{"id":10662,"date":"2014-12-10T00:00:00","date_gmt":"2014-12-09T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10662\/beruhigungspillen-behoerdenbriefe-und-ein-bisschen-atomausstieg\/"},"modified":"2019-05-30T10:37:46","modified_gmt":"2019-05-30T08:37:46","slug":"beruhigungspillen-behoerdenbriefe-und-ein-bisschen-atomausstieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10662\/beruhigungspillen-behoerdenbriefe-und-ein-bisschen-atomausstieg\/","title":{"rendered":"Beruhigungspillen, Beh\u00f6rdenbriefe und ein bisschen Atomausstieg"},"content":{"rendered":"<p><b>Mittlerweile haben alle Schweizer Haushalte im Umkreis von 50 Kilometern um ein AKW Jodtabletten erhalten. W\u00e4hrend die Verteilung lief hat Greenpeace Schweiz klargemacht, was die Tabletten wirklich k\u00f6nnen \u2013 und was nicht. Und der Nationalrat hat klargemacht, das ihm die Interessen der AKW-Betreiber wichtiger sind als die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung. Ein R\u00fcckblick.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f792afbf-f792afbf-dsf2587.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/f792afbf-f792afbf-dsf2587.jpg\" alt=\"\" \/><\/a>Aus den Tabletten wurden Beruhigungspillen, die reale Gefahr wurde verharmlost. \u00a9 Nicolas Fojtu \/ Greenpeace Schweiz<\/div>\n<\/div>\n<p>In einer unscheinbaren Schachtel haben in den letzten knapp zwei Monaten fast f\u00fcnf Millionen Schweizerinnen und Schweizer ein Packung Jodtabletten erhalten \u2013 gedacht als Schutz bei einem Atomunfall. Mit dem Versand hat der Bund eine unangenehme Wahrheit best\u00e4tigt: Die Gefahr einer AKW-Katastrophe ist auch hierzulande real.<\/p>\n<p>Die begleitende Kommunikation der Beh\u00f6rden hingegen erweckte einen etwas anderen Eindruck. Aus den Tabletten wurden Beruhigungspillen, die reale Gefahr wurde verharmlost. So teilten die Beh\u00f6rden den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern beispielsweise mit, sie seien mit den Jodtabletten \u00abim Notfall gut gesch\u00fctzt\u00bb. Das konnte Greenpeace Schweiz so nicht stehen lassen.<\/p>\n<p><strong>Bev\u00f6lkerung informiert<br \/>\n<\/strong>Auf der Kampagnenwebsite haben wir die Bev\u00f6lkerung \u00fcber den tats\u00e4chlichen Nutzen der Jodverteilung und die Gefahr altersschwacher Reaktoren informiert und aufgefordert, aktiv zu werden: \u00dcber 8000 Personen haben in kurzer Zeit die Online-Petition unterzeichnet, die vom Nationalrat verlangt, f\u00fcr die Schweizer AKW endlich ein klares Abschaltdatum festzulegen. Und fast 2000 der Unterzeichner haben sich mit einer pers\u00f6nlichen Botschaft zum Atomausstieg ans Parlament gewandt. Die Botschaften waren klar, stiessen aber leider auf taube Ohren. Doch dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><strong>Beh\u00f6rdeninformation verbessert<br \/>\n<\/strong>Aber war nun die Bev\u00f6lkerung wirklich gut informiert? War nun beispielsweise allen klar, dass Jodtabletten zwar bei einem AKW-Unfall einen gewissen Schutz bieten f\u00fcr die Schilddr\u00fcse vor radioaktivem Jod, nicht aber vor anderen radioaktiven Stoffen? Greenpace Schweiz zeigte auf, wie die Information der Beh\u00f6rden h\u00e4tte aussehen m\u00fcssen:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/kyxpOd1WzMI\" width=\"640\" height=\"360\"><\/iframe><\/p>\n<h3><strong><br \/>\nHintergrundinformationen zum Brief <\/strong><a class=\"download\" title=\"Jodtabletten Hintergrund-Dossier\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/jodtabletten_hintergrunddossier.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>(klick hier f\u00fcr Download)<\/em><\/a><\/h3>\n<p><strong>Befristung abgelehnt<br \/>\n<\/strong>Nun w\u00e4re es am Nationalrat gewesen, f\u00fcr einen echten Schutz der Bev\u00f6lkerung zu sorgen: mit klaren Laufzeiten f\u00fcr die Schweizer AKW. Dass viele Schweizerinnen und Schweizer genau das verlangen, machte Greenpeace Schweiz dem Nationalrat vor der Debatte noch einmal deutlich: Per Twitter wurden die Stimmen der Bev\u00f6lkerung von der Kampagnenwebsite ins Parlament getragen.<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/SVPBrunner\">@SVPBrunner<\/a> Wir fragten, was die Menschen Ihnen zur Atomausstiegsdebatte sagen m\u00f6chten. Tausende antworteten. <a href=\"http:\/\/t.co\/N6iB17L6Xa\">http:\/\/t.co\/N6iB17L6Xa<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Greenpeace.ch (@greenpeace_ch) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/greenpeace_ch\/status\/540420358319661056\">4. Dezember 2014<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><script charset=\"utf-8\" type=\"text\/javascript\" src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\"><\/script><\/p>\n<p><a href=\"\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/dieser-atomausstieg-verdient-diesen-namen-nic\/blog\/51628\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Zu mehr als einem Mini-Atomausstieg konnte sich der Nationalrat jedoch nicht durchringen. <\/a>Statt die Uralt-AKW in M\u00fchleberg und Beznau schnellstm\u00f6glich abzuschalten, gew\u00e4hrte er ihnen eine unverantwortlich lange Gesamtlaufzeit von 60 Jahren. Die zwei neueren AKW in Leibstadt und G\u00f6sgen k\u00f6nnen gar theoretisch unbegrenzt am Netz bleiben. Es ist nun am St\u00e4nderat, den gef\u00e4hrlichen Entscheid des Nationalrats zu korrigieren. Greenpeace Schweiz wird die Debatte weiterhin kritisch begleiten und aufzeigen, wie es tats\u00e4chlich bestellt ist um den Schutz der Schweizer Bev\u00f6lkerung vor einem Atomunfall.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile haben alle Schweizer Haushalte im Umkreis von 50 Kilometern um ein AKW Jodtabletten erhalten. 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