{"id":10601,"date":"2015-02-04T00:00:00","date_gmt":"2015-02-03T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10601\/bio-kann-die-welt-ernaehren\/"},"modified":"2019-05-30T10:36:07","modified_gmt":"2019-05-30T08:36:07","slug":"bio-kann-die-welt-ernaehren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10601\/bio-kann-die-welt-ernaehren\/","title":{"rendered":"Bio kann die Welt ern\u00e4hren"},"content":{"rendered":"<p><b>\u00d6kologische Landwirtschaft schont die Umwelt und erzeugt hochwertige Lebensmittel. Doch kann sie die Welt ern\u00e4hren? Eine aktuelle Studie zeigt: Ja, Bio kann mehr als bislang gedacht!<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"Food Art Work von Instagram food artist and enthusiast Ida Skivenes (IdaFrosk)\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/086bab36-086bab36-gp0ston17_press.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" title=\"Food Art Work von Instagram food artist and enthusiast Ida Skivenes (IdaFrosk)\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/086bab36-086bab36-gp0ston17_press.jpg\" alt=\"Food Art Work von Instagram food artist and enthusiast Ida Skivenes (IdaFrosk)\" \/><\/a><span class=\"date\">Dienstag, 3. Februar 2015<\/span> <strong>Food Art Work von Instagram food artist and enthusiast Ida Skivenes (IdaFrosk) <\/strong>\u00a9 IdaFrosk<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Schweizer Agrarpolitik will zwar eine \u00f6kologischere Landwirtschaft, f\u00f6rdert aber gr\u00f6sstenteils eine intensive Landwirtschaft. So haben sich\u00a0die Soja-Importe als Futtermittel f\u00fcr die Tiere in unseren St\u00e4llen seit 1990 verzehnfacht. Fast die H\u00e4lfte davon wird zur Leistungssteigerung an Rinder und K\u00fche verfuttert, deren M\u00e4gen nicht f\u00fcr dieses Futter gemacht sind. Die Soja-Importe tragen tragen dazu bei, dass Urlandschaften in S\u00fcdamerika immer mehr unter Druck kommen und sorgen in der Schweiz f\u00fcr eine \u00dcberproduktion von Milch. Das ist absurd. Dabei ginge es anders: <a title=\"Gras statt Soja\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Fleisch-Milch-und-Co\/Gras-statt-Soja\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Naturnah und tiergerecht w\u00e4re etwa die F\u00fctterung mit Gras bzw. Heu.<\/a>\u00a0Dass der Anbau von Lebensmitteln und die Haltung von Tieren mit der Natur statt gegen sie erfolgen sollte, zeigt unter anderem <a title=\"Bienensterben\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Bienen-und-Pestizide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">das weltweite Bienensterben<\/a> \u2013 eine Folge des Einsatzes von Pestiziden und zerst\u00f6rter Lebensr\u00e4ume durch die Landwirtschaft und durch Zersiedelung.<\/p>\n<p>Doch k\u00f6nnen \u00f6kologisch erzeugte Lebensmittel die stetig wachsende Weltbev\u00f6lkerung \u00fcberhaupt ern\u00e4hren? Das ist seit Jahren umstritten: Die im Vergleich mit konventioneller Landwirtschaft erzielten Ertr\u00e4ge galten lange als zu niedrig. Ein Forscherteam der US-Universit\u00e4ten in Berkeley und Tallahassee kommt jetzt zu einem <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.1098\/rspb.2014.1396\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00fcberraschenden Ergebnis<\/a>: <strong>Die Ertragsunterschiede zwischen Bio und konventionell sind weit geringer als gedacht \u2013 und in einigen Bereichen gar nicht vorhanden. Angesichts der \u00f6kologischen Vorteile spricht das eindeutig f\u00fcr Bio.<\/strong><\/p>\n<p>Die Forscher werteten f\u00fcr ihre Arbeit die Ergebnisse von 115 Studien aus, die sich mit den Ertr\u00e4gen von biologisch und konventionell wirtschaftenden Landwirten besch\u00e4ftigen. 38 L\u00e4nder wurden ber\u00fccksichtigt, \u00fcber 50 Pflanzenkulturen untersucht.<\/p>\n<p><strong>Die wesentlichen Ergebnisse sind:<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Unterschiede zwischen konventionellem und \u00f6kologischem Landbau verschwinden fast, wenn \u00f6kologisch wirtschaftende Betriebe auf vielf\u00e4ltige Anbausysteme setzen. Beispiele hierf\u00fcr sind der parallele Anbau verschiedener Kulturarten auf einem Feld, das sogenannte \u00abmulti-cropping\u00bb, oder Systeme mit umfangreichen Fruchtwechseln, auch Rotationen genannt.<\/li>\n<li>Die Ertr\u00e4ge im \u00f6kologischen Landbau fallen zwar tats\u00e4chlich niedriger aus als im konventionellen \u2013 aber nur um etwa 19 Prozent. Fr\u00fchere Studien hatten dies weitaus dramatischer dargestellt.<\/li>\n<li>Bei H\u00fclsenfr\u00fcchten wie Bohnen oder Linsen werden l\u00e4ngst vergleichbar hohe Ertr\u00e4ge erzielt, die gr\u00f6ssten Unterschiede gibt es bei Getreide und Hackfr\u00fcchten wie etwa Zuckerr\u00fcben oder Kartoffeln.<\/li>\n<li>Die hohen Ertr\u00e4ge im konventionellen Anbau sind zuletzt auch das Ergebnis einseitiger Forschungs- und Entwicklungsarbeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wir ben\u00f6tigen einen Richtungswechsel<\/strong><\/p>\n<p>Denn in den vergangenen Jahrzehnten richtete sich die Forschung darauf aus, Sorten f\u00fcr konventionelle Systeme zu entwickeln. Diese Pflanzen sind an den Einsatz von Pestiziden und chemischen D\u00fcngemitteln angepasst. Dringend ben\u00f6tigte Eigenschaften f\u00fcr die \u00f6kologische Landwirtschaft fehlen ihnen hingegen; sie wurden bei der Z\u00fcchtung der modernen Sorten weniger ber\u00fccksichtigt. Im Vergleich schneiden solche Hochleistungssorten unter biologischen Anbaubedingungen dann selbstverst\u00e4ndlich schlechter ab.<\/p>\n<p>Insbesondere bei Getreide besteht Aufholbedarf f\u00fcr die \u00f6kologische Landwirtschaft. Hier muss in <strong>Z\u00fcchtungsprogramme f\u00fcr den \u00f6kologischen Landbau<\/strong> investiert werden. Gleiches gilt f\u00fcr die Forschung, die sich dem Management von Pflanzen unter \u00f6kologischen Anbaubedingungen widmet. Die Ertragsunterschiede zwischen Bio und konventionell werden zunehmend geringer ausfallen \u2013 wie schnell dies gehen wird, h\u00e4ngt massgeblich von \u00f6ffentlichen wie privaten Investitionen in Forschung und Entwicklung ab.<\/p>\n<p><strong>\u00d6kologische und \u00f6konomische Vorteile<\/strong><\/p>\n<p>Die Vielfalt im \u00f6kologischen Anbau wirkt sich nicht nur positiv auf den Ertrag aus, sie hat auch \u00f6kologische und \u00f6konomische Vorteile: Sie macht den Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz und Kunstd\u00fcnger erst m\u00f6glich. Die Artenvielfalt profitiert, Gew\u00e4sser werden weniger belastet und die B\u00f6den nicht \u00fcbernutzt. <strong>Vielf\u00e4ltige Systeme sind stabiler<\/strong> und damit auch f\u00fcr die Herausforderungen des Klimawandels besser gewappnet als einseitige Kulturen oder Betriebe. Sie puffern nicht nur schwankende und extreme Umweltbedingungen besser ab, f\u00fcr den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb reduziert sich das Risiko des Ertragsausfalls einer einzelnen Kultur. Jahre mit niedrigen Marktpreisen oder anderen widrigen Absatzbedingungen k\u00f6nnen besser ausgeglichen werden, wenn der Betrieb sich auf mehrere Standbeine st\u00fctzt und nicht etwa nur auf die Produktion einer einzelnen Sonderkultur setzt.<\/p>\n<p>Das Problem der Versorgung einer wachsenden Weltbev\u00f6lkerung mit ausreichend hochwertigen und sicheren Lebensmitteln kann indes nicht nur am Ertragsniveau der Landwirtschaft festgemacht werden. Schon heute handelt es sich bei Hunger mehr um ein Gerechtigkeits- und Verteilungsproblem. Hilfsorganisationen und Institutionen wie die UN sind sich auch hier l\u00e4ngst einig: <strong>Der Schl\u00fcssel liegt in der Etablierung von \u00f6kologisch und sozial nachhaltigen, an agrar\u00f6kologischen Prinzipien ausgerichteten Anbausystemen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Greenpeace-Report <a title=\"Zukunftsf\u00e4hige Nutztierhaltung\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Landwirtschaft\/Wieviel--Fleisch-Milch-und-Co-ist-umweltvertraeglich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00abEcological Livestock\u00bb<\/a>\u00a0sind Kriterien f\u00fcr eine \u00f6kologische und zukunftsf\u00e4hige Nutztierhaltung formuliert.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Greenpeace setzt sich weltweit ein f\u00fcr eine biologische, gentech- und chemiefreie Landwirtschaft.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6kologische Landwirtschaft schont die Umwelt und erzeugt hochwertige Lebensmittel. 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