{"id":11040,"date":"2014-08-26T00:00:00","date_gmt":"2014-08-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11040\/ecopop-nein\/"},"modified":"2019-05-30T10:49:48","modified_gmt":"2019-05-30T08:49:48","slug":"ecopop-nein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11040\/ecopop-nein\/","title":{"rendered":"Ecopop Nein"},"content":{"rendered":"<p><b>Kurzreferat von Verena M\u00fchlberger<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Kurzreferat von Verena M\u00fchlberger<\/strong><\/p>\n<h2><strong>Gef\u00e4hrliche Illusion\u00a0<\/strong><\/h2>\n<p>Die Ecopop-Initiative beschw\u00f6rt ein Idyll, das wir uns angeblich nur erhalten k\u00f6nnen, indem wir uns abkapseln. Dieser vermeintliche Zauber ist in Wirklichkeit ein geschickter Trick: eine Illusion. Nichts deutet darauf hin, dass das Schwinden von unber\u00fchrter Natur in diesem Land mit der Einwanderung in einem engen Zusammenhang steht. Es sei denn, dass diese Menschen vielleicht zu jenem Wohlstand beigetragen haben, mit dem wir Einheimischen immer mehr Pro-Kopf-Wohnraum, immer mehr Konsum, immer mehr Mobilit\u00e4t finanzieren.<\/p>\n<p>Wenn wir es ernst nehmen mit dem Schutz unserer hiesigen Umwelt, dann nur, indem wir echte L\u00f6sungen anstreben: einen suffizienten, nachhaltigen Lebensstil und ein Zusammenleben, das die Menschen einander n\u00e4her bringt, statt sie zu trennen.\u00a0<\/p>\n<p>Greenpeace anerkennt die Anliegen der Initianten. Das ungebremste Wachstum der Menschheit kann tats\u00e4chlich Leid verursachen. Aber wir d\u00fcrfen nicht davon ausgehen, dass die Zerst\u00f6rung der Biosph\u00e4re auf die von Ecopop beklagte &#171;\u00dcberbev\u00f6lkerung&#187; zur\u00fcck zu f\u00fchren ist. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass hohe Geburtenraten mit schlechter Bildung, der Unterdr\u00fcckung von M\u00e4dchen und Frauen und \u00fcberhaupt mit sozialem Unrecht korrelieren. Zunehmend f\u00fchren Klimawandel und die Ausbeutung unserer nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen zu Konflikten und Migration. Und damit zu noch mehr Leid.<\/p>\n<p>Es sind nicht die Menschen mit dem kleinsten \u00f6kologischen Fussabdruck, die verantwortlich sind f\u00fcr die Ursachen. Deshalb im armen S\u00fcden in \u00abfreiwillige Familienplanung\u00bb zu investieren klingt bestenfalls \u2013 naiv. Wenn Ecopop unbedingt Pr\u00e4servative verteilen will, bitte warum nicht unter den Reichen dieser Welt?\u00a0<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung f\u00fcr unsere wahren Probleme \u2013 sie sind immens, global und machen nicht an der Schweizer Grenze Halt \u2013 liegt darin, dass wir lernen, zu teilen, uns einzuschr\u00e4nken und eine kluge, soziale, nachhaltige und trotzdem weltoffene Politik einzuleiten. Greenpeace steht f\u00fcr diese Politik, hier und weltweit. Wir treten f\u00fcr eine 2000-Watt-Gesellschaft ein. F\u00fcr eine nat\u00fcrliche, vielf\u00e4ltige, soziale Landwirtschaft. Und f\u00fcr eine gerechtere Aufteilung der Reicht\u00fcrmer unserer Erde.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung liegt nicht darin, uns noch einige Jahre einen idyllischen \u00abNationalpark des Wohlstands\u00bb zu erhalten, der ohnehin dem Untergang geweiht ist, wenn wir Menschen so weitermachen. Im Gegenteil, solche Scheinl\u00f6sungen sind gef\u00e4hrlich, denn sie lenken vom Bem\u00fchen um echte L\u00f6sungen ab.<\/p>\n<p><em>Pressekonferenz vom 26. August 2014<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurzreferat von Verena M\u00fchlberger Kurzreferat von Verena M\u00fchlberger Gef\u00e4hrliche Illusion\u00a0 Die Ecopop-Initiative beschw\u00f6rt ein Idyll, das wir uns angeblich nur erhalten k\u00f6nnen, indem wir uns abkapseln. 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