{"id":104981,"date":"2023-12-14T09:13:01","date_gmt":"2023-12-14T08:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=104981"},"modified":"2023-12-14T09:13:04","modified_gmt":"2023-12-14T08:13:04","slug":"nach-der-cop28-viel-zu-gewinnen-aber-auch-viel-zu-verlieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/104981\/nach-der-cop28-viel-zu-gewinnen-aber-auch-viel-zu-verlieren\/","title":{"rendered":"Nach der COP28: Viel zu gewinnen, aber auch viel zu verlieren"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die COP28 ist zu Ende. Der Abschlusstext, auf den sich die Teilnehmenden der Klimakonferenz geeinigt haben, ist nicht das historische Abkommen, das die Menschheit angesichts der Klimakrise braucht: Er ist jedoch ein erster Schritt zur Anerkennung des notwendigen und vollst\u00e4ndigen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen und ein klares Signal f\u00fcr eine Beschleunigung der Energiewende. Ein wichtiger Wandel, der auch in der Schweiz rasch umgesetzt werden muss<\/strong><\/p>\n\n<p>Nach einem turbulenten Endspurt verabschieden sich die anwesenden Delegierten der COP28 in Dubai mit einem Abschlusstext, der leider viele Schlupfl\u00f6cher aufweist. Das von den Vertreter:innen der \u00d6l-, Gas- und Kohleindustrie so gef\u00fcrchtete Signal f\u00fcr ein Ende der \u00c4ra der fossilen Brennstoffe ist aber da. Doch es ist unter vielen gef\u00e4hrlichen Ablenkungen begraben und es fehlen noch immer die finanziellen Mittel, um den Ausstieg fair und schnell zu bewerkstelligen.<\/p>\n\n<p>Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind jedoch eindeutig: Um die globale Erw\u00e4rmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, m\u00fcssen die fossilen Brennstoffe der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Es liegt in der Verantwortung der reichen L\u00e4nder, die Energieversorgung schnell zu dekarbonisieren \u2013 sowohl im eigenen Land als auch weltweit. Sie m\u00fcssen ihre finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Gemeinschaften deutlich erh\u00f6hen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Auch die im Bereich der fossilen Brennstoffe t\u00e4tigen Unternehmen m\u00fcssen zur Verantwortung gezogen werden. Allein im letzten Jahr hat die Industrie f\u00fcr fossile Brennstoffe 4 Billionen Dollar Gewinn gemacht&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Schweiz hat die Karten in der Hand<\/strong><\/h2>\n\n<p>Damit die Schweiz ihre Klimapolitik auf den richtigen Weg bringt und die gesetzten Ziele erreicht, gibt es mehrere Baustellen, die in der n\u00e4chsten Legislaturperiode erfolgreich bearbeitet werden m\u00fcssen. Die Schweiz muss das Klimaschutz-Gesetz, das von der Bev\u00f6lkerung im vergangenen Juni angenommen wurde, schnell in Kraft setzen. Das Parlament hat auch das neue CO2-Gesetze zu verabschieden und es mit ehrgeizigen Zielen zu versehen: Die Schweiz muss sich verpflichten, bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 60 Prozent zu reduzieren \u2013 und zwar im Inland 2030.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Schweiz muss sich auch auf internationaler Ebene engagieren, um die \u00e4rmsten L\u00e4nder bei ihren Bem\u00fchungen zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels und zur Anpassung an dessen Folgen zu unterst\u00fctzen. Dazu muss unser Land j\u00e4hrlich mindestens 1 Milliarde Franken in den Gr\u00fcnen Klimafonds einzahlen. Hinzu kommt der Beitrag zum Fonds f\u00fcr klimabedingte Verluste und Sch\u00e4den, der auf der COP28 gegr\u00fcndet wurde. Diese beiden Beitr\u00e4ge d\u00fcrfen die Bem\u00fchungen des Landes im Bereich der \u00f6ffentlichen Entwicklungshilfe nicht ersetzen.<\/p>\n\n<p>Die Schweiz muss auch in anderen Bereichen aktiv werden. Der Bund muss den Finanzplatz regulieren, damit dessen Akteure zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens beitragen. Mit ihren Investitionen sind die Finanzakteure mitverantwortlich f\u00fcr weltweite Emissionen, die das rund 14- bis 18-fache der hiesigen Inlandemissionen betragen.<\/p>\n\n<p>Es muss ausserdem sichergestellt werden, dass die Pl\u00e4ne zum Ausbau des Autobahnnetzes aufgegeben werden und dass die Verkehrspolitik eine Verlagerung auf sanfte Mobilit\u00e4t f\u00f6rdert. Schliesslich m\u00fcssen wir auf unseren Konsum einwirken, der weitgehend von Importen abh\u00e4ngig und somit f\u00fcr enorme CO2-Emissionen in Drittl\u00e4ndern verantwortlich ist. Wir m\u00fcssen auf das Modell der Kreislaufwirtschaft hinarbeiten, um den Verbrauch von Rohstoffen zu reduzieren. Unser Landwirtschafts- und Lebensmittelsystem muss eine pflanzenbasierte Ern\u00e4hrung f\u00f6rdern und die lokale Produktion beg\u00fcnstigen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<p>Ein reich ausgestattetes Land wie das unsere hat alle Karten in der Hand, um diese Herausforderungen zu meistern. Wir haben viel zu gewinnen. Die wirtschaftlichen Chancen und die vielen neuen Arbeitspl\u00e4tze, die mit dem Umstieg auf erneuerbare Energien und der Dekarbonisierung des Energiesystems verbunden sind, sind nur ein paar Beispiele. Wir haben hingegen alles zu verlieren, wenn wir die globale Erw\u00e4rmung weiter eskalieren lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die COP28 ist zu Ende. 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