{"id":114016,"date":"2024-11-04T10:11:09","date_gmt":"2024-11-04T09:11:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=114016"},"modified":"2024-11-04T16:26:20","modified_gmt":"2024-11-04T15:26:20","slug":"biodiversitaetskonferenz-cop16-begrenzte-fortschritte-fuer-die-artenvielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/114016\/biodiversitaetskonferenz-cop16-begrenzte-fortschritte-fuer-die-artenvielfalt\/","title":{"rendered":"Biodiversit\u00e4tskonferenz COP16: Begrenzte Fortschritte f\u00fcr die Artenvielfalt"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die 16. Konferenz der Vereinten Nationen \u00fcber die biologische Vielfalt, besser bekannt als COP16, ist in Cali, Kolumbien, zu Ende gegangen. Es gibt Lichtblicke, aber auch R\u00fcckschl\u00e4ge.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zuerst die gute Nachricht<\/h2>\n\n<p>Die Bedeutung indigener Gemeinschaften f\u00fcr den internationalen Naturschutz wurde gest\u00e4rkt. Sie sollen nun bei Umweltfragen verst\u00e4rkt Geh\u00f6r finden und ihr Wissen aktiv einbringen k\u00f6nnen. Ausserdem wurden besonders \u00f6kologisch wertvolle und artenreiche Meeresgebiete offiziell anerkannt. Diese Gebiete sollen besser kartiert werden, um so die Gr\u00fcndung neuer Meeresschutzgebiete oder die Verbesserung bestehender Gebiete voranzutreiben. <\/p>\n\n<p>In Zukunft wird es somit einfacher, besonders sch\u00fctzenswerte Zonen in nationalen und internationalen Gew\u00e4ssern klar zu identifizieren und vor industrieller Fischerei und Bauvorhaben zu sch\u00fctzen. Diese Entscheidung k\u00f6nnte auch zur Schaffung neuer Schutzgebiete im Rahmen des internationalen Hochseeschutzabkommens beitragen, das im n\u00e4chsten Jahr in Nizza beschlossen werden soll.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nun zur schlechten Nachricht<\/h2>\n\n<p>Die COP16 scheiterte jedoch an der Finanzierung des Naturschutzes: Eine vielversprechende Idee war die Einrichtung eines \u00abCali-Fonds\u00bb. In diesen Fonds sollten Unternehmen einzahlen, die genetische Daten als Digital Sequence Information (DSI) nutzen, um Produkte herzustellen. <\/p>\n\n<p>Beispiel: Nutzt ein Agrartechkonzern wie Syngenta die genetischen Daten von Pflanzen zur Entwicklung von neuem Saatgut, m\u00fcsste er dem Herkunftsland der Saatgutdaten Geld \u00fcberweisen. Diese Art von Gewinnbeteiligung gibt den Herkunftsl\u00e4ndern einen Anreiz, ihre Natur besser zu sch\u00fctzen. Der \u00abCali-Fonds\u00bb wurde zwar ins Leben gerufen, allerdings bleibt es den Konzernen freigestellt, ob sie in ihn einzahlen.<\/p>\n\n<p>Ein weiterer Fonds, der sogenannte Biodiversit\u00e4tsfonds, sollte \u00e4rmeren L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Naturschutzmassnahmen bieten, finanziert durch wohlhabendere Industriestaaten. Damit k\u00f6nnten artenreiche Naturgebiete, wie der f\u00fcr uns alle wichtige Amazonas-Regenwald, besser gesch\u00fctzt werden. <\/p>\n\n<p>Zur grossen Entt\u00e4uschung der L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens blockierten die Europ\u00e4ische Union und andere Industriestaaten erneut die Schaffung dieses globalen Biodiversit\u00e4tsfonds.<\/p>\n\n<p>Geplant war auch die Entwicklung einer Strategie, die es einzelnen Staaten erm\u00f6glichen soll, schrittweise Subventionen an umweltsch\u00e4dliche Unternehmen abzubauen und stattdessen die freiwerdenden Mittel in \u00f6kologische und soziale Projekte zu investieren. Auch diese Strategie wurde auf der Konferenz nicht fertiggestellt.<\/p>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>Viele Hausaufgaben, jetzt aber subito!<\/strong><br>Das Bundesamt f\u00fcr Umwelt\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/biodiversitaet\/fachinformationen\/zustand-der-biodiversitaet-in-der-schweiz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">schreibt auf seiner Website<\/a>: \u00abDer Zustand der Biodiversit\u00e4t in der Schweiz ist unbefriedigend. Die H\u00e4lfte der Lebensr\u00e4ume und ein Drittel der Arten sind bedroht.\u00bb Und in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.fedlex.admin.ch\/eli\/cc\/1999\/404\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesverfassung, Artikel 74<\/a>, steht: \u00abBund und Kantone streben ein auf Dauer ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsf\u00e4higkeit einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anderseits an.\u00bb<br>Was braucht es noch, dass der Bundesrat endlich vorw\u00e4rts macht mit dem Schutz der Artenvielfalt \u2013 in der Schweiz und international? Seit der letzten COP in Montreal (Kanada) vor zwei Jahren hat er seine Hausaufgaben nicht gemacht. Insbesondere fehlt noch immer ein konkreter Aktionsplan. F\u00fcr Greenpeace ist klar: Ohne griffige Massnahmen bleibt der Schutz der Biodiversit\u00e4t ein leeres Versprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 16. 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