{"id":105006,"date":"2023-12-18T08:00:00","date_gmt":"2023-12-18T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=105006"},"modified":"2023-12-17T17:21:48","modified_gmt":"2023-12-17T16:21:48","slug":"aktionslachs-bei-coop-und-migros-profit-auf-kosten-von-tier-und-umwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/105006\/aktionslachs-bei-coop-und-migros-profit-auf-kosten-von-tier-und-umwelt\/","title":{"rendered":"Aktionslachs bei Coop und Migros: Profit auf Kosten von Tier und Umwelt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Weihnachten naht und die Detailh\u00e4ndler \u00fcberbieten sich mit Aktionen f\u00fcr zahlreiche Produkte. Greenpeace Schweiz hat w\u00e4hrend drei Monaten Rabattaktionen auf Fischprodukte bei Coop und Migros untersucht: Die Detailh\u00e4ndler locken mit grossen Preisnachl\u00e4ssen auf mitunter problematische Produkte wie Lachs. Sie kurbeln damit den Fischkonsum an \u2013 auf Kosten unseres Planeten und der Tiere.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>W\u00e4hrend drei Monaten hat Greenpeace Schweiz die Fisch-Aktionen bei Migros und Coop untersucht. Die Recherche zeigt: Atlantischer Lachs aus Aquakulturen geh\u00f6rt in beiden Unternehmen zu den Top 3 der am st\u00e4rksten preisreduzierten Produkte. Die Rabatte liegen zwischen 41 und 50 Prozent. \u00abDie Detailh\u00e4ndler verschleudern Fisch zum Spottpreis\u00bb, sagt Barbara Wegmann, Konsum-Expertin bei Greenpeace Schweiz, \u00abso bietet Coop eine 50-prozentige Preisreduktion auf frische Lachstranchen an. Diese kosten dann mit 2.17 Franken pro 100 Gramm weniger als eine Kugel Glace.\u00bb<\/p>\n\n<p>Coop und Migros haben beide Nachhaltigkeitsziele f\u00fcr Fisch und Meeresfr\u00fcchte, die f\u00fcr Fisch aus Wildfang und aus Aquakulturen gelten. Sie versprechen Transparenz und ein nachhaltiges Sortiment. Aber: 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischpopulationen sind \u00fcberfischt oder am Rande der \u00dcberfischung. Die industrielle Aquakultur versch\u00e4rft das Problem in den Meeren. Die einzig konsequente Handlung im Sinne der Nachhaltigkeit ist darum, weniger Fisch anzubieten.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Stattdessen locken Migros und Coop mit enormen Preisreduktionen auf Fisch und kurbeln den Konsum massiv an. \u00dcber 45 Prozent ihres Umsatzes mit Fischprodukten erzielen die Detailh\u00e4ndler mit Promotionen \u2013 das ist der h\u00f6chste Umsatzanteil mit Aktionen im Lebensmittelbereich. \u00abOhne solche Aktionen l\u00e4ge der Konsum von Fischprodukten einiges tiefer. Migros und Coop richten mit ihrer Marketingpolitik grossen Schaden an Fischen und ihrem Lebensraum an\u00bb, sagt Barbara Wegmann, \u00abwir erwarten, dass die Detailh\u00e4ndler mit ihren Nachhaltigkeitsversprechen Umweltschutz bewirken. Fisch aus zertifizierten Zuchten gen\u00fcgt daf\u00fcr nicht. Vielmehr m\u00fcssten Coop und Migros ihr Fischsortiment reduzieren. Denn wir alle brauchen intakte Meere, um zu \u00fcberleben.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zertifizierungen als Greenwashing-Instrument<\/strong><\/h2>\n\n<p>9 Kilogramm Fisch und Krustentiere essen Schweizer:innen pro Kopf und Jahr gem\u00e4ss dem Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft. Heute werden gem\u00e4ss der Weltern\u00e4hrungsorganisation FAO weltweit 2.72 Mio. Tonnen Atlantischer Lachs (Salmo salar) produziert. 1983 waren es noch 20\u2019000 Tonnen. In den letzten 40 Jahren ist die Produktion also um das 136-fache gestiegen. \u00abDiese Aquakultur-Zuchten sind nichts anderes als Massentierhaltung im Meer. Sie schaden der Umwelt und den Tieren massiv\u00bb, sagt Barbara Wegmann, Konsum-Expertin bei Greenpeace Schweiz.\u00a0\u00a0<\/p>\n\n<p>Nachhaltigkeits-Zertifizierungen von Aquakulturen versuchen, die negativen Auswirkungen zu beschr\u00e4nken, sind aber selbst nicht unproblematisch. Eine aktuelle <a href=\"https:\/\/wildfish.org\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Responsibly-Farmed-Investigating-the-certification-of-Scottish-farmed-salmon.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a>, die Lachsfarmen in Schottland untersuchte, zeigt, dass zertifizierte Lachsfarmen Pestizide einsetzen, die Lachse unter katastrophalen Bedingungen leben und massenhaft Lachse aus der Zucht ausbrechen. Betriebe, die gegen die Standards des Nachhaltigkeitslabels verstossen, d\u00fcrfen die Zertifizierung gem\u00e4ss der Studie dennoch behalten \u2013 ein klares Zeichen f\u00fcr Greenwashing.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die Lachsfarmen schaden auch der wildlebenden Population des Atlantischen Lachs: Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat diesen 2023 auf der roten Liste der gef\u00e4hrdeten Arten als \u00abpotenziell gef\u00e4hrdet\u00bb eingestuft. Eine der relevanten Bedrohungen ist die \u00dcbertragung der Lachslaus von ausgebrochenen Zuchttieren auf die Wildlachs-Populationen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mehr Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<p><a href=\"https:\/\/drive.google.com\/drive\/folders\/1uHIXQNfWTPZFc_UXwG-gXMsZXPvTwlk4?usp=sharing\">Bildmaterial<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Barbara Wegmann, Expertin f\u00fcr Konsum und Werbung, <a href=\"mailto:barbara.wegmann@greenpeace.org\">barbara.wegmann@greenpeace.org<\/a>, +41 44 447 41 11&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Iris Menn, Meeresbiologin, Gesch\u00e4ftsleiterin Greenpeace Schweiz, +41 79 886 75 92, <a href=\"mailto:iris.menn@greenpeace.org\">iris.menn@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten naht und die Detailh\u00e4ndler \u00fcberbieten sich mit Aktionen f\u00fcr zahlreiche Produkte. 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