{"id":10577,"date":"2015-02-13T00:00:00","date_gmt":"2015-02-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10577\/forscher-warnen-plastik-erstickt-die-welt\/"},"modified":"2019-07-09T14:15:55","modified_gmt":"2019-07-09T12:15:55","slug":"forscher-warnen-plastik-erstickt-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10577\/forscher-warnen-plastik-erstickt-die-welt\/","title":{"rendered":"Forscher warnen: Plastik erstickt die Welt"},"content":{"rendered":"\n<p><b>Es ist eine schleichende, permanente Katastrophe: Immer mehr Plastik verseucht die Meere. Und t\u00f6tet deren Bewohner. Eine im Wissenschaftsmagazin \u00abScience\u00bb publizierte Studie zeigt, wie schlimm das Problem wirklich ist.<\/b><\/p>\n\n<p>Haben Sie sich schon einmal \u00fcberlegt, wie viel Kunststoff sich in Ihrem Haushalt befindet?&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.keinheimfuerplastik.at\/about\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Das erg\u00e4be einen ordentlichen Plastikhaufen, wie eine \u00f6sterreichische Familie im Selbstversuch unl\u00e4ngst demonstrierte<\/a>. Wussten Sie aber, dass auch Ihre t\u00e4gliche Zahnpasta m\u00f6glicherweise mikroskopisch kleine Plastikteilchen enth\u00e4lt? Wie auch Ihre Kosmetikprodukte und Duschb\u00e4der? Hersteller geben an, damit eine bessere Reinigungswirkung zu erzielen. Die Natur wird damit allerdings massiv verdreckt. Und es wird immer schlimmer.<\/p>\n\n<p>R\u00fcckst\u00e4nde von Plastik finden sich in allen Meeren, vom Nordpol bis zum S\u00fcdpol, in K\u00fcstenn\u00e4he und auf offenem Meer. Erhebliche Mengen sammeln sich in grossen Str\u00f6mungswirbeln der Ozeane. Reste bedecken aber auch den Meeresboden und stecken in den Sedimenten.&nbsp;<a href=\"http:\/\/news.sciencemag.org\/earth\/2015\/02\/here-s-how-much-plastic-enters-ocean-each-year\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Allein 2010 waren es zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen, sch\u00e4tzen jetzt australische und US-amerikanische Forscher nach einer Untersuchung der Abfallstr\u00f6me in 192 K\u00fcstenl\u00e4ndern.<\/a>&nbsp;Werde der Plastikverbrauch nicht erheblich reduziert oder die Abfallbeseitigung verbessert, k\u00f6nne der Anteil bis zum Jahr 2025 auf etwa 155 Millionen Tonnen steigen, warnen sie im Fachblatt \u00abScience\u00bb.<\/p>\n\n<p>Haupts\u00e4chlich wird das Plastik vom Land ins Meer transportiert, \u00fcber Fl\u00fcsse oder mit dem Wind zum Beispiel.&nbsp;Plastik wird aus Erd\u00f6l hergestellt, ist biologisch nicht abbaubar und braucht bis zu 450 Jahre, um sich zu zersetzen. Die&nbsp;Donau enth\u00e4lt zwischen Wien und Bratislava mehr Plastikteile als Fischlarven. Von unseren Fl\u00fcssen geraten die Teilchen dann ins Meer. Gigantische Plastikteppiche entstehen:&nbsp;Einer, so gross wie Mitteleuropa, befindet sich im Nordpazifik zwischen den K\u00fcsten Chinas und der USA.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine latente Gefahr f\u00fcr die Gesundheit von Mensch und Tier<\/h2>\n\n<p>Mikroplastik in Konsumg\u00fctern stellt eine Gefahr f\u00fcr die Umwelt dar:&nbsp;J\u00e4hrlich verenden weltweit etwa 100\u2019000 Meeress\u00e4uger qualvoll an unverdaulichen Plastikteilen, die ihre M\u00e4gen verstopfen.<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Themen\/Meer\/was-wir-tun\/meere-einsatzorte\/Hawaii\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&nbsp;\u00dcber eine Million Seev\u00f6gel sterben<\/a>, da sie die Plastikteile irrt\u00fcmlich als Nahrung verzehren. Schildkr\u00f6ten, Delfine, Robben, Fische und Krebse \u2013 sie alle sind davon betroffen. Regelm\u00e4ssig werden tote Wale an den Meeresk\u00fcsten angeschwemmt, die der Umweltverschmutzung erlegen sind. Anfang M\u00e4rz 2013 entdeckten Wissenschaftler an der spanischen S\u00fcdk\u00fcste in einem angeschwemmten Pottwal 17 Kilogramm Plastikm\u00fcll. Der Darm des Wals war von dem Abfall v\u00f6llig verstopft gewesen.&nbsp;Plastikplanen bedecken Korallenst\u00f6cke, Schw\u00e4mme oder Muschelb\u00e4nke und verhindern so deren Besiedlung. Verdeckt von den Planen sind die Meeresorganismen vom Sauerstoffaustausch abgeschnitten und ersticken. Gef\u00e4hrdet sind auch seltene Kaltwasser-Korallenriffe.<\/p>\n\n<p>Plastik enth\u00e4lt Giftstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel, die den Meeresbewohnern schaden k\u00f6nnen.&nbsp;Winzige Teile k\u00f6nnten \u00fcber die Nahrungskette auch in den menschlichen K\u00f6rper gelangen. Was sie dort anrichten, ist nahezu unerforscht.&nbsp;Plastik enth\u00e4lt oft Zusatzstoffe, die dem Produkt gew\u00fcnschte Eigenschaften verleihen, aber Menschen und Tieren schaden k\u00f6nnen. Bisphenol A, Phthalate (Weichmacher) und bromierte Flammschutzmittel k\u00f6nnen die Sexualentwicklung beeintr\u00e4chtigen, das Erbgut sch\u00e4digen bzw. krebserregend wirken. Diese Giftstoffe dringen ins Fettgewebe von Meeresorganismen ein.&nbsp;WissenschaftlerInnen vermuten, dass der Plastikm\u00fcll gef\u00e4hrliche Umweltgifte wie DDT oder PCB wie ein Schwamm aufsaugt. ForscherInnen der Universit\u00e4t Tokio fanden an der Oberfl\u00e4che von Pellets Giftkonzentrationen bis zu einer Million Mal h\u00f6her als im umgebenden Wasser.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Verschwendung muss gestoppt werden<\/h2>\n\n<p>Die Verschmutzung der Meere f\u00fchrt jedes Jahr zu enormen wirtschaftlichen Sch\u00e4den. Tourismusgebiete sind bedroht, Str\u00e4nde m\u00fcssen st\u00e4ndig ges\u00e4ubert werden, der M\u00fcll verf\u00e4ngt sich regelm\u00e4ssig in Schiffsschrauben und Fischernetzen. Auch die Landwirtschaft leidet unter verschmutztem Weideland in K\u00fcstenn\u00e4he. Bei Kraftwerken verursacht der M\u00fcll Sch\u00e4den bei der K\u00fchlwasseraufnahme, bei Entsalzungsanlagen blockiert er den Wasserkreislauf.<\/p>\n\n<p>Greenpeace hatte anl\u00e4sslich der Schiffstour&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Uber-uns\/Medienstelle\/News\/oceans\/plastikmuell-bedroht-groesstes-meeresschutzgebiet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00abSOS Weltmeer\u00bb<\/a>&nbsp;bereits 2006 auf das Problem hingewiesen. Der gedankenlose Umgang mit Plastik muss gestoppt werden! Neun von zehn Plastiks\u00e4cken werden beispielsweise nur ein einziges Mal benutzt, bevor sie auf dem M\u00fcll landen. Das ist pure Verschwendung.&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/austria\/de\/News\/Aktuelle-Meldungen\/Konsum-News\/2014\/10-einfache-Schritte-zu-weniger-Plastikmull\/?_ga=2.28880703.2067407651.1562569670-240196673.1561030936\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Helfen Sie mit, das zu \u00e4ndern!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eine schleichende, permanente Katastrophe: Immer mehr Plastik verseucht die Meere. Und t\u00f6tet deren Bewohner. Eine im Wissenschaftsmagazin \u00abScience\u00bb publizierte Studie zeigt, wie schlimm das Problem wirklich ist. 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