{"id":11216,"date":"2014-06-26T00:00:00","date_gmt":"2014-06-25T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11216\/pestizide-bedrohen-artenvielfalt\/"},"modified":"2019-05-30T10:54:58","modified_gmt":"2019-05-30T08:54:58","slug":"pestizide-bedrohen-artenvielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11216\/pestizide-bedrohen-artenvielfalt\/","title":{"rendered":"Pestizide bedrohen Artenvielfalt"},"content":{"rendered":"<p><b>Eine Studie der \u00abTask Force on Systemic Pesticides\u00bb zeigt die vielfache Gef\u00e4hrdung von \u00d6kosystemen und der Artenvielfalt\u00a0 durch sch\u00e4dliche Agrargifte wie die Neonicotinoide.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<p><strong>Eine Studie der \u00abTask Force on Systemic Pesticides\u00bb zeigt die vielfache Gef\u00e4hrdung von \u00d6kosystemen und der Artenvielfalt\u00a0 durch sch\u00e4dliche Agrargifte wie die Neonicotinoide.<\/strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\"><a class=\"open-img EnlargeImage\" title=\"Nicht nur die Bienen sind betroffen \u2013 auch V\u00f6gel und Regenw\u00fcrmer sind durch den Einsatz gef\u00e4hrlicher Pestizide bedroht. Die Umweltgifte sind eine Bedrohung f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem und unsere Artenvielfalt. \u00a9 Fred Dott \/ Greenpeace\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/a9babe80-a9babe80-gp04mf7.jpg\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" style=\"border-width: 0px;\" title=\"Nicht nur die Bienen sind betroffen \u2013 auch V\u00f6gel und Regenw\u00fcrmer sind durch den Einsatz gef\u00e4hrlicher Pestizide bedroht. Die Umweltgifte sind eine Bedrohung f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem und unsere Artenvielfalt. \u00a9 Fred Dott \/ Greenpeace\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/a9babe80-a9babe80-gp04mf7.jpg\" alt=\"Nicht nur die Bienen sind betroffen \u2013 auch V\u00f6gel und Regenw\u00fcrmer sind durch den Einsatz gef\u00e4hrlicher Pestizide bedroht. Die Umweltgifte sind eine Bedrohung f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem und unsere Artenvielfalt. \u00a9 Fred Dott \/ Greenpeace\" \/><\/a>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n<strong>Nicht nur die Bienen sind betroffen \u2013 auch V\u00f6gel und Regenw\u00fcrmer sind durch den Einsatz gef\u00e4hrlicher Pestizide bedroht. Die Umweltgifte sind eine Bedrohung f\u00fcr das gesamte \u00d6kosystem und unsere Artenvielfalt. \u00a9 Fred Dott \/ Greenpeace<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<p>Seit gut 20 Jahren geh\u00f6rt der Einsatz sogenannter \u00absystemisch\u00bb wirkender Insektizide wie Neonicotinoide zum Standardinstrument der industriellen\u00a0 Landwirtschaft. \u00abSystemisch\u00bb beschreibt ihre Eigenschaft, von den behandelten Pflanzen aufgenommen und in der ganzen Pflanze verteilt zu werden. So finden sich die Gifte von der Wurzel bis in Bl\u00e4tter, Nektar und Pollen, in allen Pflanzenteilen wieder. Lange wurde die sch\u00e4dliche Wirkung dieser Pestizide in landwirtschaftlich genutzten \u00d6kosystemen untersch\u00e4tzt. Mittlerweile ist ihre Beteiligung am weltweit beobachteten Bienensterben wissenschaftlicher Konsens und hat in der EU zu Teilverboten f\u00fcr zuletzt vier Agrargifte gef\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Gravierende Folgen f\u00fcr \u00d6kosysteme<\/h3>\n<p>Die Auswirkungen des bedenkenlosen Einsatzes der Pestizide k\u00f6nnte noch weitaus gravierender sein als bisher bef\u00fcrchtet. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der \u00ab<a href=\"http:\/\/www.tfsp.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Task Force on Systemic Pesticides<\/a>\u00bb, eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern, die verschiedene Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten ausgewertet haben. Analysiert wurden nicht nur die Auswirkungen auf Bienen und andere Best\u00e4ubungsinsekten, sondern auch auf S\u00e4ugetiere, V\u00f6gel, Fische, Reptilien und Amphibien.<\/p>\n<p>Das Ergebnis ist eindeutig, alle Organismengruppen kommen \u00fcber verschiedene Wege mit systemisch wirkenden Giften und deren Abbauprodukten in Kontakt. \u00abAlle Resultate zeigen: die von Neonicotinoiden ausgehende akute Gefahr nicht nur f\u00fcr Bienen und andere Best\u00e4ubungsinsekten, sondern auch f\u00fcr Wasserorganismen, Regenw\u00fcrmer und V\u00f6gel kann nicht l\u00e4nger bestritten werden\u00bb, sagt Dirk Zimmermann, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. \u00abZudem ist es erschreckend, dass die Giftigkeit systemischer Pestizide f\u00fcr viele Arten \u00fcberhaupt noch nicht bekannt ist. Wir wissen viel zu wenig \u00fcber diese Gifte, aber alles was wir wissen, ist ersch\u00fctternd.\u00bb<\/p>\n<h3>Langzeitgef\u00e4hrdung durch Pestizide<\/h3>\n<p>Die Studie kommt ausserdem zu dem Ergebnis, dass die Pestizide deutlich langlebiger sind als bisher angenommen. Im Boden k\u00f6nnen sie teilweise \u00fcber Jahre ihre gef\u00e4hrliche Wirkung entfalten. Auch der Zerfall macht die Gifte nicht unbedingt unsch\u00e4dlich: Abbauprodukte k\u00f6nnen auf einige Organismen sogar noch giftiger wirken als die Ausgangssubstanzen.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler z\u00e4hlen zudem eine Vielzahl von chronischen und sogenannten \u00absubletalen\u00bb (nicht direkt t\u00f6dlichen, aber \u00e4usserst sch\u00e4dlichen) Auswirkungen auf: Geschmackssinn und Erinnerungsverm\u00f6gen werden beeintr\u00e4chtigt, die Fruchtbarkeit kann verringert sein, die Futtersuche behindert, das Verhalten ver\u00e4ndert, die Flugf\u00e4higkeit gest\u00f6rt oder die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Krankheiten und Parasiten erh\u00f6ht werden. In der Folge ver\u00e4ndern sich ganze Populationen und Lebensgemeinschaften, Hummelkolonien beispielsweise wachsen langsamer und produzieren weniger K\u00f6niginnen.<\/p>\n<h3>\u00d6kologische Landwirtschaft ist die L\u00f6sung<\/h3>\n<p>Der bedenkenlose Einsatz von hochgiftigen Pestiziden gef\u00e4hrdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern setzt die Zukunft der Nahrungsmittelproduktion aufs Spiel. Unersetzbare Dienstleistungen des \u00d6kosystems werden ausser Kraft gesetzt, etwa die nat\u00fcrliche Regulierung von Sch\u00e4dlingen \u00fcber komplexe Interaktionen in den Nahrungsnetzen auf dem Acker und in naturnahen Landschaften.<\/p>\n<p>\u00abDie Konsequenz aus den ver\u00f6ffentlichten Ergebnissen und den gravierenden Wissensl\u00fccken kann nur eine sein: wir brauchen Totalverbote f\u00fcr die zurzeit lediglich mit Anwendungsbeschr\u00e4nkungen belegten Neonicotinoide und Fipronil\u00bb, so Zimmermann. \u00abWir brauchen eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie! Immer mehr Chemie auf dem Acker kann und darf nicht die L\u00f6sung sein. Nur \u00f6kologische Anbaumethoden k\u00f6nnen langfristig die Pestizidspirale durchbrechen und nachhaltig hochwertige Lebensmittel erzeugen.\u00bb<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Studie der \u00abTask Force on Systemic Pesticides\u00bb zeigt die vielfache Gef\u00e4hrdung von \u00d6kosystemen und der Artenvielfalt\u00a0 durch sch\u00e4dliche Agrargifte wie die Neonicotinoide. 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