{"id":11250,"date":"2014-06-19T00:00:00","date_gmt":"2014-06-18T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11250\/energiewende-auf-franzoesisch\/"},"modified":"2019-05-30T10:55:47","modified_gmt":"2019-05-30T08:55:47","slug":"energiewende-auf-franzoesisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11250\/energiewende-auf-franzoesisch\/","title":{"rendered":"\u00abEnergiewende\u00bb auf Franz\u00f6sisch"},"content":{"rendered":"<p><b>Mit einem neuen Energiegesetz wollte Frankreich seinen hohen Atomstromanteil senken. Jetzt liegt das Gesetz vor. Es scheint, als habe der Atomkonzern EDF daran mitgeschrieben.\u00a0<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<h2><strong>Mit einem neuen Energiegesetz wollte Frankreich seinen hohen Atomstromanteil senken. Jetzt liegt das Gesetz vor. Es scheint, als habe der Atomkonzern EDF daran mitgeschrieben.\u00a0<\/strong><\/h2>\n<h2><strong><\/p>\n<div class=\"events-box big-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/3400874d-3400874d-gp0sto9rf.jpg\" title=\"\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/3400874d-3400874d-gp0sto9rf.jpg\" alt=\"\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content no-title\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong><\/strong><\/p>\n<p>\n            Eine Greenpeace-Aktivistin protestiert auf dem bauf\u00e4lligen Dach des AKW Fessenheim gegen die Gefahr radioaktiver Verseuchung, die von dem \u00fcberalterten Atomkraftwerk f\u00fcr Europa ausgeht. Sie zeigt ein Banner mit der Botschaft \u00abM. Hollande, une vraie transition \u00e9nerg\u00e9tique maintenant!\u00bb. Weitere Umweltsch\u00fctzer und Kletterer demonstrieren auf dem Gel\u00e4nde der Anlage &#8211; 18.3.2014\n        <\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><\/strong><\/h2>\n<p>Frankreich deckt seinen Energiebedarf zu 73 Prozent mit teurer und hochgef\u00e4hrlicher Atomkraft. Im Wahlkampf versprach Staatspr\u00e4sident Francois Hollande, diesen hohen Anteil bis 2025 auf 50 Prozent zu senken. Ein neues Energiegesetz sollte den Weg aufzeigen. Am Mittwoch stellte Energieministerin S\u00e8gol\u00e9ne Royal es vor &#8211; es entt\u00e4uscht auf der ganzen Linie.<\/p>\n<p>Frankreich sieht sich derzeit aufgrund seiner \u00fcberalterten Atomkraftwerke landesweit konfrontiert mit einer nuklearen Sicherheitskrise. Der staatliche Atomkonzern EDF betreibt 58 Atomreaktoren. Die meisten von ihnen entstanden in den 70er und 80er Jahren, 29 haben die Betriebsdauer von 30 Jahren bereits \u00fcberschritten. Eine <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Publikationen\/Reports-Atom\/Alternde-Reaktoren---neue-Risikoaera\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">aktuelle Studie<\/a> zeigt, dass die \u00dcberalterung der AKW heute ein betr\u00e4chtliches Problem darstellt. Sie gen\u00fcgen nicht den modernen Sicherheitsstandards, wichtige Bauteile wie der Reaktordruckbeh\u00e4lter k\u00f6nnen nicht erneuert werden. Mit dem Alter der Reaktoren steigt die Unfallwahrscheinlichkeit. Der Atomreaktor Fessenheim 1 beispielsweise, rund 35 Kilometer von Basel entfernt, ist \u00e4lter als s\u00e4mtliche nach dem Atomdesaster in Fukushima in Deutschland abgeschalteten AKW.<\/p>\n<p><strong>Ein v\u00f6llig unzureichendes Gesetz<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem neuen Energiegesetz versprach die Regierung, auch in Frankreich eine Energiewende einzuleiten. Nun stellte sie ein v\u00f6llig unzureichendes Gesetz vor. Dort regelt sie weder den schrittweisen Ausstieg aus den \u00e4ltesten und damit gef\u00e4hrlichsten AKW noch schl\u00e4gt sie Schritte f\u00fcr eine dringend notwendige echte Energiewende vor. Dazu geh\u00f6ren sowohl Energieeffizienzmassnahmen als auch der Ausbau der Erneuerbaren Energien.<\/p>\n<p>Dennoch plant die Regierung weiterhin, den Anteil der Atomenergie an der Stromerzeugung von derzeit 73 Prozent auf 50 Prozent im Jahr 2025 zu senken. Wie, dazu liefert das neue Gesetz keinerlei Details. Sogar der Uralt-Meiler Fessenheim, dessen Schliessung Hollande bis Ende 2016 versprochen hat, wird mit keinem Wort erw\u00e4hnt. Zudem fehlt eine Regelung, die es erm\u00f6glicht, Atomreaktoren aus energiepolitischen Gr\u00fcnden vorzeitig abzuschalten. Das Gesetz soll bis Anfang 2015 verabschiedet werden.<\/p>\n<p>Das neue Energiegesetz klammert nicht nur einen konkreten Plan zur Abschaltung des AKW Fessenheim aus, es fehlt auch ein Zeitplan f\u00fcr den Ausstieg aus 18 weiteren \u00e4hnlich \u00fcberalterten Reaktoren bis zum Jahr 2020. Die Abschaltungen sind jedoch n\u00f6tig, will Frankreich sein Reduktionsziel erreichen.<\/p>\n<p>Die H\u00e4lfte der franz\u00f6sischen Atomreaktoren geht auf eine Betriebsdauer von 40 Jahren zu. Um die erforderlichen Sicherheitsstandards einzuhalten, wird EDF in den n\u00e4chsten Jahren massiv in den Kraftwerkspark investieren m\u00fcssen. Aktuelle Sicherheitsstandards werden diese Uralt-Reaktoren dennoch nicht erreichen. Trotzdem plant EDF diese Investitionen, hoffend auf Laufzeiten von 50 Jahren und mehr.<\/p>\n<p>Greenpeace Frankreich ver\u00f6ffentlichte vergangene Woche\u00a0<a href=\"http:\/\/energie-climat.greenpeace.fr\/tres-cher-nucleaire\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">einen Report (frz.)<\/a>, der zeigt, dass die Instandhaltung der AKW deutlich teurer wird als der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Die sichere und kosteng\u00fcnstigere Option f\u00fcr Frankreich ist einzig eine echte Energiewende ohne Atomkraft. Dar\u00fcber informiert im Moment auch das <a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Kampagnen\/Ageing-CH\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Greenpeace-Schiff Beluga<\/a>, das noch bis am 22. Juni\u00a0die AKW-Regionen an Rhein und Mosel besucht. Ihr Ziel: Die Menschen in Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Luxemburg \u00fcber die Risiken der alternden Atomkraftwerke zu informieren und zu mobilisieren. (siehe Fotos)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/27785378@N06\/14404228722\/player\/487b18b99d\" height=\"375\" width=\"500\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"\" webkitallowfullscreen=\"\" mozallowfullscreen=\"\" oallowfullscreen=\"\" msallowfullscreen=\"\"><\/iframe>\u00a0<\/p>\n<p>Wenn EDF seine Pl\u00e4ne umsetzt, werden pro Reaktor rund 4,4 Milliarden Euro ben\u00f6tigt. Diese Summe \u00fcbersteigt die Kosten f\u00fcr den Ausbau von Wind an Land bereits im Jahr 2015, f\u00fcr den Ausbau der Photovoltaik im Jahr 2018 und im Jahr 2020 schliesslich werden auch die Kosten f\u00fcr Offshore Wind \u00fcbertroffen.<\/p>\n<p>Bisher sind alle Versprechungen der franz\u00f6sischen Regierung, einen Ausstieg zumindest aus den \u00e4ltesten Atomkraftwerken einzuleiten, reine Lippenbekenntnisse. Greenpeace fordert eine echte Energiewende ohne Atomkraft in Frankreich wie auch in der Schweiz und ganz Europa, denn nur so kann das nukleare Risiko und k\u00f6nnen die Energiekosten beherrscht werden. <\/p>\n<p>&gt; <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.de\/kampagnen\/marode-meiler#machmit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Machen Sie mit: Fessenheim und Cattenom abschalten!<\/a><\/p>\n<p>&gt; <a href=\"http:\/\/out-of-age.eu\/take-action?lang=de\">Fordern Sie von den europ\u00e4ischen Staatsoberh\u00e4uptern den Ausstieg aus der Atomenergie, die F\u00f6rderung und den Ausbau Erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem neuen Energiegesetz wollte Frankreich seinen hohen Atomstromanteil senken. Jetzt liegt das Gesetz vor. 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