{"id":10772,"date":"2014-11-12T00:00:00","date_gmt":"2014-11-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10772\/forschung-ja-gentechnik-nein\/"},"modified":"2019-05-30T10:40:45","modified_gmt":"2019-05-30T08:40:45","slug":"forschung-ja-gentechnik-nein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10772\/forschung-ja-gentechnik-nein\/","title":{"rendered":"Forschung ja, Gentechnik nein"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Forschungsanstalt Agroscope will auf dem Versuchsareal Reckenholz in Z\u00fcrich genmanipulierte Kartoffeln pflanzen.\u00a0Die geplanten Versuche sind sehr teuer und zielen an den Bed\u00fcrfnissen von Landwirtschaft und KonsumentInnen vorbei.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Die Forschungsanstalt Agroscope will auf dem Versuchsareal Reckenholz in Z\u00fcrich genmanipulierte Kartoffeln pflanzen.\u00a0<\/strong><strong>Die geplanten Versuche sind sehr teuer und zielen an den Bed\u00fcrfnissen von Landwirtschaft und KonsumentInnen vorbei.<\/strong><\/p>\n<p>Ziel der Gentech-Forscher ist es, Kartoffeln zu z\u00fcchten, die resistent sind gegen die Kraut- und Knollenf\u00e4ule. Dabei handelt es sich um eine Pilzinfektion, die weltweit Ernteausf\u00e4lle verursacht. \u00abWir stehen den geplanten Feldversuchen kritisch gegen\u00fcber\u00bb, sagt Marianne K\u00fcnzle, Landwirtschaftsexpertin bei Greenpeace. <span>\u00ab<\/span>Man weiss nicht, welche Effekte eine Genmanipulation mit sich bringen kann \u2013 im schlimmsten Fall kann es gar zur Bildung von neuen, allenfalls toxischen Proteinen f\u00fchren.\u00bb<\/p>\n<p><strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/68aceabd-68aceabd-gp01sk5.jpg\" title=\"Gentechnologie ist der falsche Weg\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"Gentechnologie ist der falsche Weg\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/68aceabd-68aceabd-gp01sk5.jpg\" alt=\"Gentechnologie ist der falsche Weg\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Mittwoch, 12. November 2014<\/span><br \/>\n        <strong>Gentechnologie ist der falsche Weg<\/strong><\/p>\n<p>\n            Gentech-Pflanzen sind ein Risiko f\u00fcr die Umwelt und die Gesundheit von Mensch und Tier und in einer \u00f6kologischen Landwirtschaft unn\u00f6tig.\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<br \/>Gentechnik ist Gentechnik<\/strong><\/p>\n<p>Beim Versuch in Reckenholz testen die Forscher Kartoffeln, die mit der Cisgenese-Methodik hergestellt wurden: Dabei werden Resistenzgene von Wildkartoffeln mit Hilfe gentechnischer Methoden in eine Zelle eingef\u00fchrt. Dieses Vorgehen unterscheidet sich nicht wesentlich von der \u00fcblicherweise angewandten Genmanipulation, bei der einer Pflanzenzelle Gene aus einer anderen Pflanzenart, einem Bakterium oder einem Virus eingepflanzt werden. Bei der Cisgenese entsteht ebenfalls eine genmanipulierte Pflanze, auch wenn Gene einer gleichartigen Pflanze eingef\u00fchrt werden. Denn wo das Gen im Erbgut eingebaut wird, kann man noch nicht steuern. In der Empf\u00e4ngerzelle besteht nat\u00fcrlicherweise keine Stelle, die f\u00fcr die Integration des Reagenzglaskonstrukts vorbestimmt ist. Der Einbau der neuen Gen-Einheit kann deshalb zu unerwarteten Effekten bei den neuen Genen selbst sowie auch bei den benachbarten Genomregionen f\u00fchren. Entscheidend ist weniger die Herkunft der eingef\u00fchrten Gensequenz, sondern welche Eigenschaft mit dem Gentransfer gekoppelt ist und wie sich die eingebaute Gensequenz im Empf\u00e4ngergenom verh\u00e4lt. Ein Gen, das aus einer anderen Pflanze \u2013 oder auch aus der gleichen Pflanze \u2013 eingef\u00fchrt wird, kann wenig dramatische oder dramatische Nebeneffekte erzeugen. Durch die Insertion der eingef\u00fchrten DNA Sequenzen ins Erbgut der Pflanze kann es zur Bildung neuer unbeabsichtigter Proteine kommen. Die Wirkung dieser Proteine kann neutral, erw\u00fcnscht oder unerw\u00fcnscht sein. Kartoffeln, die mit Hilfe der Cisgenese erzeugt werden, sind ebenfalls Gentech-Pflanzen.<\/p>\n<p><strong>Mensch und Tier als Versuchskaninchen<\/strong><\/p>\n<p>Die Wissenschaftler k\u00f6nnen weder den genauen Ort, wo das Gen in die Pflanze eingebaut wird, noch die Wechselwirkungen mit anderen Genen und Proteinen gezielt steuern. Kein Wunder, dass es beim Anbau von Gentech-Pflanzen immer wieder zu \u00fcberraschenden Nebenwirkungen gekommen ist: Genver\u00e4nderte Baumwollpflanzen werfen ihre Kapseln vor der Ernte ab, Pappeln bl\u00fchen zum falschen Zeitpunkt, pestizidresistente Pflanzen ver\u00e4ndern ihr Auskreuzungsverhalten, Kartoffeln werden ungewollt gr\u00f6sser, Fische mit Frostschutz-Genen zeigen beschleunigtes Wachstum, bei Sojabohnen verholzen die St\u00e4ngel und so weiter und so fort.<\/p>\n<p>Einmal in die Umwelt freigesetzt, sind Gentech-Pflanzen nicht mehr r\u00fcckholbar. <a title=\"Gentech - Fragen &amp; Antworten\" href=\"\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Gentech\/Fragen-und-Antworten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sie stellen eine Gefahr f\u00fcr das \u00f6kologische Gleichgewicht und die menschliche Gesundheit dar:<\/a> Der grossfl\u00e4chige Anbau von Gentech-Pflanzen in Nord- oder S\u00fcdamerika macht dies drastisch deutlich: Gentech-Pflanzen haben ihre Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Pestizide \u00fcber Pollenflug oder Insekten auf artverwandte Wildpflanzen \u00fcbertragen. Zudem werden Gentech-Pflanzen wie Unkr\u00e4uter durch den massiven und kontinuierlichen Einsatz von Herbiziden unempfindlich gegen Gift-Duschen. Um diese Unkr\u00e4uter zu bek\u00e4mpfen, werden hochgiftige Pestizide in immer gr\u00f6sseren Mengen eingesetzt. Hinzu kommt, dass Gentech-Pflanzen, die giftig wirken auf bestimmte Insekten, auch N\u00fctzlinge sch\u00e4digen, traditionelle Pflanzenarten verdr\u00e4ngen und damit die Artenvielfalt gef\u00e4hrden. Ob der Konsum von Gentech-Lebensmitteln langfristig krank macht, bleibt unerforscht. Zumindest der Einsatz von Pestiziden wird in der medizinischen Forschung immer wieder mit massiven gesundheitlichen Problemen, etwa mit neurodegenerativen Krankheiten, in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>\u00abNat\u00fcrlich soll der Kartoffelanbau verbessert werden und weitere robuste, pilzresistente Sorten entwickelt werden\u00bb, sagt K\u00fcnzle. \u00abGentechnik ist dabei aber der denkbar schlechteste Weg. Es braucht die Forschungs-Gelder f\u00fcr konventionelle Z\u00fcchtung und die Verbesserung der Anbausysteme.\u00bb <a href=\"\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Bienen-und-Pestizide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpace engagiert sich f\u00fcr eine chemiefreie, gentechfreie Landwirtschaft,<\/a> die auf die nat\u00fcrliche Vielfalt setzt und unter anderem\u00a0<a href=\"\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Bienen-und-Pestizide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">die Bienen sch\u00fctzt.<\/a><\/p>\n<p>Eine sichere Alternative zur Gentechnik: <a title=\"Smart Breeding\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/smart-breeding-revolution-in-der-pflanzenzuch\/blog\/51117\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Smart Breeding<\/a>.<\/p>\n<p><span>Weitere <span>Informationen zum Thema Gentech und\u00a0<\/span>warum dies der falsche Weg ist, findest du in unserem Video zu Gentech-Landwirtschaft:<\/span><span><br \/><\/span><\/p>\n<p><a href=\"\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Bienen-und-Pestizide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><iframe loading=\"lazy\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/zRqEemy4Zdc\" width=\"640\" height=\"360\"><\/iframe><br \/><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Forschungsanstalt Agroscope will auf dem Versuchsareal Reckenholz in Z\u00fcrich genmanipulierte Kartoffeln pflanzen.\u00a0Die geplanten Versuche sind sehr teuer und zielen an den Bed\u00fcrfnissen von Landwirtschaft und KonsumentInnen vorbei. 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