krisengesch\u00fcttelten Land.<\/p>\n<p>Die milliardenteure Konstruktion ist insgesamt nur f\u00fcr 100 Jahre ausgerichtet. In dieser Zeit muss der zerst\u00f6rte Reaktor samt hochradioaktiver Masse aus geschmolzenen Brennelementen und Baustoffen r\u00fcckgebaut, geborgen und entsorgt werden. Daf\u00fcr fehlen bislang sowohl ein Konzept als auch ein Finanzierungsplan. Experten gehen aber von weiteren Milliarden Euro Kosten aus. Ob der explodierte Reaktor unter den gegebenen technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jemals in ein \u00f6kologisch sicheres System \u00fcberf\u00fchrt werden kann, bleibt zweifelhaft.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>29 Jahre nach dem Super-GAU bleibt die Reaktorruine Tschernobyl gef\u00e4hrlich. 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