{"id":113153,"date":"2024-09-30T13:37:44","date_gmt":"2024-09-30T11:37:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=113153"},"modified":"2024-10-01T11:30:50","modified_gmt":"2024-10-01T09:30:50","slug":"bund-verfaelscht-atomdebatte-mit-unvollstaendigem-atombericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/113153\/bund-verfaelscht-atomdebatte-mit-unvollstaendigem-atombericht\/","title":{"rendered":"Bund verf\u00e4lscht Atomdebatte mit unvollst\u00e4ndigem Atombericht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Bundesrat Albert R\u00f6sti hat die T\u00fcr f\u00fcr neue Atomkraftwerke in der Schweiz wieder weit aufgestossen. Das Parlament wird sich in wenigen Monaten intensiv mit dem Thema befassen. Als Basis f\u00fcr die Diskussion zirkuliert in Bundesbern ein Bericht, der undifferenziert und unvollst\u00e4ndig ist und von voreingenommenen Autoren verfasst wurde. Greenpeace hat Beschwerde eingereicht.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n<p>Erst 2017 hatte die Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung Nein gesagt zum Bau neuer Atomkraftwerke (AKW) in der Schweiz. Doch jetzt m\u00f6chte der Bundesrat diesen Volksentscheid bereits wieder kippen. Den Steilpass daf\u00fcr erhielt er von der Atom-Lobby: Diese hat <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/106075\/atom-initiative-gefaehrlich-und-unnoetig\/\">Anfang Jahr eine Initiative eingereicht<\/a>, die das Bauverbot aufheben will. Der Bundesrat lehnt die Atom-Initiative, die sich sch\u00f6nf\u00e4rberisch Blackout-Initiative nennt, zwar ab, will aber <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/112529\/atomkraft-keine-zukunft\/\">mit einem indirekten Gegenvorschlag<\/a> daf\u00fcr sorgen, dass das Neubauverbot f\u00e4llt.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Grundlage f\u00fcr diesen indirekten Gegenvorschlag und die anstehende Diskussionen im Parlament ist unter anderem der Bericht \u00abTechnology-Monitoring of Nuclear Energy\u00bb des Bundesamts f\u00fcr Energie, der im Sommer ver\u00f6ffentlicht wurde. Der Bericht ist Teil des sogenannten \u00abTechnologie-Monitorings Kernenergie\u00bb: Die Beh\u00f6rden sind per Gesetz verpflichtet, die \u00d6ffentlichkeit regelm\u00e4ssig \u00fcber den Zustand der Atomenergie sowie Entwicklungen im Bereich zu informieren.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Greenpeace Schweiz hat dieser Tage eine Aufsichtsbeschwerde gegen dieses Monitoring eingereicht.&nbsp;<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Autoren arbeiten mit AKW-Betreiberin zusammen<\/strong><\/h2>\n\n<p>Der Bericht \u00abTechnology-Monitoring of Nuclear Energy\u00bb ist undifferenziert und unvollst\u00e4ndig. Er besch\u00f6nigt generell die Sachlage rund um Atomenergie. Ein Beispiel: Das \u00fcber 260 Seiten lange Dokument erw\u00e4hnt mit keinem Wort die \u00e4usserst schwierige Lage im ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja, das von Russland unter Missachtung aller Sicherheitsanforderungen besetzt wurde. Wie Bundesrat Albert R\u00f6sti auf <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/de\/ratsbetrieb\/suche-curia-vista\/geschaeft?AffairId=20247603\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">eine Frage im Parlament<\/a> festhielt, wurde der Bericht keiner Qualit\u00e4tspr\u00fcfung unterzogen.<\/p>\n\n<p>Der Bericht wurde zudem von voreingenommenen Autoren verfasst. Zwei der Autoren arbeiten direkt mit der Axpo zusammen. Die Axpo betreibt das Atomkraftwerk Beznau und ist an den AKW Leibstadt und G\u00f6sgen beteiligt. \u00a0<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bericht muss zur\u00fcckgezogen werden<\/strong>&nbsp;<\/h2>\n\n<p>Der Bericht gen\u00fcgt also in keiner Weise den Anforderungen an ein differenziertes und umfassendes Monitoring. Das ist fatal. Denn wie bereits erw\u00e4hnt, ist der Bericht wichtig f\u00fcr die laufende Atomdebatte. Er bildet die Basis f\u00fcr viele Fachmenschen, auch die Bundesverwaltung und der Bundesrat st\u00fctzen sich auf das Dokument. In der vorliegenden Form verf\u00e4lscht der Bericht die Atomdebatte.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Wir fordern darum, dass der Bericht \u00abTechnology Monitoring of Nuclear Energy\u00bb zur\u00fcckgezogen wird. Die darin aufgef\u00fchrten Fakten m\u00fcssen unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcft werden. Das Technologie-Monitoring muss von unparteilichen Autor:innen erstellt werden. Zudem soll eine unabh\u00e4ngige Experten- oder Begleitgruppe die Qualit\u00e4t und Ausgewogenheit des Monitorings sicherstellen.<\/p>\n\n<p>Unsere Forderungen fallen umso mehr ins Gewicht, als dass sich mit grosser Wahrscheinlichkeit auch bald die Bev\u00f6lkerung wieder zum Thema \u00e4ussern darf. Denn sollte das Parlament die gef\u00e4hrlichen und unn\u00f6tigen Pl\u00e4ne des Bundesrats unterst\u00fctzen, werden Greenpeace und weitere Organisationen das Referendum dagegen ergreifen. Dann kommt es zu einer Volksabstimmung.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Wir wehren uns entschieden gegen ein Comeback der Atomkraft. <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/publikation\/111160\/atomkraft-hat-keine-zukunft\/\">Atomkraft hat keine Zukunft.<\/a>&nbsp;Anstatt Zeit und Geld f\u00fcr eine veraltete Technologie zu verschwenden, sollte der Bundesrat daf\u00fcr sorgen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in unserem Land schnell vorangeht. Dies ist die beste Option, um die Versorgungssicherheit in unserem Land zu sichern.&nbsp;<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Basis f\u00fcr die erneute Atom-Diskussion zirkuliert ein Bericht, der undifferenziert und unvollst\u00e4ndig ist und von voreingenommenen Autoren verfasst wurde. 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