{"id":10855,"date":"2014-10-08T00:00:00","date_gmt":"2014-10-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10855\/milliardensubventionen-fuer-britisches-akw-torpedieren-energiewende\/"},"modified":"2019-05-30T10:43:06","modified_gmt":"2019-05-30T08:43:06","slug":"milliardensubventionen-fuer-britisches-akw-torpedieren-energiewende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10855\/milliardensubventionen-fuer-britisches-akw-torpedieren-energiewende\/","title":{"rendered":"Milliardensubventionen f\u00fcr britisches AKW torpedieren Energiewende"},"content":{"rendered":"<p><b>Neue Atomkraftwerke in Europa sind noch nicht pass\u00e9. Die EU-Kommission hat heute entschieden, dass Grossbritannien den ersten (und teuersten) Neubau seit 20 Jahren mit staatlichen Beihilfen vorantreiben kann. Ob das AKW Hinkley Point aber tats\u00e4chlich realisiert wird ist noch offen: \u00d6sterreich hat bereits angek\u00fcndigt, dass es gegen diese Wettbewerbsverzerrung klagen will. Denn die 20 Milliarden Euro Subventionen (!) gehen auf Kosten der Energiewende und sollten besser in erneuerbare Energien investiert werden.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Neue Atomkraftwerke in Europa sind noch nicht pass\u00e9. Die EU-Kommission hat heute entschieden, dass Grossbritannien den ersten (und teuersten) Neubau seit 20 Jahren mit staatlichen Beihilfen vorantreiben kann. Ob das AKW Hinkley Point aber tats\u00e4chlich realisiert wird ist noch offen: \u00d6sterreich hat bereits angek\u00fcndigt, dass es gegen diese Wettbewerbsverzerrung klagen will. Denn die 20 Milliarden Euro Subventionen (!) gehen auf Kosten der Energiewende und sollten besser in erneuerbare Energien investiert werden.<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/88bd6e5f-88bd6e5f-gp0mxo-1.jpg\" title=\"AKW-Baustelle in Frankreich vor 10 Jahren. Bald auch wieder ein Neubau in Grossbritannien?\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"AKW-Baustelle in Frankreich vor 10 Jahren. Bald auch wieder ein Neubau in Grossbritannien?\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/88bd6e5f-88bd6e5f-gp0mxo-1.jpg\" alt=\"AKW-Baustelle in Frankreich vor 10 Jahren. Bald auch wieder ein Neubau in Grossbritannien?\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>AKW-Baustelle in Frankreich vor 10 Jahren. Bald auch wieder ein Neubau in Grossbritannien?<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die heute von der EU-Kommission durchgewinkte Vereinbarung zwischen dem britischen Staat und dem franz\u00f6sischen Betreiber-Konzern EDF sieht vor, dass Strom aus dem geplanten britischen Atomkraftwerk Hinkley Point C eine garantierte Einspeise-Verg\u00fctung von umgerechnet 10,6 Cent pro Kilowattstunde f\u00fcr die kommenden 35 Jahre erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>\u00abDamit liegt der Preis f\u00fcr gef\u00e4hrlichen britischen Atomstrom mittelfristig mehr als 50 Prozent \u00fcber dem, was saubere Windkraftanlagen in Deutschland als Verg\u00fctung erhalten\u00bb, sagt S\u00f6nke Tangermann von Greenpeace Energy. Denn die Verg\u00fctungsvereinbarung zu Hinkley Point C enth\u00e4lt auch einen Inflationsausgleich. Demnach w\u00fcrde nach Berechnungen des Forums \u00d6kologisch-Soziale Marktwirtschaft der Strom aus dem Reaktor-Neubau nach 20 Jahren mit 15,7 Cent pro Kilowattstunde verg\u00fctet, w\u00e4hrend eine neue Windkraftanlage in Deutschland maximal 9,27 Cent erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>\u00abDiese Entscheidung ist \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Irrsinn. Atomkraft gef\u00e4hrdet Menschen und birgt viele ungel\u00f6ste Probleme: Die unzureichende Haftung im Falle einer Atomkatastrophe, explodierende Kosten beim R\u00fcckbau der Reaktoren und fehlende L\u00f6sungen f\u00fcr das Atomm\u00fcllproblem sind nur einige Beispiele\u00bb, kommentiert der Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital.<\/p>\n<p><strong>Atomstrom ist risikoreich und unrentabel<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Falls die zwei Reaktoren in Hinkley tats\u00e4chlich gebaut werden, k\u00f6nnte dies einen Pr\u00e4zedenzfall darstellen, der auf weitere Neubauprojekte in Grossbritannien und anderswo ausstrahlen k\u00f6nnte. Dieses Beispiel zeigt aber vor allem eins: dass Atomstrom unrentabel geworden ist und nur dank staatlicher Hilfe \u00fcberleben kann. <a href=\"http:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2014\/aug\/27\/ubs-investors-renewables-revolution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das hat auch die UBS anerkannt und k\u00fcrzlich ihren Kunden empfohlen<\/a>, nicht mehr in zentrale Grosskraftwerke und stattdessen in die erneuerbare Zukunft zu investieren.<\/p>\n<p>In der Schweiz ist das AKW-Neubauverbot zwar unbestritten, aber auch hier hat der Atomstrom nur dank einem <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/debatte\/wer-die-wahren-kosten-traegt-1.18073433\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">indirekten Subventionsmodell<\/a> immer noch eine Zukunft: Die Versicherungsdeckung eines m\u00f6gliches Schadenfalls ist n\u00e4mlich ungen\u00fcgend und der Entsorgungs- und Stilllegungsfond ist unterdotiert. Direkte Unterst\u00fctzung bekommen die Betreiber zus\u00e4tzlich von der <a href=\"http:\/\/www.ensi.ch\/de\/2014\/10\/06\/ensi-erteilt-keinen-blankocheck-fuer-laufzeitverlaengerungen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Aufsichtsbeh\u00f6rde ENSI, die sogar eine technische Laufzeit von 60 und mehr Jahren in Aussicht gestellt hat<\/a> und dabei weder strenge Auflagen noch teure Nachr\u00fcstungen verlangt.<\/p>\n<p>Damit schlussendlich nicht die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Zeche bezahlen m\u00fcssen, ist es dringend n\u00f6tig, dass das eidgen\u00f6ssische Parlament dieser Verstaatlichung der Risiken und Kosten entgegenwirkt und in der Wintersession den Atomausstieg beschleunigt \u2013 <a href=\"http:\/\/www.bloomberg.com\/news\/2014-10-01\/sweden-s-oldest-reactors-seen-set-to-close-as-lifespans-expire.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wie es die neue Regierung in Schweden k\u00fcrzlich angek\u00fcndigt hat<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Atomkraftwerke in Europa sind noch nicht pass\u00e9. Die EU-Kommission hat heute entschieden, dass Grossbritannien den ersten (und teuersten) Neubau seit 20 Jahren mit staatlichen Beihilfen vorantreiben kann. 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