{"id":10981,"date":"2014-09-12T00:00:00","date_gmt":"2014-09-11T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/10981\/protest-der-arctic-30-bringt-einiges-in-rollen\/"},"modified":"2019-05-30T10:48:11","modified_gmt":"2019-05-30T08:48:11","slug":"protest-der-arctic-30-bringt-einiges-in-rollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/10981\/protest-der-arctic-30-bringt-einiges-in-rollen\/","title":{"rendered":"Protest der Arctic 30 bringt einiges in Rollen"},"content":{"rendered":"<p><b>Die spektakul\u00e4re Aktion von Greenpeace International auf der Bohrplattform\u00a0Prirazlomnaya im September 2013 wurde vor allem durch die nachfolgenden\u00a0Inhaftierung bzw. Festsetzung der 30 Aktivistinnen und Aktivisten (Arctic 30)\u00a0und des Greenpeace-Eisbrechers Arctic Sunrise bekannt. Wor\u00fcber die Medien\u00a0aber nicht berichten und was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass dieser\u00a0gewaltfreie Protest wichtige Prozesse f\u00fcr den Schutz der Arktis in Russland in\u00a0Gange gebracht hat.<\/p>\n<p>            Zoom<\/p>\n<p>        Montag, 8. September 2014<\/p>\n<p>            Was hat der Einsatz der Arctic 30, verbunden mit dem Engagement von Millionen von Menschen aus der ganzen Welt, f\u00fcr den Schutz der Arktis bewirkt? \u00a9 Greenpeace<\/p>\n<p>\u00a0<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Die spektakul\u00e4re Aktion von Greenpeace International auf der Bohrplattform\u00a0Prirazlomnaya im September 2013 wurde vor allem durch die nachfolgenden\u00a0Inhaftierung bzw. Festsetzung der 30 Aktivistinnen und Aktivisten (Arctic 30)\u00a0und des Greenpeace-Eisbrechers Arctic Sunrise bekannt. Wor\u00fcber die Medien\u00a0aber nicht berichten und was die meisten Leute nicht wissen, ist, dass dieser\u00a0gewaltfreie Protest wichtige Prozesse f\u00fcr den Schutz der Arktis in Russland in\u00a0Gange gebracht hat.<\/p>\n<div class=\"events-box big-box right\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d5037afe-d5037afe-gp0stoe78.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/d5037afe-d5037afe-gp0stoe78.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Montag, 8. September 2014<\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Was hat der Einsatz der Arctic 30, verbunden mit dem Engagement von Millionen von Menschen aus der ganzen Welt, f\u00fcr den Schutz der Arktis bewirkt? \u00a9 Greenpeace\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<br \/><\/strong><\/p>\n<p>Ein Jahr danach stellen wir uns die Frage: Was hat der Einsatz der Arctic 30, verbunden\u00a0mit dem Engagement von Millionen von Menschen aus der ganzen Welt, f\u00fcr den Schutz der Arktis bewirkt? Bis die Arktis gesch\u00fctzt ist, ist es noch ein langer und steiniger Weg. Aber wir k\u00f6nnen in Russland kleine positive Entwicklungen erkennen.<\/p>\n<p><strong>Das sind die 6 wichtigsten Ver\u00e4nderungen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.<\/strong> Russland hat zugesagt im Arktischen Rat ein rechtlich-verpflichtendes internationales\u00a0Abkommen gegen \u00d6l-Verschmutzung der Arktischen Gew\u00e4sser zu unterst\u00fctzen. Genau\u00a0daf\u00fcr hat Greenpeace gek\u00e4mpft! <br \/>Allerdings hat der Arktische Rat dieses Abkommen 2013 verpatzt und nur ein sehr\u00a0entt\u00e4uschender Entwurf mit unverbindlichen Vorschl\u00e4gen erarbeitet. Der Entwurf\u00a0enthielt zudem keinerlei Vorschriften oder Bedingungen f\u00fcr Konzerne, welche in der\u00a0Arktis nach \u00d6l bohren. Wir hoffen, dass das endg\u00fcltige Abkommen, welches Ende 2014\u00a0ausgearbeitet wird, relevantere und verbindlicher sein wird. M\u00f6glicherweise dank eines\u00a0Beitrags von russischen Vertreterinnen oder Vertretern im Arktischen Rat. <\/p>\n<p><strong>2.<\/strong> Der russische Pr\u00e4sident Putin hat die russischen Beh\u00f6rden und Unternehmen\u00a0beauftragt in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und\u00a0Umweltorganisationen Massnahmen vorzubereiten um die Artenvielfalt der Arktis vor\u00a0\u00d6lkatastrophen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>3.<\/strong> Gazprom bem\u00fcht sich seinen notorisch ungen\u00fcgenden Notfallplan f\u00fcr \u00d6lunf\u00e4lle\u00a0f\u00fcr die Prirazlomnaya-Bohrplattform, genau dort wo Marco Weber und die anderen\u00a0Arktissch\u00fctzerinnen und Arktissch\u00fctzer vor einem Jahr protestierten, zu verbessern.\u00a0Genau daf\u00fcr hat sich Greenpeace stark gemacht!\u00a0Greenpeace kritisierte den Notfallplan f\u00fcr \u00d6lunf\u00e4lle nachdr\u00fccklich als total ungen\u00fcgend.<\/p>\n<p>Im Falle einer \u00d6lkatastrophe waren \u00ab15 Schaufeln und 15 Eimer\u00bb vorgesehen um die\u00a0m\u00f6glicherweise kilometerlangen verschmutzten K\u00fcstenabschnitte zu reinigen. Nun\u00a0werden je 69 Schaufeln und Eimer zur Verf\u00fcgung gestellt und zwei stand-by Schiffe\u00a0gekauft, um in einem Notfall zum Einsatz zu kommen. Das ist nat\u00fcrlich weiterhin v\u00f6llig ungen\u00fcgend. Mehr Schiffe und Eimer werden eine \u00d6lkatastrophe in der Arktis nicht verhindern k\u00f6nnen. In diesem fragilen \u00d6kosystem\u00a0nach \u00d6l zu bohren ist ein unberechenbares Risiko! Dennoch werten wir diese kleinen\u00a0Verbesserungen als positives Zeichen vom sonst vor Warnungen oftmals sturen Konzern\u00a0Gazprom.<\/p>\n<p><strong>4.<\/strong> Das Ministerium f\u00fcr Umwelt hat endlich erkannt, dass \u00d6lunf\u00e4lle in Russland ein riesen\u00a0Problem sind. Es hat angek\u00fcndigt neue Technologien zu verwenden, um die Situation zu\u00a0verbessern.<br \/>Offiziellen Berichten zufolge passieren in Russland durch gebrochene \u00d6l-Pipelines\u00a0j\u00e4hrlich \u00fcber 10.000 \u00d6l-Unf\u00e4lle. Expertinnen und Experten sch\u00e4tzen, dass so bis zu 5\u00a0Millionen Tonnen Roh\u00f6l in die Umwelt gelangen. Seit vielen Jahren weigerten sich die\u00a0russischen Beh\u00f6rden das Problem zu erkennen und zu dagegen vorzugehen. Dieses\u00a0Jahr hat jedoch der Minister f\u00fcr nat\u00fcrliche Ressourcen zugegeben, dass der Staat\u00a0keine verl\u00e4sslichen Informationen \u00fcber \u00d6lunf\u00e4lle und den dadurch verursachten\u00a0Umweltschaden hat. Zudem hat die Umweltbeh\u00f6rde angek\u00fcndigt, die Situation zu\u00a0verbessern, indem vermehrt Daten mit modernen Technologien wie z.B. Satelliten-Monitoring erfasst werden sollen.<\/p>\n<p><strong>5.<\/strong> Nachdem Greenpeace Russland jahrelang Druck gemacht hat, hat das Ministerium\u00a0f\u00fcr nat\u00fcrliche Ressourcen nun zugestimmt, dass es nicht richtig ist, Lizenzen f\u00fcr\u00a0\u00d6lbohrungen in russischen Naturschutzgebieten an \u00d6lkonzerne wie Rosneft und\u00a0ExxonMobil zu vergeben. Jegliche industrielle Aktivit\u00e4t innerhalb der gesch\u00fctzten\u00a0Gebiete ist nach russischem Recht illegal.<br \/>Nun muss das Ministerium bis Ende 2014 die Grenzen der Lizenzen anpassen, welche\u00a0mit den Grenzen der Naturschutzgebiete im arktischen Nationalpark (Franz-Joseph\u00a0Land-Reservat und andere Gebiete) \u00fcberlappen.<\/p>\n<p><strong>6.<\/strong> Greenpeace Russland hatte aufgezeigt, dass nach den geltenden russischen\u00a0Bestimmungen eine Offshore-\u00d6lplattform wie die Prirazlomnaya w\u00e4hrend zwei Jahren\u00a0in der Arktis \u00d6l f\u00f6rdern darf, ohne spezielle Ausbildung der Arbeiter und Entwicklung\u00a0von Massnahmen zur Verhinderung eines \u00d6lunfalls. Jetzt hat das Ministerium f\u00fcr\u00a0Notf\u00e4lle Reformen entworfen, welche die absurde rechtliche Situation \u00e4ndern sollen.<\/p>\n<p>Diese kleinen positiven Ver\u00e4nderungen sind zumindest teilweise dem gewaltfreien\u00a0Protest der Arctic 30 auf der Prirazlomnaya im September 2013 und ihren\u00a0Unterst\u00fctzerinnen und Unterst\u00fctzern zu verdanken. Auch die andauernde weltweite\u00a0Kampagne zum Schutz der Arktis hat massgeblich zu diesen wichtigen Ver\u00e4nderungen\u00a0beigetragen, indem sie die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf die Risiken von\u00a0\u00d6lbohrungen in einem so sensiblen \u00d6kosystem unter derart extremen Bedingungen\u00a0gelenkt hat.<\/p>\n<p>Im Dezember letzten Jahres hat die Prirazlomnaya-Bohrplattform als erste und\u00a0einzige Plattform damit begonnen, in der Arktis offshore nach \u00d6l zu bohren. Dieses\u00a0gef\u00e4hrliche Projekt beweist, wie gerechtfertigt unsere Warnungen waren. Sie zeigt\u00a0zudem auf, dass der Preis den die Umwelt daf\u00fcr zahlen muss, viel zu hoch ist und sich\u00a0das Experiment auch wirtschaftlich nicht lohnt. Ein einziger Tanker mit qualitativ\u00a0tiefwertigem arktischen \u00d6l ist das einzige, was dieses rostige Monster nach sieben\u00a0Monaten Produktionszeit aus der Arktis exportieren konnte.<\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/24d1a960-24d1a960-infografik_russischesoel_de-1.jpg\" title=\"Interessanter Fakt:\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl04_Image1\" title=\"Interessanter Fakt:\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/24d1a960-24d1a960-infografik_russischesoel_de-1.jpg\" alt=\"Interessanter Fakt:\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content\">\n        <span class=\"date\">Montag, 8. September 2014<\/span><br \/>\n        <strong>Interessanter Fakt:<\/strong><\/p>\n<p>\n            Russland ben\u00f6tigt kein \u00d6l von Arktis-Offshore Bohrungen, wenn \u00d6lunf\u00e4lle an Land gestoppt werden und auf Energie-Effizienz gesetzt wird.\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Es ist sehr gut m\u00f6glich, dass Gazprom den Kampf gegen die extremen Bedingungen in\u00a0der Arktis verlieren wird, so wie Cairn Energy in Gr\u00f6nland und Shell in Alaska vorerst\u00a0aufgeben mussten. Wir werden weiterhin unser bestes tun, damit die Welt versteht,\u00a0dass Gazprom kein Vorreiter im technischen Fortschritt, sondern nur Vorreiter in der\u00a0Umweltzerst\u00f6rung und Missachtung von Risiken und Misswirtschaft ist. \u00d6lbohrungen in\u00a0der Arktis sind reiner Wahnsinn. Das \u00d6kosystem wird f\u00fcr \u00d6l aus&#8217;s Spiel gesetzt, dass wir\u00a0wegen dem Klimawandel ohnehin nicht mehr verbrennen d\u00fcrfen. Das d\u00fcrfen wir nicht\u00a0zulassen!<\/p>\n<p>Hilf uns die Arktis zu sch\u00fctzen!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.actforarctic.org\/switzerland\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/c7bc7f3c-c7bc7f3c-arktisschu\u0308tzer.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"71\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die spektakul\u00e4re Aktion von Greenpeace International auf der Bohrplattform\u00a0Prirazlomnaya im September 2013 wurde vor allem durch die nachfolgenden\u00a0Inhaftierung bzw. 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