{"id":10585,"date":"2015-02-17T00:00:00","date_gmt":"2015-02-16T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10585\/wie-rissig-sind-die-schweizer-akw\/"},"modified":"2019-05-30T10:35:38","modified_gmt":"2019-05-30T08:35:38","slug":"wie-rissig-sind-die-schweizer-akw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10585\/wie-rissig-sind-die-schweizer-akw\/","title":{"rendered":"Wie rissig sind die Schweizer AKW?"},"content":{"rendered":"<p><b>Aus Belgien erreichen uns beunruhigende Nachrichten. Bei genaueren Untersuchungen in zwei AKW sind dort tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter entdeckt worden. Die Ergebnisse lassen bef\u00fcrchten, dass auch die Herzst\u00fccke der Schweizer Reaktoren rissiger sind als bisher vermutet. Eine rasche Kl\u00e4rung tut Not. Denn beim Versagen des Druckbeh\u00e4lters kommt es zu einer Kernschmelze.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Aus Belgien erreichen uns beunruhigende Nachrichten. Bei genaueren Untersuchungen in zwei AKW sind dort tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter entdeckt worden. Die Ergebnisse lassen bef\u00fcrchten, dass auch die Herzst\u00fccke der Schweizer Reaktoren rissiger sind als bisher vermutet. Eine rasche Kl\u00e4rung tut Not. Denn beim Versagen des Druckbeh\u00e4lters kommt es zu einer Kernschmelze.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/88e0251f-88e0251f-gp0sto960.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/88e0251f-88e0251f-gp0sto960.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Aktion beim Atomkraftwerk Tihange in Belgien, dessen Reaktordruckbeh\u00e4lter tausende Risse aufweist\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Es ist der Alptraum des Atomzeitalters: Eine Kernschmelze in einem Reaktor, so wie sie vor knapp vier Jahren in Fukushima geschehen ist. Jahrelang haben die AKW-Industrie und mit Ihnen die Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI uns weisgemacht, ein solches Risiko sei in der Schweiz verschwindend gering \u2013 und das obwohl hierzulande der \u00e4lteste AKW-Park der Welt betrieben wird. Greenpeace warnte wiederholt vor den unbekannten Risiken alternder Atomreaktoren; doch die Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Nun zeigt sich, dass die Gefahr einer Kernschmelze in einem alten AKW doch gr\u00f6sser sein k\u00f6nnte als vermutet.<\/p>\n<p><strong>Risse wegen des Betriebs<br \/><\/strong>Aber der Reihe nach: Vor drei Jahren wurden in den beiden belgischen Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 erste Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter entdeckt. Das war an und f\u00fcr sich schon beunruhigend, ist doch der Druckbeh\u00e4lter das eigentliche Herzst\u00fcck eines AKW. Dort drin befinden sich die hochradioaktiven Brennelemente; dort drin findet die nukleare Kettenreaktion statt. Wegen den entdeckten Rissen wurden die beiden Reaktoren vom Netz genommen. Ein Jahr sp\u00e4ter wurden sie wieder hochgefahren \u2013 nur um ein Jahr sp\u00e4ter wieder abgeschaltet zu werden wegen kritischer Befunde bei Sicherheitstests. Dann wurde offenbar endlich genau hingeschaut. Und zum Vorschein kamen jetzt tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter. Beunruhigend ist dabei aber vor allem der Befund zweier renommierter belgischer Materialwissenschaftler: F\u00fcr die Risse verantwortlich ist zu einem betr\u00e4chtlichen Teil der Betrieb des Reaktors.<\/p>\n<p><strong>ENSI muss handeln<br \/><\/strong>Warum ist dieser Befund so wichtig? Bisher gingen AKW-Betreiber und Atomaufsicht davon aus, dass vor allem Materialm\u00e4ngel Ursache der Risse sind. Das erlaubte der Atom-Lobby, das Problem alternder Reaktoren kleinzureden und den Druckbeh\u00e4lter bloss einzelnen Stichproben zu unterziehen \u2013 so geschehen hierzulande in M\u00fchleberg und so geplant in Beznau und G\u00f6sgen, nicht aber in Leibstadt. Doch nun muss die Schweizer Atomaufsichtsbeh\u00f6rde ENSI einschreiten und die Reaktordruckbeh\u00e4lter aller AKW genau unter die Lupe nehmen, statt wie bisher bloss stichprobenartig. Denn aufgrund der alarmierenden Entdeckungen in Tihange und Doel empfiehlt nun auch der Leiter der belgischen Atomaufsichtsbeh\u00f6rde Jan Bens eine weltweite Untersuchung der AKW. Bens spricht von einem m\u00f6glichen \u00abglobalen Problem der Atomkraftwerke\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Abschalten statt abwarten<br \/><\/strong>Eine Reaktion des Schweizer Pendants von Bens\u2018 Beh\u00f6rde, dem ENSI, steht bisher noch aus. Aber nehmen wir einmal an, die Aufsichtsbeh\u00f6rde nimmt ihre Aufgabe wirklich ernst, die Druckbeh\u00e4lter Schweizer AKW werden in naher Zukunft \u00a0\u00fcberpr\u00fcft und stellen sich als ebenso rissig heraus, wie die belgischen AKW \u2013 oder gar als noch rissiger, denn abgesehen vom AKW Leibstadt sind alle Schweizer Reaktoren schon l\u00e4nger am Netz als die zwei belgischen Kraftwerke. Was dann? Die Reaktoren m\u00fcssten sofort abgeschaltet werden und erst dann wieder in Betrieb gehen k\u00f6nnen, wenn Ursachen und m\u00f6gliche Folgen der Risse gekl\u00e4rt sind. Denn wir wollen kein Fukushima mehr. Nicht in der Schweiz, nicht in Belgien, nicht anderswo auf der Welt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus Belgien erreichen uns beunruhigende Nachrichten. Bei genaueren Untersuchungen in zwei AKW sind dort tausende weitere Risse im Reaktordruckbeh\u00e4lter entdeckt worden. 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