{"id":107004,"date":"2024-03-26T16:00:00","date_gmt":"2024-03-26T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=107004"},"modified":"2024-03-26T15:58:15","modified_gmt":"2024-03-26T14:58:15","slug":"wird-die-schweiz-zum-sammelbecken-der-problempestizide","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/107004\/wird-die-schweiz-zum-sammelbecken-der-problempestizide\/","title":{"rendered":"Wird die Schweiz zum Sammelbecken der Problempestizide?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Der Bund will die Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV) auf Druck einer Parlamentsmehrheit revidieren. Warum der nun vorgelegte Entwurf gef\u00e4hrlich ist.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Dieser beinhaltet keine Absch\u00e4tzung der Risiken f\u00fcr Mensch und Natur, was ein solches Vorhaben mit potenziell weitreichenden Auswirkungen eigentlich zwingend vorschreiben w\u00fcrde.<\/li>\n\n\n\n<li>Statt unser Trinkwasser gen\u00fcgend vor langlebigen Pestizid-R\u00fcckst\u00e4nden zu sch\u00fctzen, verkennt die Vorlage zudem die Gefahr, welche von hochgiftigen Pestiziden ausgeht.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>Bei einer solch tiefgreifenden Revision der Pflanzenschutzmittelverordnung erwarten wir zwingend eine <a href=\"https:\/\/www.seco.admin.ch\/seco\/de\/home\/wirtschaftslage---wirtschaftspolitik\/wirtschaftspolitik\/regulierung\/regulierungsfolgenabschaetzung.html?utm_source=sfmc&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=2024_03_26_MM_PSMV_DE&amp;&amp;&amp;&amp;&amp;\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Regulierungsfolgenabsch\u00e4tzung (RFA)<\/a> zu m\u00f6glichen negativen Folgen auf die menschliche Gesundheit, die Trinkwasserressourcen, aber auch auf die gesamte Umwelt, wie es von den RFA Richtlinien des Bundes verlangt wird. Was sonst gang und g\u00e4be ist, hat das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) beim vorliegenden Entwurf verpasst. Dies muss zwingend nachgeliefert werden. Alles andere w\u00e4re verantwortungslos. Darum beantragen die Gesundheits-, Umwelt- und Trinkwasserverb\u00e4nde dem BLV eine R\u00fcckweisung der Vorlage und eine Neuauflage &#8211; zusammen mit einer Risikofolgenabsch\u00e4tzung.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesundheits- und Umweltpr\u00fcfung soll in der Schweiz abgeschafft werden<\/h2>\n\n<p>Heute muss ein Pestizid in der Schweiz eine Gesundheits- und Umweltpr\u00fcfung bestehen, bevor es bewilligt werden darf. Umweltorganisationen kritisieren seit Jahren, dass namentlich die Umweltpr\u00fcfung mangelhaft ist, weil etwa das Risiko f\u00fcr Amphibien (79% der Arten auf Roter Liste), Best\u00e4uber-Insekten (ausser Honigbienen) oder aquatische Pilze (grundlegend f\u00fcr Gew\u00e4sser\u00f6kosystem) nicht gepr\u00fcft wird. Ausserdem beklagen und belegen die \u00f6ffentlichen Wasserversorgungen seit langem, dass die Trinkwasserressourcen ungen\u00fcgend gegen langlebige Pestizidr\u00fcckst\u00e4nde gesch\u00fctzt sind. So h\u00e4tte eigentlich erwartet werden d\u00fcrfen, dass diese Probleme mit der neuen PSMV angegangen werden. Weit gefehlt! Neu soll sogar die Gesundheits- und Umweltpr\u00fcfung abgeschafft werden, indem Bewilligungs-Entscheide von EU-Staaten \u00fcbernommen werden. Die \u00dcbernahme von Bewilligungen aus EU-Staaten ist eine Forderung der Agrarlobby und Agrochemie. Sie hat eine Mehrheit im Parlament gefunden. Genannt wird sie im Entwurf der neuen PSMV (Art. 45) \u201eerleichterte Zulassung\u201c und sie d\u00fcrfte angewendet werden bei EU-Staaten, in denen \u201cvergleichbare\u201d agronomische, klimatische und umweltrelevante Bedingungen wie in der Schweiz herrschen. Was unter \u201cvergleichbar\u201d gemeint ist, wird im Verordnungsentwurf nicht pr\u00e4zisiert. &nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Massiver Druck auf Zulassungsbeh\u00f6rde bef\u00fcrchtet<\/h2>\n\n<p>Pestizide, die intensiv und f\u00fcr lange Zeit gegen \u201eSch\u00e4dlinge\u201c wirken, t\u00f6ten auch am meisten Amphibien, Best\u00e4uberinsekten oder Wasserorganismen und gef\u00e4hrden oft die Gesundheit der Menschen. Verkaufen lassen sich die Intensivsten aber am besten. Dies d\u00fcrfte dazu f\u00fchren, dass die Pestizidh\u00e4ndler vor allem die sch\u00e4dlichsten Pestizide aus EU-L\u00e4nder in der Schweiz zur \u201cerleichterten Zulassung\u201d anmelden. Da in jedem EU-Land nur ein Teil der besonders umweltsch\u00e4dlichen Pestizide bewilligt ist, k\u00f6nnte die Schweiz mit der vereinfachten Zulassung zum Sammelbecken aller europ\u00e4ischen Problem-Pestizide werden. Nur schon in den Nachbarl\u00e4ndern der Schweiz sind derzeit 50 teils sehr problematische Wirkstoffe und hunderte von Pflanzenschutzmitteln mit Wirkstoffen zugelassen, die in der Schweiz bislang verboten sind. Die Gesundheits-, Umwelt- und Trinkwasserverb\u00e4nde bef\u00fcrchten einen massiven Druck auf die Zulassungsbeh\u00f6rde, solche Mittel in der Schweiz bei einer vereinfachten Zulassung zu bewilligen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Link zur Musterstellungnahme<\/h2>\n\n<p><a href=\"https:\/\/umweltallianz.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2024_03_29-Musterstellungnahme_2-PSMV-UWA.pdf\">Musterstellungnahme<\/a><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Greenpeace Schweiz: Florian Kasser, <a href=\"mailto:florian.kasser@greenpeace.org\">florian.kasser@greenpeace.org<\/a>, +41 76 345 26 55<\/li>\n\n\n\n<li>WWF Schweiz: Jonas Schmid, Kommunikationsberater Biodiversit\u00e4t, <a href=\"mailto:jonas.schmid@wwf.ch\">jonas.schmid@wwf.ch<\/a>, 079 241 60 57<\/li>\n\n\n\n<li>\u00c4rztinnen und \u00c4rzte f\u00fcr Umweltschutz (AefU): Martin Forter, Gesch\u00e4ftsleiter, <a href=\"mailto:martin.forter@aefu.ch\">martin.forter@aefu.ch<\/a>, 061 691 55 83<\/li>\n\n\n\n<li>Trinkwasserverband AWBR: Roman Wiget, <a href=\"mailto:roman.wiget@awbr.org\">roman.wiget@awbr.org<\/a>, 079 260 74 97<\/li>\n\n\n\n<li>Trinkwasserverband IAWR: Wolfgang Deinlein, <a href=\"mailto:deinlein@iawr.org\">deinlein@iawr.org<\/a>, +49 721 599 32 02<\/li>\n\n\n\n<li>Verein ohne Gift: Georg Odermatt, Pr\u00e4sident, <a href=\"mailto:info@ohnegift.ch\">info@ohnegift.ch<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Pro Natura: Marcel Liner, Leiter Landwirtschaftspolitik, <a href=\"mailto:marcel.liner@pronatura.ch\">marcel.liner@pronatura.ch<\/a>, 061 317 92 40<\/li>\n\n\n\n<li>BirdLife Schweiz: Jonas Sch\u00e4lle, Projektleiter Landwirtschaft, <a href=\"mailto:jonas.schaelle@birdlife.ch\">jonas.schaelle@birdlife.ch<\/a>, 044 457 70 26<\/li>\n\n\n\n<li>Stiftung Future 3: Dominik Waser, Campaigner, <a href=\"mailto:dominik@future3.ch\">dominik@future3.ch<\/a>, 079 313 98 02<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bund will die Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV) auf Druck einer Parlamentsmehrheit revidieren. 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