{"id":112742,"date":"2024-09-11T15:32:18","date_gmt":"2024-09-11T13:32:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=112742"},"modified":"2024-09-11T15:32:24","modified_gmt":"2024-09-11T13:32:24","slug":"neue-ernaehrungsempfehlungen-umweltorganisationen-kritisieren-verpasste-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/112742\/neue-ernaehrungsempfehlungen-umweltorganisationen-kritisieren-verpasste-chance\/","title":{"rendered":"Neue Ern\u00e4hrungsempfehlungen: Umweltorganisationen kritisieren verpasste Chance"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen BLV und die Schweizerische Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung SGE haben heute die <\/strong><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-102396.html\"><strong>neuen Ern\u00e4hrungsempfehlungen<\/strong><\/a><strong> ver\u00f6ffentlicht. BirdLife, Greenpeace und WWF kritisieren, dass keine relevante Konsumreduktion von Tierprodukten empfohlen wird. F\u00fcr die Umsetzung der Ern\u00e4hrungsempfehlung braucht es klare Rahmenbedingungen der Politik f\u00fcr Produktion, Verarbeitung, Handel und Gastronomie.<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Bund verfolgt das <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20203931\">Ziel<\/a>, bis 2050 den Klimafussabdruck der Ern\u00e4hrung gegen\u00fcber 2020 um mindestens zwei Drittel zu reduzieren. Heute ver\u00f6ffentlichten das BLV und die SGE aktualisierte Ern\u00e4hrungsempfehlungen, die als Referenz f\u00fcr die gesunde, ausgewogene und nachhaltige Ern\u00e4hrung der Bev\u00f6lkerung dienen. BirdLife, Greenpeace und WWF stellen in Frage, ob der Bund die heute ver\u00f6ffentlichten Ern\u00e4hrungsempfehlungen so gestaltet hat, dass er sein Ziel zur Reduktion des Klimafussabdrucks der Ern\u00e4hrung erreichen kann.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Umwelt und Gesundheit w\u00fcrden profitieren<\/strong><\/h2>\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich d\u00fcrfen Gesundheit und Umwelt nicht gegeneinander ausgespielt werden. Denn ein gesundes Leben ist nur in einer gesunden Welt m\u00f6glich. Die landwirtschaftliche Tierhaltung ist der gr\u00f6sste Treiber von Stickstoffemissionen in der Schweiz. Diese belasten das Trinkwasser und erh\u00f6hen die Luftverschmutzung. Hinzu kommen die gesundheitlichen Auswirkungen durch die Klimaerhitzung: Alleine im Sommer 2023 kam es <a href=\"https:\/\/www.bafu-daten.ch\/Indicators\/KL077\/monitoring-hitzetote-2023.pdf\">gem\u00e4ss BAFU<\/a> in der Schweiz zu 542 hitzebedingten Todesf\u00e4llen. Eine Reduktion des Konsums von Tierprodukten kommt somit der Umwelt und der Gesundheit zugute.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ern\u00e4hrungsempfehlung muss dem Standort Schweiz angepasst sein<\/strong><\/h2>\n\n<p>Das Grasland der Schweiz bietet Futter f\u00fcr Wiederk\u00e4uer. Der Anbau von Futtermittel auf rund 60 Prozent der Ackerfl\u00e4che hingegen ist nicht standortangepasst. Er konkurrenziert die direkte Produktion von Lebensmitteln ebenso wie die F\u00f6rderung der bedrohten Biodiversit\u00e4t. Die zus\u00e4tzlichen Importe von Kraftfutter, haupts\u00e4chlich f\u00fcr die Produktion von H\u00fchner- und Schweinefleisch, sind f\u00fcr einen grossen Teil des Stickstoff\u00fcberschusses verantwortlich und gef\u00e4hrden B\u00f6den, Gew\u00e4sser und Biodiversit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Auch f\u00fcr die nachhaltige Produktion von Fisch stehen in der Schweiz nur beschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Der Fischimport geht h\u00e4ufig mit negativen Auswirkungen auf Meeres\u00f6kosysteme einher.<\/p>\n\n<p>Diese standortspezifischen Merkmale der Schweiz m\u00fcssen ber\u00fccksichtigt werden. Es ist Aufgabe der Agrarpolitik, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu z\u00e4hlt die Umgestaltung oder Abschaffung von biodiversit\u00e4ts- und klimasch\u00e4digenden Subventionen wie etwa die Absatzf\u00f6rderung auf Fleisch.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Keine Ern\u00e4hrungswende ohne Detailhandel und Gastronomie&nbsp;<\/strong><\/h2>\n\n<p>Um das Ziel des Bundes zur Reduktion des Klimafussabdrucks der Ern\u00e4hrung zu erreichen, braucht es eine Ern\u00e4hrungswende. Daf\u00fcr spielt die sogenannte Ern\u00e4hrungsumgebung eine wichtige Rolle. Der Detailhandel inkl. Grosshandel, sowie die Gastronomie pr\u00e4gen diese: Mit ihrem Angebot, Werbung, Rabatten, Produktplatzierungen, der Preispolitik, etc. beeinflussen sie das Konsumverhalten massgeblich. Der <a href=\"https:\/\/www.wwf.ch\/sites\/default\/files\/doc-2024-07\/2024_Grillcheck.pdf\">Grillcheck vom WWF<\/a> machte deutlich, dass es noch viel Verbesserungspotenzial gibt. Es ist unabdingbar, dass der Detailhandel seine Verantwortung in Zukunft \u00fcbernimmt und diese nicht weiter auf die Kundinnen und Kunden abschiebt (vgl. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/109455\/greenpeace-analyse-coop-und-migros-verpassen-klimaziele\/\">Analyse von Greenpeace Schweiz<\/a>). Dazu braucht es entsprechende politische Rahmenbedingungen.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Greenpeace Schweiz<\/strong>: Barbara Wegmann, Konsumexpertin, barbara.wegmann@greenpeace.org, 044 447 41 08<\/li>\n\n\n\n<li><strong>WWF Schweiz<\/strong>: Jonas Schmid, Mediensprecher, <a href=\"mailto:jonas.schmid@wwf.ch\">jonas.schmid@wwf.ch<\/a>, 079 241 60 57\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><strong>BirdLife Schweiz: <\/strong>Jonas Sch\u00e4lle, Projektleiter Landwirtschaft, <a href=\"mailto:jonas.schaelle@birdlife.ch\">jonas.schaelle@birdlife.ch<\/a>, 044 457 70 26<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das BLV und die SGE haben heute die neuen Ern\u00e4hrungsempfehlungen ver\u00f6ffentlicht. 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