{"id":106605,"date":"2024-03-13T00:01:00","date_gmt":"2024-03-12T23:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=106605"},"modified":"2024-03-13T10:53:43","modified_gmt":"2024-03-13T09:53:43","slug":"asset-management-schweizer-banken-und-versicherungen-stimmen-fuer-die-zerstoerung-von-klima-und-biodiversitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/106605\/asset-management-schweizer-banken-und-versicherungen-stimmen-fuer-die-zerstoerung-von-klima-und-biodiversitaet\/","title":{"rendered":"Asset-Management: Schweizer Banken und Versicherungen stimmen f\u00fcr die Zerst\u00f6rung von Klima und Biodiversit\u00e4t"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Banken und Versicherungen, die im Asset-Management-Bereich t\u00e4tig sind, billigen umwelt- und klimasch\u00e4dliche Aktivit\u00e4ten von Unternehmen, an denen sie beteiligt sind. Dies geht aus einer Analyse des Abstimmungsverhaltens von zehn der gr\u00f6ssten in der Schweiz t\u00e4tigen Asset-Manager hervor, die Greenpeace Schweiz heute anl\u00e4sslich der GV-Saison 2024 ver\u00f6ffentlicht. Konkret machte die Umweltorganisation eine Stichprobe und untersuchte zehn im Jahr 2023 durchgef\u00fchrte Abstimmungen bei Unternehmen, die mit ihren Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten die Klimakrise versch\u00e4rfen und die Biodiversit\u00e4t zerst\u00f6ren. Die Analyse macht deutlich: Die Banken und Versicherungen nehmen ihre Verantwortung f\u00fcr den Schutz der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen, auf denen die Wirtschaft und das menschliche Leben insgesamt beruhen, nicht ernsthaft wahr.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Das Asset-Management der UBS verzichtete zum Beispiel auf die Unterst\u00fctzung eines Aktion\u00e4rsantrags, mit dem die Royal Bank of Canada verpflichtet worden w\u00e4re, die Finanzierung von \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung, insbesondere von Teersand-Mining, zu begrenzen. Mehr noch: Die Bank best\u00e4tigte auch die Wiederwahl diverser Verwaltungsratspr\u00e4sidenten, die f\u00fcr klima- und umweltsch\u00e4dliche Unternehmensstrategien verantwortlich sind \u2013 darunter der Verwaltungsratspr\u00e4sident von ExxonMobil. BlackRock wiederum stimmte sogar gegen eine Aktion\u00e4rsinitiative, die Amazon zur Offenlegung des gesamten Plastikverbrauchs und der Pl\u00e4ne zur Plastikreduktion aufforderte. Ein weiteres Beispiel: Swisscanto stimmte der Klimastrategie von TotalEnergies zu, obwohl diese im Widerspruch zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens steht.<\/p>\n\n<p>Die in der Analyse ber\u00fccksichtigten Asset-Manager (UBS, Credit Suisse, Pictet, Vontobel, Swiss Life, Swisscanto, Lombard Odier, BlackRock, AXA und GAM) investieren die von ihnen verwalteten Gelder, inklusive Vorsorgegelder aus der 2. und 3. S\u00e4ule, in umweltsch\u00e4dliche Aktivit\u00e4ten. Sie stellen diese Aktivit\u00e4ten an den Generalversammlungen der investierten Unternehmen nicht in Frage und unterlassen es, die Unternehmen zur Reduktion ihrer Emissionen und ihres Naturverbrauchs zu verpflichten. Stattdessen bevorzugen die Asset-Manager eine kurzfristige Profitlogik.<\/p>\n\n<p>Gleichzeitig versprechen die Asset-Manager, die Unternehmen, in die sie investieren, mit Active Ownership (auch bekannt als Investment Stewardship) nachhaltiger zu machen. Sie verpflichten sich auch \u00f6ffentlich dazu, internationale Vereinbarungen zum Schutz von Klima und Biodiversit\u00e4t zu unterst\u00fctzen. Dieses Engagement spiegelt sich jedoch nicht konsequent im Abstimmungsverhalten der Asset-Manager bei den Generalversammlungen wider.<\/p>\n\n<p>Kommt hinzu: Viele der untersuchten Asset-Manager geben nicht bekannt, welche Massnahmen sie ergreifen, um Verwaltungsr\u00e4te der investierten Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, wenn diese die Nachhaltigkeitsziele nicht erreichen. Schlimmer noch, es gibt Asset-Manager, die die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihr Abstimmungsverhalten nicht ver\u00f6ffentlichen. Das Asset-Management von Vontobel beispielsweise hat sein Abstimmungsverhalten vom Jahr 2023, trotz Nachfrage, noch nicht publik gemacht.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Mit dieser Intransparenz verzichten die Asset-Manager darauf, ein wirkungsvolles Signal hinsichtlich erwartetem Klima- und Umweltschutz an die Verantwortlichen eines Unternehmens zu senden. Es ist dadurch f\u00fcr Anleger:innen auch sehr schwierig zu erkennen, ob ihr Verm\u00f6gen im Einklang mit den von Banken und Versicherungen eingegangenen Verpflichtungen zur Nachhaltigkeit verwaltet wird.<\/p>\n\n<p>\u00abDie Ergebnisse unserer Analyse sind besorgniserregend\u00bb, sagt Niki Vischer, Expertin f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz und Co-Autorin des Berichts. \u00abWer Aktien eines Unternehmens besitzt, wird Miteigent\u00fcmer des Unternehmens und muss sodann Verantwortung f\u00fcr die Folgen der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeiten \u00fcbernehmen. Die Asset-Manager t\u00e4tigen Investitionen im Namen von Anleger:innen und \u00fcben die entsprechenden Aktion\u00e4rsrechte aus.\u00bb&nbsp;<\/p>\n\n<p>\u00abDie Asset-Manager m\u00fcssen ihren Einfluss geltend machen\u00bb, sagt Peter Haberstich, Experte f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft bei Greenpeace Schweiz. \u00abSie m\u00fcssen die investierten Unternehmen dazu verpflichten, Strategien zu verfolgen, die mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens und des \u00dcbereinkommens \u00fcber die biologische Vielfalt im Einklang stehen. Wir erwarten, dass ihre gr\u00fcnen Versprechen keine Lippenbekenntnisse bleiben und die Asset-Manager ihren Worten schnell Taten folgen lassen. Die Saison der Generalversammlungen von 2024 ist nun er\u00f6ffnet. Damit bietet sich den Asset-Managern die Gelegenheit, ihr Abstimmungsverhalten und ihr Engagement zu \u00e4ndern.\u00bb<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zum Bericht<\/h2>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/106521\/gegen-klima-und-natur-gestimmt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gegen Klima und Natur gestimmt<\/a>\u00a0\u2013 (In-)Active Ownership: Asset-Manager \u00fcbernehmen keine Verantwortung f\u00fcr Klima- und Umweltschutz. Der Bericht ist auch auf Englisch und Franz\u00f6sisch verf\u00fcgbar. <\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<p>Die Autor:innen der Studie:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Niki Vischer, Expertin f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft, Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 15, <a href=\"mailto:niki.vischer@greenpeace.org\">niki.vischer@greenpeace.org<\/a> (Antworten auf Deutsch und Englisch)<\/li>\n\n\n\n<li>Peter Haberstich, Experte f\u00fcr eine nachhaltige Finanzwirtschaft, Greenpeace Schweiz: +41 76 337 44 49, <a href=\"mailto:peter.haberstich@greenpeace.org\">peter.haberstich@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Banken und Versicherungen, die im Asset-Management-Bereich t\u00e4tig sind, billigen umwelt- und klimasch\u00e4dliche Aktivit\u00e4ten von Unternehmen, an denen sie beteiligt sind. 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