{"id":10851,"date":"2014-10-16T00:00:00","date_gmt":"2014-10-15T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10851\/welternaehrungstag-es-braucht-keinen-golden-rice\/"},"modified":"2019-05-30T10:43:00","modified_gmt":"2019-05-30T08:43:00","slug":"welternaehrungstag-es-braucht-keinen-golden-rice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10851\/welternaehrungstag-es-braucht-keinen-golden-rice\/","title":{"rendered":"Weltern\u00e4hrungstag: Es braucht keinen Golden Rice!"},"content":{"rendered":"<p><b><\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/842f5336-842f5336-vita.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/842f5336-842f5336-vita.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Donnerstag, 16. Oktober 2014<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            \u00a9 Luis Liwanag \/ Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<strong>\u00abDie Welt ern\u00e4hren, f\u00fcr die Erde sorgen\u00bb, heisst das Motto des heutigen Weltern\u00e4hrungstags. Acht Gastbeitr\u00e4ge auf unserer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/campaigns\/agriculture\/solution-ecological-farming\/Food-Stories\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">internationalen (engl.) Greenpeace-<\/a><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/campaigns\/agriculture\/solution-ecological-farming\/Food-Stories\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Website<\/a>\u00a0zeigen unterschiedliche Perspektiven zu nachhaltiger Ern\u00e4hrung auf: von einem philippinischen Koch, einer Anthropologin bis zu einem Schriftsteller.<\/strong><\/p>\n<p>Uma Khumairoh und Pablo Tittonell forschen f\u00fcr die Farming Systems Ecology Group an der Wageningen University. Sie sind \u00fcberzeugt, dass der so genannte Golden Rice kein Mittel gegen Mangelern\u00e4hrung ist \u2013 und nennen eine sinnvolle Alternative. Ihr hier ver\u00f6ffentlichter, gek\u00fcrzter Gastbeitrag findet sich im Original (engl.)\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/campaigns\/agriculture\/solution-ecological-farming\/Food-Stories\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>,weitere Informationen zum Thema auf unserer\u00a0<a title=\"Golden Rice\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/vitamin-a-reis-ist-keine-loesung-sondern-ein-\/blog\/28205\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Website<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Gastbeitrag von Uma Khumairoh und Pablo Tittonell:\u00a0<\/strong><strong>Fremde Gene im Reis sind \u00fcberfl\u00fcssig<\/strong><\/p>\n<p>Menschen, V\u00f6gel, Fische, Pflanzen und Mikroben: Alle diese Organismen brauchen Nahrung, Luft, Wasser und Schutz. Sie haben eine komplexe Vielfalt von Interaktionen entwickelt, die jeder Spezies den Zugang zu einer ausgewogenen N\u00e4hrstoffversorgung sichert.<\/p>\n<p>Vielfalt ist auch in der menschlichen Ern\u00e4hrung entscheidend. L\u00e4nder wie Indonesien mit 19,9 Millionen unterern\u00e4hrten Menschen, in denen Reis das Grundnahrungsmittel Nummer eins ist, kennen eine Vielzahl ern\u00e4hrungsbedingter Probleme. Eines von ihnen ist Erblindung infolge von Unterversorgung mit Vitamin A.<\/p>\n<p><strong>Komplexe und anpassungsf\u00e4hige Anbausysteme f\u00fcr Reis<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.greenpeace.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Greenpeace_IdaFrosk_WFD.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-33973\" title=\"Greenpeace_IdaFrosk_WFD\" src=\"http:\/\/blog.greenpeace.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Greenpeace_IdaFrosk_WFD-300x294.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"294\"><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\">Food Artist Ida Frosk zum World Food Day<\/p>\n<\/div>\n<p>Unsere\u00a0<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/Global\/international\/briefings\/agriculture\/2014\/Complex_agroecosystems_for_food_security_in_a_changing_climate.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studien<\/a><a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/Global\/international\/briefings\/agriculture\/2014\/Complex_agroecosystems_for_food_security_in_a_changing_climate.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00a0zu komplexen Agrar-\u00d6kosystemen<\/a>zeigen: Der kombinierte Anbau von Reis und Azolla, einem Wasserfarn, f\u00fchrte zu einer deutlichen Steigerung des Kornertrags \u2013 wenn in den gefluteten Feldern zudem Enten und Fische gehalten werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus stieg so auch die Vielfalt des Nahrungsangebots und bereicherte den Speiseplan der Menschen. Fisch, Eier und Enten sicherten die eigene Versorgung; die Bauern konnten sie aber auch verkaufen. Mit derartigen komplexen Reisanbausystemen wurde von einem Hektar Land genug Vitamin A gewonnen, um 50 Menschen ausreichend zu versorgen.<\/p>\n<p>Kleinbauern, denen diese Anbausysteme vermittelt wurden, und die Kredite f\u00fcr die notwendigen Investitionen erhielten, sehen darin eine klare Verbesserung ihrer Lebenssituation. Daneben produzieren sie in \u00f6kologisch verantwortlicher Art und Weise und gef\u00e4hrden sich nicht l\u00e4nger durch den Einsatz gesundheitssch\u00e4dlicher Pestizide. Die Vielfalt der Systeme sichert die Bauern gegen Schwankungen \u00f6konomischer und klimatischer Bedingungen besser ab. Zuvor von Unter- und Mangelern\u00e4hrung betroffene Menschen werden so sicherer mit Lebensmitteln versorgt. Das alles sind gute Argumente gegen den Anbau von Golden Rice.<\/p>\n<p><strong>Brauchen wir den Golden Rice?<br \/><\/strong><\/p>\n<p>In Indonesien gibt es schon lange heimische rote, schwarze, lila, klebrige, halbklebrige und nicht-klebrige Reissorten mit hohen Gehalten an Zink, Antioxidantien und Vitaminen. Die Menschen in Indonesien essen schon lange <em>sego-empog<\/em> (heimischen Reis mit Mais), <em>sego-gaplek<\/em> (Reis mit Maniok), Reis mit Erbsen und andere Gerichte mit Reis f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige Ern\u00e4hrung. Fisch, Enten, Eier, Gem\u00fcse, Bananen, Papaya und andere Fr\u00fcchte aus komplexen Reis-Anbausystemen, aber auch aus Kleing\u00e4rten (<em>Pekarangan<\/em>), vervollst\u00e4ndigen den Bedarf an Proteinen, Vitaminen und Mineralien.<\/p>\n<p><a title=\"Golden Rice\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/News_Stories\/Newsblog\/vitamin-a-reis-ist-keine-loesung-sondern-ein-\/blog\/28205\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Der so genannte Golden Rice<\/a> ist ein gentechnisch modifizierter Reis mit artfremden Genen f\u00fcr die Synthese von Vitamin A. Er wird als L\u00f6sung f\u00fcr das Problem der Mangelern\u00e4hrung beworben. Doch er ist keine L\u00f6sung und zielt am Kern des Problems, den Reis-Monokulturen, vorbei. Der Anbau von gentechnisch ver\u00e4ndertem Reis w\u00fcrde den Problemen des Mangels an Proteinen und anderer N\u00e4hrstoffe in der Ern\u00e4hrung ebenso wenig gerecht wie den durch den Klimawandel hervorgerufenen Schwankungen in Ertrag und Haushaltseinkommen.<\/p>\n<p>Golden Rice gef\u00e4hrdet zudem die lokale Versorgung, Ern\u00e4hrungsvielfalt und Esskultur. Eltern w\u00fcrden nicht l\u00e4nger ihren Kindern beibringen, wie sie mit statt gegen die Natur Landwirtschaft betreiben k\u00f6nnen. Die Kinder k\u00f6nnten nicht weiter in den Reisfeldern fischen gehen. Entenhaltern w\u00fcrden die Fl\u00e4chen f\u00fcr die Haltung ihrer Tiere fehlen. Wir haben bereits eine massive Simplifizierung von Agrar\u00f6kosystemen erlebt. Dies war mit enormen Umweltwirkungen verbunden. Wir sollten diesen Weg nicht noch einmal gehen.\u00a0Anstatt nach etwas zu suchen was es in den traditionellen Anbau- und Ern\u00e4hrungssystemen schon lange gibt \u2013 warum versuchen wir nicht die Vielfalt der Landwirtschaft wiederherzustellen und zu erhalten?\u00a0<\/p>\n<p>Statt viel Geld in die Entwicklung von Golden-Rice zu pumpen w\u00e4re es sinnvoller und zielgerichteter, bereits existierende Programme zu finanzieren, die eine nachhaltige Landwirtschaft vorsehen und damit Nahrungssicherheit und -diversit\u00e4t sichern. <a title=\"Golden Rice Report\" href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/publications\/reports\/Golden-rice-report-2010\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">So werden die Frauen in den Gesellschaften gest\u00e4rkt, die Bauern kriegen ein regelm\u00e4ssiges Einkommen und die Ern\u00e4hrungssituation von Frauen und Kindern verbessert sich massiv.<\/a><\/p>\n<p><strong>Nein danke: Wir brauchen keinen Golden Rice.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 16. 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