{"id":10536,"date":"2015-02-23T00:00:00","date_gmt":"2015-02-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10536\/giftmuell-opfer-klagen-gegen-trafigura\/"},"modified":"2019-05-30T10:34:22","modified_gmt":"2019-05-30T08:34:22","slug":"giftmuell-opfer-klagen-gegen-trafigura","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10536\/giftmuell-opfer-klagen-gegen-trafigura\/","title":{"rendered":"Giftm\u00fcll-Opfer klagen gegen Trafigura"},"content":{"rendered":"<p><b>Neun Jahre nach dem Giftm\u00fcll-Skandal in der Elfenbeink\u00fcste ziehen mehr als 100&#8217;000 Betroffene in den Niederlanden gegen den verursachenden Erd\u00f6lkonzern Trafigura vor Gericht.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e17f0f8e-e17f0f8e-150223_trafigura.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/e17f0f8e-e17f0f8e-150223_trafigura.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content\"><span class=\"date\">Montag, 23. Februar 2015<\/span><br \/>\nPost f\u00fcr Trafigura.<br \/>\n\u00a9 Greenpeace \/ Bas Beentjes<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a title=\"Trafigura\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/trafigure-blog-montag\/blog\/42230\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">An einem Augustmorgen 2006 f\u00fchlten sich Zehntausende von Menschen in der Stadt Abidjan\/Elfenbeink\u00fcste pl\u00f6tzlich krank.<\/a> Sie litten an \u00dcbelkeit, Brechreiz, Kopfschmerzen, Hautreizungen und Atemproblemen. Was sie nicht wussten: In der Nacht hatte der in den Niederlanden eingetragene, aber in der Schweiz situierte Konzern Trafigura via den gecharterten Frachter \u00abProbo Koala\u00bb an mindestens 18 verschiedenen Stellen illegal Giftm\u00fcll entsorgt.\u00a0Das Schiff machte vor seiner Fahrt in die Elfenbeink\u00fcste in Amsterdam Halt, dort h\u00e4tte der Giftm\u00fcll urspr\u00fcnglich aufbereitet werden sollen.\u00a0Stattdessen wurde der M\u00fcll auf offenen Halden in Abidjan entsorgt. Nach Angaben der ivorischen Justiz starben 17 Menschen, 100&#8217;000 weitere Personen erlitten Vergiftungen.<\/p>\n<p>Nun gehen die Opfer gerichtlich gegen Trafigura vor. Neben einer Erstattung der Entsorgungskosten verlangen sie eine Entsch\u00e4digung von je 2500 Euro und damit insgesamt fast 280 Millionen Euro, wie von ihren Anw\u00e4lten verlautete.\u00a0Trafigura sei f\u00fcr die k\u00f6rperlichen, moralischen und wirtschaftlichen Sch\u00e4den der Betroffenen regresspflichtig, heisst es in der Klageschrift, die dem Konzern schon zugestellt wurde. Beim Gericht in Amsterdam soll sie am 2. M\u00e4rz eingereicht werden.<\/p>\n<p><strong>Konzern hat keine Verantwortung \u00fcbernommen<\/strong><\/p>\n<p>Der multinationale Trafigura-Konzern hat stets bestritten, dass die Todesf\u00e4lle und schwere Gesundheitssch\u00e4den auf die Giftm\u00fcllverklappung zur\u00fcckzuf\u00fchren seien.\u00a02011 hatte die niederl\u00e4ndische Justiz eine Forderung von Greenpeace ausgeschlagen, Trafigura wegen des Skandals in der Elfenbeink\u00fcste vor Gericht zu stellen. Zur Begr\u00fcndung hiess es, keines der Opfer lebe in den Niederlanden, und die Vorw\u00fcrfe bez\u00f6gen sich auf Vorkommnisse ausserhalb des Landes. Die Kl\u00e4ger wollen die Argumentation nun umschiffen und haben deshalb eine niederl\u00e4ndische Stiftung f\u00fcr die Opfer gegr\u00fcndet.\u00a0Die Regierung der Elfenbeink\u00fcste hatte sich schon 2007 mit Trafigura gegen Zahlung von umgerechnet 152 Millionen Euro darauf geeinigt, nicht gerichtlich gegen den Konzern vorzugehen. 2009 hatte die Firma dann doch umgerechnet 33 Millionen Euro an etwa 30&#8217;000 Betroffene gezahlt. Nun werde f\u00fcr Entsch\u00e4digung f\u00fcr all jene gestritten, die bislang leer ausgegangen seien, sagte einer der Opfer-Anw\u00e4lte.<\/p>\n<p><strong>Kein Einzelfall &#8211; Schweizer Politik muss Massnahmen ergreifen<\/strong><\/p>\n<p>Insbesondere in Entwicklungsl\u00e4ndern ist der Staat oft nicht in der Lage, den Schutz von Mensch und Umwelt gegen\u00fcber den Aktivit\u00e4ten international t\u00e4tiger Konzerne zu garantieren. Viele multinationale Unternehmen sind in der Schweiz beheimatet. Pro Kopf der Bev\u00f6lkerung z\u00e4hlt unser Land weltweit die h\u00f6chste Dichte an international t\u00e4tigen Firmen und ist Nummer zwei, was die Direktinvestitionen im Ausland betrifft.<\/p>\n<p>Der Trafigura-Skandal ist leider kein Einzelfall.<a title=\"Recht ohne Grenzen\" href=\"http:\/\/www.rechtohnegrenzen.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Immer wieder sind Schweizer Konzerne im Ausland &#8211; vor allem in der Dritten Welt \u2013 in Raubbau an der Natur und Menschenrechtsverletzungen verwickelt.<\/a> Juristisch sind sie daf\u00fcr kaum einklagbar. Bundesrat und Parlament waren bisher nicht bereit, den erforderlichen n\u00e4chsten Schritt zu machen und rechtlich verbindliche Anforderungen an Unternehmen mit Sitz in der Schweiz zu formulieren. Das will eine Koalition von 50 Nichtregierungsorganisationen, der auch Greenpeace angeh\u00f6rt, nun \u00e4ndern: <a title=\"Initiative Recht ohne Grenzen\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Medienstelle\/Medienmitteilungen\/Volksinitiative-fuer-verantwortungsvolle-Konzerne\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mit ihrer Volksinitiative \u00abf\u00fcr verantwortungsvolle Konzerne \u2013 zum Schutz von Mensch und Umwelt (Konzernverantwortungsinitiative)\u00bb wollen sie in der Schweiz eine Sorgfaltspr\u00fcfungspflicht f\u00fcr alle Schweizer Unternehmen gesetzlich verankern.<\/a>\u00a0Diese umfasst eine Risiko-Absch\u00e4tzung, Massnahmen zur Vermeidung und Beendigung allf\u00e4lliger Menschenrechtsverletzungen und Umweltsch\u00e4den sowie eine umfassende Berichterstattung dar\u00fcber. Die Sorgfaltspr\u00fcfungspflicht erstreckt sich auf alle Gesch\u00e4ftsbeziehungen einer Firma und orientiert sich an den UNO-Leitprinzipien.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neun Jahre nach dem Giftm\u00fcll-Skandal in der Elfenbeink\u00fcste ziehen mehr als 100&#8217;000 Betroffene in den Niederlanden gegen den verursachenden Erd\u00f6lkonzern Trafigura vor Gericht. &nbsp; Montag, 23. Februar 2015 Post f\u00fcr&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":10538,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[44],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-10536","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-chemie","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10536","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10536"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10536\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10538"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10536"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10536"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10536"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=10536"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=10536"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}