{"id":105296,"date":"2024-01-10T07:45:57","date_gmt":"2024-01-10T06:45:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=105296"},"modified":"2024-01-10T08:57:38","modified_gmt":"2024-01-10T07:57:38","slug":"norwegen-beschliesst-tiefseebergbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/105296\/norwegen-beschliesst-tiefseebergbau\/","title":{"rendered":"Norwegen beschliesst Tiefseebergbau in eigenen Gew\u00e4ssern"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein gef\u00e4hrlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen: Norwegen will mit Tiefseebergbau in eigenen Gew\u00e4ssern beginnen \u2013 das betrifft auch die Arktis.&nbsp;Die norwegische Regierung hat k\u00fcrzlich Pl\u00e4ne vorgelegt, ein Gebiet von der Gr\u00f6sse Grossbritanniens zwischen Svalbard und der Insel Jan Mayen f\u00fcr den Tiefseebergbau zu erschliessen. Damit ist Norwegen das erste Land der Welt, das die Tiefsee radikal ausbeuten will. Und das ohne R\u00fccksicht auf die fast unerforschten \u00d6kosysteme des Meeresbodens. Eine gef\u00e4hrliche Entwicklung, die nicht nur Folgen f\u00fcr die Tiefsee in Norwegens Gew\u00e4ssern haben k\u00f6nnte.<\/strong><\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gr\u00fcnes Licht f\u00fcr schonungslose Ausbeutung der Tiefsee<\/strong><\/h3>\n\n<p>Die norwegische Regierung hatte bereits im Dezember 2023 im Parlament die Mehrheit f\u00fcr ihre Tiefseebergbau-Pl\u00e4ne erhalten, der Beschluss folgte am 9. Januar durch die formelle Abstimmung. Die Tatsache, dass Norwegen mit diesen Pl\u00e4nen weiter vorangeht als jedes andere Land, k\u00f6nnte politische Wellen auf nationaler und internationaler Ebene schlagen. Grosse Unternehmen wie Equinor und Aker BP k\u00f6nnten sich dem Bergbau anschliessen, wenn die Branche 2024 einen reibungslosen Start hinlegt. Die Entscheidung Norwegens k\u00f6nnte somit einen Dominoeffekt ausl\u00f6sen und den Druck auf die Internationale Meeresbodenbeh\u00f6rde (ISA) seitens anderer L\u00e4nder, die in internationalen Gew\u00e4ssern Tiefseebergbau betreiben wollen, erheblich erh\u00f6hen. Das k\u00f6nnte den Ausbau dieser umstrittenen Industrie unkontrolliert beschleunigen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Besonders beunruhigend ist, dass der Ressourcenabbau ohne allgemeine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung stattfinden soll. Ausserdem werden weder zus\u00e4tzliche Mittel zur Sicherung der Umweltforschung noch zur \u00dcberwachung der Industrie bereitgestellt. Das l\u00e4sst bef\u00fcrchten, dass die Industrieaktivit\u00e4ten unter dem Radar bleiben. Was es noch schlimmer macht: Es gibt bisher keine Regularien, die festlegen, wie die Industrie am Meeresboden abbauen darf. Demnach k\u00f6nnen die Unternehmen den Meeresboden schonungslos ausbeuten \u2013 ohne jegliche Kontrolle oder Konsequenzen.<\/p>\n\n<p>Iris Menn, Meeresbiologin und Gesch\u00e4ftsleiterin Greenpeace Schweiz ist besorgt: \u00abNorwegens Pl\u00e4ne sind hochgef\u00e4hrlich, weil sie auch in anderen L\u00e4ndern Begehrlichkeiten wecken k\u00f6nnen. Noch sind internationale Gew\u00e4sser vom Start des Tiefseebergbaus verschont. Angesichts dieses fatalen Entscheids sind die ISA-Staaten st\u00e4rker denn je gefordert, sich f\u00fcr ein internationales Moratorium einzusetzen. Dazu z\u00e4hlt auch die Schweiz.\u00bb<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Ressourcen will Norwegen in der Tiefsee abbauen?<\/strong><\/h3>\n\n<p>Norwegen will in den arktischen Gew\u00e4ssern Kobaltkrusten abbauen. Riesige Maschinen fr\u00e4sen dabei die oberste Schicht des Meeresbodens und zerst\u00f6ren alles, was auf dem Meeresboden lebt, unwiderruflich. Die Tiefseebergbauindustrie soll es ausserdem auf Schwarze Raucher abgesehen haben: Das sind Quellen am Meeresboden, die heisses Wasser ausspucken und dabei einen Cocktail aus verschiedenen chemischen Elementen enthalten. Besonders viel Schwefel und Eisen, aber auch Kupfer, Zink und andere Mineralien werden dabei freigesetzt. Diese Mineralien h\u00e4ufen sich an und bilden Schornsteine, die sogar bis zu zehn Meter hoch werden k\u00f6nnen. Die Schwarzen Raucher geben vielen Arten ein Zuhause, beispielsweise Krebsen, aber auch vielen Mikroorganismen, die ganz unten in der Nahrungskette stehen.<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum darf Norwegen mit Tiefseebergbau starten?<\/strong><\/h3>\n\n<p>Eigentlich ist es die Aufgabe der Internationalen Meeresbodenbeh\u00f6rde (ISA), die Aktivit\u00e4ten rund um den Tiefseebergbau zu \u00fcberwachen, zu verwalten und zu regulieren. Das gilt aber ausschliesslich f\u00fcr internationale Gew\u00e4sser. Doch wie viele weitere L\u00e4nder hat auch Norwegen eigene, so genannte Territorialgew\u00e4sser und eine ausschliessliche Wirtschaftszone (AWZ) gem\u00e4ss dem Seerechts\u00fcbereinkommen der Vereinten Nationen. Innerhalb beider Bereiche&nbsp; hat Norwegen das alleinige Recht, Gesetze bez\u00fcglich Navigation, Umwelt und Ressourcennutzung zu erlassen. In der ausschliesslichen Wirtschaftszone darf Norwegen exklusiv nat\u00fcrliche Ressourcen nutzen wie zum Beispiel Fischgr\u00fcnde, \u00d6l- und Gasvorkommen \u2013 oder eben Rohstoffe in der Tiefsee. Von diesem Recht macht Norwegens Regierung nun Gebrauch.&nbsp;<\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wir k\u00f6nnen<\/strong> <strong>internationale Gew\u00e4sser noch sch\u00fctzen!&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/h3>\n\n<p>Noch k\u00f6nnen wir die Tiefsee in internationalen Gew\u00e4ssern sch\u00fctzen \u2013 denn die Verhandlungen der ISA-Staaten dar\u00fcber, ob Tiefseebergbau dort stattfinden darf, laufen noch bis 2025. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um den Start des Tiefseebergbaus zu verhindern und die aufstrebende Tiefseebergbauindustrie in ihre Schranken zu weisen. Es besteht die Gefahr, dass weitere ISA-Staaten sich von den zerst\u00f6rerischen Pl\u00e4nen Norwegens unter Druck setzen lassen \u2013 das wollen wir verhindern. Wir haben jetzt die einmalige M\u00f6glichkeit, einen fast unber\u00fchrten Lebensraum zu sch\u00fctzen, bevor die Industrie ihn unwiderruflich sch\u00e4digt. Mit unserer Petition fordern wir von allen ISA-Staaten sich f\u00fcr ein Moratorium f\u00fcr Tiefseebergbau einzusetzen .\u00a0<\/p>\n\n<p><\/p>\n\t\t\t<section\n\t\t\tclass=\"boxout  \"\n\t\t\t\n\t\t>\n\t\t\t<a\n\t\t\t\tdata-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n\t\t\t\tdata-ga-action=\"Image\"\n\t\t\t\tdata-ga-label=\"n\/a\"\n\t\t\t\tclass=\"cover-card-overlay\"\n\t\t\t\thref=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/fr\/agir\/protegeons-notre-planete-bleue\/\" \n\t\t\t><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<img\n\t\t\t\t\t\tsrc=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/09\/4928aa93-gp0stolot_medium_res_cut-1024x550.png\"\n\t\t\t\t\t\tsrcset=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/09\/4928aa93-gp0stolot_medium_res_cut-300x161.png 300w, https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2023\/09\/4928aa93-gp0stolot_medium_res_cut-1024x550.png 1024w, 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class=\"boxout-excerpt\">Fordere die f\u00fchrenden Politiker:innen dazu auf, neue Meeresschutzgebiete zu schaffen und unseren blauen Planeten zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\t\t\t\t                                    <a\n                        class=\"btn btn-primary\"\n                        data-ga-category=\"Take Action Boxout\"\n                        data-ga-action=\"Call to Action\"\n                        data-ga-label=\"n\/a\"\n                        href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/fr\/agir\/protegeons-notre-planete-bleue\/\"\n                        \n                    >\n                        Beteilige dich\n                    <\/a>\n                \t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/section>\n\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein gef\u00e4hrlicher Schritt mit schwerwiegenden Konsequenzen: Norwegen will mit Tiefseebergbau in eigenen Gew\u00e4ssern beginnen \u2013 das betrifft auch die Arktis.\u00a0Die norwegische Regierung hat k\u00fcrzlich Pl\u00e4ne 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