{"id":10831,"date":"2014-11-19T00:00:00","date_gmt":"2014-11-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10831\/nein-zur-ecopop-initiative-am-30-november\/"},"modified":"2019-05-30T10:42:15","modified_gmt":"2019-05-30T08:42:15","slug":"nein-zur-ecopop-initiative-am-30-november","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10831\/nein-zur-ecopop-initiative-am-30-november\/","title":{"rendered":"NEIN zur Ecopop-Initiative am 30. November!"},"content":{"rendered":"<p><b>Die Ecopop-Initiative spricht wichtige Anliegen vieler um die Umwelt besorgter Menschen an. Dennoch ist Greenpeace entschieden dagegen! Warum lehnt Greenpeace \u00a0eine Initiative ab, die es scheinbar als einzige in der Schweiz wagt, das heilige Dogma des Wachstums zu kritisieren? Diese und \u00e4hnliche Fragen haben uns einige Menschen, die Greenpeace nahestehen, in den letzten Wochen gestellt. Schauen wir also genauer hin: Was steckt hinter den Forderungen der Ecopop-Initiative?<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p>Die Ecopop-Initiative spricht wichtige Anliegen vieler um die Umwelt besorgter Menschen an. Dennoch ist Greenpeace entschieden dagegen! Warum lehnt Greenpeace \u00a0eine Initiative ab, die es scheinbar als einzige in der Schweiz wagt, das heilige Dogma des Wachstums zu kritisieren? Diese und \u00e4hnliche Fragen haben uns einige Menschen, die Greenpeace nahestehen, in den letzten Wochen gestellt. Schauen wir also genauer hin: Was steckt hinter den Forderungen der Ecopop-Initiative?<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u201eNein zum grenzenlosen Wachstum\u201c:<\/strong> <br \/>Dieses Anliegen teilt Greenpeace voll und ganz. In unseren Kampagnen fordern wir eine radikale Abkehr vom masslosen Ressourcenverbrauch (Energiewende, Schutz der W\u00e4lder und der Meere, Schutz der Arktis). Und wir unterst\u00fctzen in der Schweiz Initiativen, die in diese Richtung gehen: 2000 Watt-Gesellschaft, CO2-Abgabe, \u00f6kologische Landwirtschaft, \u00f6kologische Steuerreform. <br \/>Im Unterschied zu den Ecopop-InitiantInnen sehen wir jedoch die Hauptursache des drohenden Umweltkollapses nicht im Bev\u00f6lkerungswachstum oder in der Einwanderung. Die Zerst\u00f6rung der Umwelt kennt keine nationalen Grenzen. In der Schweiz w\u00e4chst der Pro-Kopf-Verbrauch rascher als die Einwanderung. Die Schweiz exportiert einen immer gr\u00f6sser werdenden Teil der Umweltauswirkungen des Konsums ins Ausland. Es spielt keine Rolle, ob eine Person in Deutschland, Italien oder der Schweiz lebt: Insgesamt \u00e4ndert das an der globalen Umweltbelastung nichts. Die Ecopop Initiative w\u00fcrde in bestimmten Gebieten die Umweltbelastung sogar erh\u00f6hen, da sie eine Zunahme der Grenzg\u00e4ngerInnen und damit zus\u00e4tzliche Umweltbelastungen zur Folge h\u00e4tte. Deshalb geht die drastische Beschr\u00e4nkung der Einwanderung, wie sie Ecopop fordert, in eine v\u00f6llig falsche Richtung. Nebst der Tatsache, dass die InitiantInnen die sozialen Konsequenzen eines Dichtmachens der Schweizer Grenzen ausser Acht lassen: Warum fordern sie nicht konkrete Massnahmen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs in der Schweiz?\n<\/li>\n<li><strong>\u201eNein zur Zubetonierung der Schweiz\u201c:<\/strong> <br \/>Auch diesen Slogan w\u00fcrde Greenpeace unterschreiben. Wir kritisieren die Zunahme des individuellen Autoverkehrs und die Zubetonierung der Schweiz durch immer mehr Strassen. Wir stehen der bisherigen Siedlungsentwicklung der Schweiz kritisch gegen\u00fcber und haben das neue Raumplanungsgesetz unterst\u00fctzt. Wir begr\u00fcssen st\u00e4dtebauliche Innovationen, die neue und nachhaltige Wohnformen erm\u00f6glichen. K\u00fcrzlich sind wir mit unserem B\u00fcro in die Genossenschaft Kalkbreite gezogen: Hier sparen wir nicht nur eine Menge Energie, sondern wir leben echte Suffizienz, indem wir mit viel weniger Platz auskommen. Die Ecopop-InitiantInnen fordern auch Verzicht \u2013 aber nur von den Menschen, die in die Schweiz kommen wollen. Dabei sind es wir in der Schweiz, die auf viel zu grossem Fuss leben. Ihren eigenen Fussabdruck stellen die InitiantInnen nicht in Frage.\u00a0\n<\/li>\n<li><strong>\u201eJa zu mehr Lebensqualit\u00e4t\u201c:<\/strong> <br \/>Wer will das schon nicht? Doch um welche Lebensqualit\u00e4t geht es hier, und wer darf hier wie viel Raum und Ressourcen beanspruchen? Was die Ecopop-InitiantInnen fordern, ist eine Ballenberg-Schweiz, in der sie ihren eigenen Lebensstandard aufrechterhalten k\u00f6nnen und von der sie andere Menschen ausschliessen. Wir aber w\u00fcnschen uns eine andere Art der Lebensqualit\u00e4t: einen suffizienten, nachhaltigen Lebensstil und ein Zusammenleben, das die Menschen einander n\u00e4her bringt, statt sie zu trennen.\u00a0\n<\/li>\n<li>\u201e<strong>Ja zu einem Leben in W\u00fcrde in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern\u201c: <br \/><\/strong>Auch das ist ein hehres Ziel. Doch was meinen die Ecopop-InitiantInnen damit? Der Bund soll mehr Mittel in Massnahmen zur F\u00f6rderung der freiwilligen Familienplanung in armen L\u00e4ndern einsetzen. Wir sind auch der Meinung, dass alle Menschen Zugang zu Verh\u00fctungsmitteln haben sollten. Doch ist die einseitige F\u00f6rderung der Familienplanung, wie sie Ecopop fordert, eine technokratische Scheinl\u00f6sung und verschweigt die wahren Ursachen von Armut und Umweltzerst\u00f6rung: Krieg, Unterdr\u00fcckung, ungerechte Verteilung, fehlender Zugang der Frauen zu Bildung und anderen Ressourcen.\u00a0Ein Blick in die Geschichte zeigt: Von aussen oder von oben initiierte F\u00f6rderung der Familienplanung \u2013 auch wenn sie noch so gut gemeint ist und die Freiwilligkeit der Frauen betont \u2013 ist in der Realit\u00e4t oft als Mittel der Unterdr\u00fcckung von Frauen missbraucht worden. Deshalb sprechen sich auch Frauenorganisationen gegen die Ecopop-Initiative aus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch unsere Ablehnung der Ecopop-Initiative ist noch grunds\u00e4tzlicher:<\/p>\n<p>Wir haben bei Greenpeace ein Naturverst\u00e4ndnis, das den Menschen einbezieht und dessen Grundrecht auf ein w\u00fcrdiges Leben, auf Gerechtigkeit und Fairness einschliesst. Greenpeace wurde als Friedensbewegung gegr\u00fcndet, die alle Menschen willkommen heisst; die Natur ist der Ort, wo unser &#171;Mensch-sein&#187; stattfindet. Diese Haltung ist unvereinbar mit den Anliegen von Ecopop.<\/p>\n<p>Wir sind der \u00dcberzeugung, dass die brennende \u00f6kologische Frage im Zusammenhang mit der sozialen Frage gel\u00f6st werden muss, d.h. durch die \u00dcberwindung einer Wirtschaftsweise, die stets danach dr\u00e4ngt, sich zum Zweck des maximalen Profits Mensch und Natur zu unterwerfen, sie auszupl\u00fcndern und zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wir sehen L\u00f6sung f\u00fcr die brennenden Probleme darin, dass wir lernen, zu teilen, uns einzuschr\u00e4nken und eine kluge, menschenfreundliche, nachhaltige und trotzdem weltoffene Politik einzuleiten. Greenpeace steht f\u00fcr diese Politik, hier und weltweit.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung liegt nicht darin, uns noch einige Jahre einen idyllischen Nationalpark des Wohlstands zu erhalten, der ohnehin dem Untergang geweiht ist, wenn wir Menschen so weitermachen. Im Gegenteil, solche Scheinl\u00f6sungen sind gef\u00e4hrlich, denn sie lenken vom Bem\u00fchen um echte L\u00f6sungen ab.<\/p>\n<p><strong><br \/>Deshalb rufen wir Sie auf: Stimmen Sie am 30. November ab und sagen Sie NEIN zu den Scheinl\u00f6sungen der Ecopop-Initiative!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ecopop-Initiative spricht wichtige Anliegen vieler um die Umwelt besorgter Menschen an. Dennoch ist Greenpeace entschieden dagegen! 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