{"id":105365,"date":"2024-01-11T09:00:00","date_gmt":"2024-01-11T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=105365"},"modified":"2024-01-10T21:54:28","modified_gmt":"2024-01-10T20:54:28","slug":"co2-gesetz-co2-kompensation-im-ausland-ist-ein-fauler-trick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/105365\/co2-gesetz-co2-kompensation-im-ausland-ist-ein-fauler-trick\/","title":{"rendered":"CO2-Gesetz: CO2-Kompensation im Ausland ist ein fauler Trick"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Schweiz muss dringend ihre Treibhausgasemissionen senken. Der Bundesrat und das Parlament setzen dabei auch auf die CO2-Kompensation im Ausland. Greenpeace Schweiz fordert, diese Praxis sofort zu beenden. Die Schweiz steht in der Pflicht, Klimaneutralit\u00e4t rasch und vollst\u00e4ndig im Inland zu erreichen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Ab heute ber\u00e4t die Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumplanung und Energie des St\u00e4nderats (UREK-S) erneut das CO2-Gesetz f\u00fcr die Zeit nach 2024. Ein strittiger Punkt ist die CO2-Kompensation im Ausland: Damit unterst\u00fctzt die Schweiz im Ausland Projekte zur Senkung der Treibhausgasemissionen \u2013 und l\u00e4sst sich dann diese Emissionsverminderung anrechnen. Der Nationalrat will, dass h\u00f6chstens 25 Prozent der Emissionsverminderung mit CO2-Kompensation im Ausland erfolgen sollen. Der St\u00e4nderat hat bislang darauf verzichtet, eine konkrete Zahl zu nennen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>F\u00fcr Greenpeace Schweiz ist der Fall klar: Die Schweiz darf k\u00fcnftig gar nicht mehr auf CO2-Kompensation im Ausland setzen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abStatt die eigenen Emissionen zu reduzieren, bevorzugen reiche Staaten wie die Schweiz, diese im Ausland zu \u2039kompensieren\u203a. CO2-Kompensation im Ausland ist ein fauler Trick, um die Klimabilanz sch\u00f6nzuf\u00e4rben. Die Praxis f\u00fchrt dazu, dass die Schweiz wirkungsvolle Massnahmen im Inland auf die lange Bank schiebt. Das ist fatal\u00bb, sagt Nathan Solothurnmann, Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz.&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abAlle Staaten m\u00fcssen ihre CO2-Emissionen in den kommenden Jahrzehnten auf netto null senken\u00bb, erg\u00e4nzt Nathan Solothurnmann. \u00abDarum muss die Schweiz die Klimaneutralit\u00e4t rasch und vollst\u00e4ndig im Inland erreichen. Als industrialisiertes Land steht die Schweiz zudem historisch in der Pflicht, Drittstaaten bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen zu unterst\u00fctzen, jedoch ohne sich diese Emissionsverminderung selber anzurechnen.\u00bb<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz fordert konkret:&nbsp;<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mit dem neuen CO2-Gesetz muss sich die Schweiz verpflichten, bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 60 Prozent zu reduzieren \u2013 und zwar im Inland. Der Bund darf seine Klimapolitik nicht weiter auf CO2-Kompensation im Ausland st\u00fctzen.<\/li>\n\n\n\n<li>Zus\u00e4tzlich zu diesen inl\u00e4ndischen Massnahmen muss die Schweiz umfangreiche Emissionsreduktionen im Ausland erm\u00f6glichen, welche in der Summe die Emissionen, die bis 2030 weiterhin innerhalb der Schweiz anfallen, \u00fcbersteigen. Unter dem Strich muss die Schweizer Bilanz der Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 also negativ ausfallen.<\/li>\n<\/ul>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Warum ist <\/strong><strong>CO2-Kompensation keine Klimaschutzmassnahme?<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Allzu oft werden nur \u00abhypothetische\u00bb Emissionen kompensiert, die z.B. durch den Betrieb eines geplanten fossilen Kraftwerks entstanden w\u00e4ren, h\u00e4tte die Schweiz dem Drittstaat kein Windrad als Ersatzl\u00f6sung finanziert. Da Erneuerbare aber bereits heute meist g\u00fcnstiger sind als fossile Energietr\u00e4ger, ist es wahrscheinlich, dass das Windrad auch ohne Hilfe der Schweiz gebaut worden w\u00e4re.<\/li>\n\n\n\n<li>Die L\u00f6sung der Klimakrise braucht Emissionsreduktionen. Kompensationen sind im besten Fall ein Nullsummenspiel, denn die Schweizer Emissionen, die in einem Drittstaat kompensiert werden, bleiben buchhalterisch bestehen (damit es keine Doppelanrechnung gibt). Selbst wenn ein Drittstaat irgendwann dank den von reichen L\u00e4ndern finanzierten Projekten selber keine physischen Emissionen mehr ausst\u00f6sst, werden ihm die Emissionen der Industriel\u00e4nder weiter zugeschrieben. Es ist dem Staat also de facto unm\u00f6glich, jemals Klimaneutralit\u00e4t zu erreichen.<\/li>\n<\/ul>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong>&nbsp;<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nathan Solothurnmann, Klimaexperte Greenpeace Schweiz, +41 76 514 90 48, <a href=\"mailto:nathan.solothurnmann@greenpeace.org\">nathan.solothurnmann@greenpeace.org<\/a> (erreichbar am Donnerstag, 11. Januar 2024)<\/li>\n\n\n\n<li>Georg Klingler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 79 785 07 38, <a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a> (erreichbar am Freitag, 12. Januar 2024)<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz: +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz muss dringend ihre Treibhausgasemissionen senken. Der Bundesrat und das Parlament setzen dabei auch auf die CO2-Kompensation im Ausland. 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