{"id":11481,"date":"2014-03-25T00:00:00","date_gmt":"2014-03-24T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11481\/weltklimarat-fragen-und-antworten-zu-den-folgen-der-klimaerwaermung\/"},"modified":"2019-05-30T11:03:46","modified_gmt":"2019-05-30T09:03:46","slug":"weltklimarat-fragen-und-antworten-zu-den-folgen-der-klimaerwaermung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11481\/weltklimarat-fragen-und-antworten-zu-den-folgen-der-klimaerwaermung\/","title":{"rendered":"Weltklimarat: Fragen und Antworten zu den Folgen der Klimaerw\u00e4rmung"},"content":{"rendered":"<p><b>Der Weltklimarat nimmt zurzeit in Japan eine wissenschaftliche Standortbestimmung \u00fcber die Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung vor. Schon jetzt ist sonnenklar, dass es dringend gr\u00f6ssere Anstrengungen braucht, um das Schlimmste zu verhindern. Ein Gespr\u00e4ch mit Nadine Berthel, Klimaexpertin von Greenpeace Schweiz.<\/b><\/p>\n<div class=\"post-content\">\n<div>\n<h3><strong>Der Weltklimarat nimmt zurzeit in Japan eine wissenschaftliche Standortbestimmung \u00fcber die Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung vor. Schon jetzt ist sonnenklar, dass es dringend gr\u00f6ssere Anstrengungen braucht, um das Schlimmste zu verhindern. Ein Gespr\u00e4ch mit Nadine Berthel, Klimaexpertin von Greenpeace Schweiz.<\/strong><\/h3>\n<\/p>\n<div class=\"events-box middle-box left\">\n<div class=\"frame\">\n        <a class=\"open-img EnlargeImage\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4ec4edd3-4ec4edd3-ipcc-bild-gp0stoabc.jpg\" title=\"Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben in Japan eine klare Botschaft: \u00abDie Klimakrise ist im Gang, die L\u00f6sung liegt auf der Hand\u00bb\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" id=\"ctl00_cphContentArea_epiEntryContent_ctl00_ctl02_Image1\" title=\"Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben in Japan eine klare Botschaft: \u00abDie Klimakrise ist im Gang, die L\u00f6sung liegt auf der Hand\u00bb\" class=\"Thumbnail\" src=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2019\/05\/4ec4edd3-4ec4edd3-ipcc-bild-gp0stoabc.jpg\" alt=\"Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben in Japan eine klare Botschaft: \u00abDie Klimakrise ist im Gang, die L\u00f6sung liegt auf der Hand\u00bb\" style=\"border-width:0px;\"><\/p>\n<p>        <\/a>\n    <\/div>\n<div class=\"events-content hidden-paragraph\">\n        <span class=\"date\"><\/span><br \/>\n        <strong>Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten haben in Japan eine klare Botschaft: \u00abDie Klimakrise ist im Gang, die L\u00f6sung liegt auf der Hand\u00bb<\/strong><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"line-height: 1.1em;\">Um was geht es beim neuen Bericht, der diese Woche im japanischen Yokohama verabschiedet wird?<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitsgruppe II des Weltklimarats befasst sich mit Auswirkungen, Anpassung und Verwundbarkeiten im Zusammenhang mit dem Klimawandel. F\u00fchrende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben den Schaden veranschlagt, den wir unseren Planeten und den menschlichen Systemen bereits zugef\u00fcgt haben; sie haben versucht abzusch\u00e4tzen, was uns noch bevorsteht, wenn wir weiterhin fossile Brennstoffe verbrennen und W\u00e4lder zerst\u00f6ren; und sie zeigen, wie wir die zu erwartenden Risiken verkleinern und mit ihnen umgehen k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"GPIHeadertext\"><strong>Was bringt der Bericht Neues?<\/strong><\/p>\n<p>Der Klimawandel wird seit Jahrzehnten erforscht. Der Bericht der Arbeitsgruppe II bringt deshalb kaum radikal neue Entdeckungen, sondern best\u00e4rkt und belegt vielmehr bereits Bekanntes und vertieft unsere Einsicht in die verschiedensten Aspekte der Klimaver\u00e4nderung. Die Arbeitsgruppe II konnte diesmal auf doppelt so viel wissenschaftliche Literatur zum Thema zur\u00fcckgreifen wie bei ihrem letzten Bericht.<\/p>\n<p class=\"GPIHeadertext\"><strong>Wie schlimm ist der Klimawandel schon heute?<\/strong><\/p>\n<p>Der im September 2013 erschienene Bericht <a href=\"http:\/\/ipcc.ch\/report\/ar5\/wg1\/#.Ux6zxV6eFWo\">der Arbeitsgruppe I (Naturwissenschaftliche Basis)<\/a> und der IPCC-Sonderbericht \u00fcber <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/ipcc-wg2.gov\/SREX\/\">Extremwetterereignisse<\/a><\/span> malen bereits ein erschreckendes Bild: Luft- und Meerestemperaturen steigen an, das arktische Meereis ist viel schneller geschmolzen als erwartet, die Eisdeckenschmelze hat sich dramatisch beschleunigt und die Meeresspiegel steigen. Hitzewellen nehmen zu, langj\u00e4hrige Niederschlagsmuster ver\u00e4ndern sich, Pflanzen- und Tierarten verlassen ihre bisherigen Lebensr\u00e4ume und ihre Artenzusammensetzung ver\u00e4ndert sich.<\/p>\n<p>Laut der Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie (WMO) hat die Welt im Jahrzehnt von 2001\u20132010, dem w\u00e4rmsten seit Beginn der modernen Messungen, beispiellose Klimaextreme mit grossen Auswirkungen erlebt. Noch ist es zu fr\u00fch um zu sagen, welcher Anteil dieses \u00abJahrzehnts der Klimaextreme\u00bb\u00a0der nat\u00fcrlichen Variabilit\u00e4t zuzuschreiben ist und wie viel einer vom Menschen verursachten Erw\u00e4rmung, doch der Trend ist klar und wirkt sich auch auf Nahrungssicherheit, Wasservorr\u00e4te, Gesundheit und Lebensgrundlagen aus.\u00a0<\/p>\n<p class=\"GPIHeadertext\"><strong>Wie viel schlimmer wird es noch?<\/strong><\/p>\n<p>Bis jetzt hat sich die globale Durchschnittstemperatur im Vergleich zu den vorindustriellen Werten um weniger als 1\u00b0C erh\u00f6ht. Noch ein halbes Grad mehr, und einige Schl\u00fcsselrisiken werden von moderat auf hoch ansteigen. Es besteht ein internationaler Konsens, wonach die Regierungen versuchen sollen, die Erw\u00e4rmung auf weniger als 2\u00b0C zu beschr\u00e4nken, um die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern. Doch beim gegenw\u00e4rtigen Trend der Emissionen ist ein Temperaturanstieg von gegen 4\u00b0C wahrscheinlicher. Was dies bedeuten w\u00fcrde, zeigt ein neuer Bericht der Weltbank, \u00ab<span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.worldbank.org\/en\/news\/feature\/2012\/11\/18\/Climate-change-report-warns-dramatically-warmer-world-this-century\">Turn Down the Heat<\/a><\/span>\u00bb, verfasst von f\u00fchrenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und ausgestattet mit <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.worldbank.org\/en\/news\/feature\/2012\/11\/18\/infographic-climate-change\">Infografiken<\/a><\/span> und <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CQbOlI0YQNs\">Animationen<\/a>.<\/span>\u00a0<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"338\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/CQbOlI0YQNs?rel=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\u00a0<\/p>\n<p class=\"GPIHeadertext\"><strong>Inwiefern ist auch die Schweiz von der Klimaerw\u00e4rmung betroffen?<\/strong>\u00a0<\/p>\n<p>Wie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.ch2014-impacts.ch\/index.php?lang=de&amp;id=report\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ein k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Bericht<span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span>von 15 Schweizer Forschungsinstitutionen<span style=\"text-decoration: underline;\">\u00a0<\/span>zur Quantifizierung m\u00f6glicher Folgen der Klimaver\u00e4nderung zeigt<\/a>,\u00a0wird die\u00a0Schweiz\u00a0den Klimawandel deutlich sp\u00fcren. Die Erw\u00e4rmung f\u00fchrt dazu, dass sich \u00d6kosysteme wie Seen, Fl\u00fcsse, Wiesen und W\u00e4lder in ihrer Artenzusammensetzung \u00e4ndern. Laut dem Bericht k\u00f6nnte bei ungebremstem Klimawandel das Schweizer Mittelland als Lebensraum f\u00fcr die heute weit verbreiteten Fichten und Buchen ungeeignet werden. Zudem w\u00fcrden unsere Gletscher gegen Ende dieses Jahrhunderts fast vollst\u00e4ndig verschwinden.<\/p>\n<p>Von einem ungebremsten Klimawandel w\u00e4re auch der Mensch direkt betroffen. Wetterextreme wie Hochwasser, D\u00fcrren oder Hitzeperioden in der\u00a0Schweiz\u00a0w\u00fcrden zunehmen, wovon sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Wirtschaft betroffen w\u00e4re.\u00a0Der Klimawandel schreitet schnell voran: Deshalb m\u00fcssen wir jetzt entschieden handeln, um die schlimmsten Folgen noch zu verhindern.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p class=\"GPIHeadertext\"><strong>Weshalb wird uns der AGII-Bericht in Erinnerung bleiben?<\/strong><\/p>\n<p>Der AGII-Bericht liefert eine aktualisierte Version der ber\u00fchmten &#171;<a href=\"http:\/\/spontaneousgenerations.library.utoronto.ca\/index.php\/SpontaneousGenerations\/article\/view\/16075\">Reasons for Concern<\/a>&#171;-Kurve, die zeigt, wie die Risiken insgesamt im Gleichschritt mit der Temperatur ansteigen. In einer Illustration wird der Bericht vermutlich noch \u00fcberzeugender argumentieren, dass eine Beschr\u00e4nkung des Temperaturanstiegs auf m\u00f6glichst weit unter 2\u00b0C von entscheidender Bedeutung sei. Er wird vermutlich auch darlegen, warum es v\u00f6llig verst\u00e4ndlich ist, dass die am meisten exponierten L\u00e4nder jetzt eine Senkung des globalen Klimakonsens-Ziels auf maximal 1,5\u00b0C verlangen. Dies ist denn auch zweifellos eine der zentralen Botschaften der globalen Forschungsgemeinde an die Regierungen, die gegenw\u00e4rtig neue Klima-Zielwerte f\u00fcr ein neues UN-Klimaabkommen vorbereiten, das in Paris im Dezember 2015 verabschiedet werden soll.\u00a0<\/p>\n<p class=\"GPIHeadertext\"><strong>Wer bezahlt Anpassungsmassnahmen und entsch\u00e4digt f\u00fcr Verluste und Sch\u00e4den?<\/strong><\/p>\n<p>Geld allein l\u00f6st zwar das Problem der Anpassung an den Klimawandel nicht, doch spielt es dabei und bei der Entsch\u00e4digung f\u00fcr Verluste und Sch\u00e4den durchaus eine zentrale Rolle. Heute besteht vor allem in den Entwicklungsl\u00e4ndern eine riesige Finanzierungsl\u00fccke und ein Anpassungsdefizit. Es ist nicht Aufgabe der AGII, Vorschl\u00e4ge zur Finanzierung der Anpassungskosten auszuarbeiten, doch der Bericht wird zweifellos darauf hinweisen, wer bereits jetzt einen unverh\u00e4ltnism\u00e4ssig hohen Preis f\u00fcr den Klimawandel bezahlt: diejenigen n\u00e4mlich, die bisher am wenigsten zum Problem beigetragen haben.<\/p>\n<p>Greenpeace ist der Ansicht, dass diejenigen, die am meisten zum Klimawandel beigetragen haben und durch die Verbrennung von fossilen Energietr\u00e4gern riesige Gewinne erwirtschaftet haben, jetzt f\u00fcr den entstandenen Schaden aufkommen sollen. Laut einer <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/carbonmajors.org\/\">neueren Studie<\/a><\/span> sind nur gerade 90 Unternehmen und Staaten (private Firmen, staatliche Firmen und Staaten) verantwortlich f\u00fcr 63% aller bisher in der Geschichte generierten Treibhausgasemissionen.<\/p>\n<p>Klar ist hingegen, dass der Klimawandel unermessliche und nicht r\u00fcckg\u00e4ngig zu machende Verluste an Leben \u2013 von Individuen, Arten und Kulturen \u2013 zu verursachen droht, die mit Geld nicht aufzuwiegen sind. Heute profitables und CO2-reiches Wachstum verfolgen, um sp\u00e4ter mit Geld alles zu richten, ist deshalb keine Option.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weltklimarat nimmt zurzeit in Japan eine wissenschaftliche Standortbestimmung \u00fcber die Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung vor. 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