{"id":114599,"date":"2024-11-20T06:00:00","date_gmt":"2024-11-20T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=114599"},"modified":"2024-11-19T14:22:27","modified_gmt":"2024-11-19T13:22:27","slug":"schweiz-stuerzt-im-klimaschutz-ranking-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/114599\/schweiz-stuerzt-im-klimaschutz-ranking-ab\/","title":{"rendered":"Schweiz st\u00fcrzt im Klimaschutz-Ranking ab"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Schweiz f\u00e4llt beim aktuellen <\/strong><a href=\"https:\/\/ccpi.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Climate Change Performance Index (CCPI)<\/strong><\/a><strong> um 12 Pl\u00e4tze auf den 33. Platz. Der Hauptgrund f\u00fcr den Absturz beim j\u00e4hrlichen Klimaschutz-L\u00e4ndervergleich ist der Stillstand in der Klimapolitik bis 2030. Bundesrat und Parlament sind nicht gewillt, ausreichende Massnahmen festzulegen. Diese Rangierung best\u00e4tigt die Probleme des Bundes in der Klimapolitik, insbesondere die Weigerung, das Urteil des EGMR im Fall der KlimaSeniorinnen umzusetzen.\u00a0\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Im Wissen, dass die L\u00e4nder noch nicht auf Kurs sind, wurde mit dem \u00dcbereinkommen von Paris eine stetige Erh\u00f6hung der Ambitionen vereinbart. W\u00e4hrend andere L\u00e4nder und der gesamte EU-Raum seit 2015 die Ambitionen tats\u00e4chlich erh\u00f6ht haben, ist die Schweiz in den neun Jahren nach Paris unver\u00e4ndert bei ihrem zu schwachen Ziel f\u00fcr 2030 geblieben. Dies obwohl klar ist, dass die Stabilisierung der Klimaerhitzung nur mit verst\u00e4rkten Emissionsreduktionen vor 2030 erreicht werden kann.\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Mit der aktuellen Schweizer Klimapolitik wird das maximal noch verbleibende CO2-Budget f\u00fcr die Einhaltung der 1.5\u00b0C-Grenze garantiert \u00fcberschritten. Das zeigen <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/113333\/klimaschutz-bundesrat-plant-mit-enormen-klimaschulden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">j\u00fcngste Budgetberechnungen<\/a> im Rahmen der Auseinandersetzung zum KlimaSeniorinnen-Urteil des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte (EGMR). Auch die Einhaltung der 1.5\u00b0C-Grenze sowie des vom Volk beschlossenen Zielpfades des Klimaschutzgesetzes (KlG) ist gef\u00e4hrdet. Um innerhalb des CO2-Budgets f\u00fcr die Einhaltung der 1.5\u00b0C-Grenze zu verbleiben, muss die Schweiz die Anstrengungen f\u00fcr die Dekarbonisierung im Inland verdoppeln. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen Reduktionsmassnahmen in anderen L\u00e4ndern verst\u00e4rkt unterst\u00fctzt werden. Der globale Klimaschutz kann nur gelingen, wenn alle L\u00e4nder entsprechend ihrer Wirtschaftskraft einen angemessenen Beitrag leisten.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Im kommenden Jahr treten gleich mehrere klimarelevante Gesetze und Revisionen in Kraft. Bei der Ausarbeitung der entsprechenden Verordnungen h\u00e4tte der Bundesrat zahlreiche vom Volk legitimierte M\u00f6glichkeiten, um in Sachen Klimaschutz nachzubessern, nutzt diese jedoch nicht. So bleibt beispielsweise die dringende Notwendigkeit, im Rahmen des Klimaschutzgesetzes (KIG) auch die Finanzbranche st\u00e4rker auf Klimaschutz auszurichten, praktisch unangetastet. Auch fehlt bislang die Umsetzung der Vorbildrolle von Bund und Kantonen, wie sie im Gesetz zwingend vorgesehen ist. Entsprechend schneidet die Schweiz beim aktuellen Climate Change Performance Index im Bereich \u00abClimate Policy\u00bb besonders schlecht ab und landet nur auf Rang 48.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie es besser geht, zeigen erneut die skandinavischen L\u00e4nder, allen voran D\u00e4nemark. Das Land verfolgt eine ambitionierte Klimapolitik und f\u00fchrt, wie schon in den vergangenen Jahren, das Rating an. Beispielsweise verfolgt D\u00e4nemark seit \u00fcber zehn Jahren eine konsequente und erfolgreiche \u00abW\u00e4rmewende\u00bb. \u00d6l- und Gasheizungen machen heute nur noch einen geringen Anteil aus. Im Verkehrsbereich gibt Norwegen den Ton an und plant bereits f\u00fcr das kommende Jahr ein Verbot f\u00fcr Neuautos mit Verbrennungsmotor.\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n<p><strong>Georg Klingler, Experte f\u00fcr Klimafragen bei Greenpeace Schweiz, sagt:<\/strong> \u00abDie L\u00f6sungen sind l\u00e4ngst auf dem Tisch. Eine rasche Dekarbonisierung ist nicht nur wichtig f\u00fcr die Wahrung der Menschenrechte, sondern auch f\u00fcr eine prosperierende Gesellschaft. Mit dem aktuellen klimapolitischen Rahmen mitsamt der Weigerung von Parlament und Bundesrat, das letztinstanzliche Klima-Urteil des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte umzusetzen, demontiert die Schweiz die 1.5\u00b0C-Grenze. Damit gibt unser reiches und f\u00e4higes Land unsere wahrscheinlich wichtigste Lebensversicherung auf.\u00bb<\/p>\n\n<p><strong>Patrick Hofstetter, Energie- und Klimaschutzexperte des WWF Schweiz, sagt: <\/strong>\u00abIm politischen System der Schweiz hat das Volk das letzte Wort und gibt der Politik ihren Handlungsspielraum vor. Doch entgegen vielfacher Behauptungen ist dieser Spielraum insbesondere beim Klimaschutz noch lange nicht ausgereizt. Im Gegenteil: Bei der Ausgestaltung des Klimaschutz- und des CO2-Gesetzes kratzt der Bundesrat gerade mal am notwendigen Minimum und wird damit weder dem Volkswillen noch den internationalen Verpflichtungen gerecht. Mit dieser unverst\u00e4ndlichen Verweigerungstaktik vergibt die Schweiz eine wichtige Chance und verliert international zunehmend den Anschluss.\u00bb<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>CCPI 2025: R\u00fcckgang der Schweiz vor allem auf schwache Klimapolitik zur\u00fcckzuf\u00fchren<\/strong><\/h2>\n\n<p>Der <a href=\"https:\/\/ccpi.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Climate Change Performance Index<\/a> (CCPI) ist ein Ranking von L\u00e4ndern nach ihrer Leistung im Bereich des Klimaschutzes. Er wird j\u00e4hrlich von der NGO Germanwatch, dem New Climate Institute und dem Climate Action Network ver\u00f6ffentlicht und umfasst 63 L\u00e4nder und die Europ\u00e4ische Union, die zusammen f\u00fcr \u00fcber 90% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Das Podium an der Spitze wird bisher nicht vergeben. Dies liegt daran, dass keines der ber\u00fccksichtigten L\u00e4nder die notwendigen Anstrengungen unternimmt, um sich dem Ziel anzugleichen, die globale Erw\u00e4rmung auf 1.5\u00b0C zu begrenzen.<\/p>\n\n<p>Die Bewertung der Staaten dr\u00fcckt die Leistung der einzelnen L\u00e4nder in vier Bereichen aus. Das Niveau der Treibhausgasemissionen macht 40% der Note aus. Die Entwicklung erneuerbarer Energien, der Energieverbrauch und die Klimapolitik machen jeweils 20% der Endnote aus.&nbsp;<\/p>\n\n<p>W\u00e4hrend die Schweiz bei den Treibhausgasemissionen und dem Energieverbrauch \u00abmittel\u00bb (medium) abschneidet, wird die Bewertung durch die Verz\u00f6gerungen bei der Entwicklung erneuerbarer Energien und vor allem durch die unzureichende Klimapolitik verschlechtert, die beide als \u00abniedrig\u00bb (low) eingestuft werden. Im letztgenannten Punkt belegt die Schweiz nur den 48. von 63 Pl\u00e4tzen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Die schwache Platzierung der Schweiz in diesem Bereich ist haupts\u00e4chlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass die Bundesbeh\u00f6rden nicht bereit sind, ehrgeizige Massnahmen zur Eind\u00e4mmung der Klimaerw\u00e4rmung umzusetzen. Sinnbildlich f\u00fcr diese Blockade ist die schlichte Ablehnung des Urteils des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) im Fall der KlimaSeniorinnen. In diesem Fall hatten die 2\u2019500 Kl\u00e4gerinnen vor dem Gericht nachgewiesen, dass die unzureichenden Ziele der Schweiz eine Gefahr f\u00fcr ihre Grundrechte darstellen.&nbsp;<\/p>\n\n<p>D\u00e4nemark, die Niederlande und Grossbritannien belegen die besten Pl\u00e4tze 4 bis 6. Das Schlusslicht bilden die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Iran.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2024\/11\/76140d78-ccpi_2025_results_embargo-20-nov-6-am-cet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CCPI Climate Change Performance Index 2025<\/a>\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2024\/11\/098471d8-ccpi-2025-switzerland.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Faktenblatt \u00abSwitzerland \u2013 Climate Performance Ranking 2025\u00bb<\/a><\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2024\/11\/e0b505b3-key-outcome_switzerland.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hauptindikatoren der Schweiz f\u00fcr den CCPI 2025<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakt<\/strong><\/h2>\n\n<p><em>F\u00fcr Greenpeace Schweiz<\/em><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Georg Klingler, Klima- und Energieexperte, Greenpeace Schweiz, +41 79 785 07 38, <a href=\"mailto:georg.klingler@greenpeace.org\">georg.klingler@greenpeace.org<\/a>\u00a0\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n<p><em>F\u00fcr WWF Schweiz<\/em><\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Patrick Hofstetter, Klimaschutzexperte, WWF Schweiz, +41 76 305 67 37, <a href=\"mailto:patrick.hofstetter@wwf.ch\">patrick.hofstetter@wwf.ch<\/a>\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Timo Landenberger, Mediensprecher, WWF Schweiz, +41 44 297 21 73, <a href=\"mailto:timo.landenberger@wwf.ch\">timo.landenberger@wwf.ch<\/a>\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweiz f\u00e4llt beim aktuellen Climate Change Performance Index (CCPI) um 12 Pl\u00e4tze auf den 33. Platz. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":105649,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[2,1],"tags":[34,50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-114599","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-klima","category-unkategorisiert","tag-klimagerechtigkeit","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114599","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=114599"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114599\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":114608,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/114599\/revisions\/114608"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=114599"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=114599"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=114599"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=114599"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=114599"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}