{"id":11495,"date":"2014-03-13T00:00:00","date_gmt":"2014-03-12T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/master.greenpeace.ch\/beitrag\/11495\/der-atomlobbyist-fuenf-fakten-zur-propaganda-von-patrick-moore\/"},"modified":"2019-08-12T11:24:24","modified_gmt":"2019-08-12T09:24:24","slug":"der-atomlobbyist-fuenf-fakten-zur-propaganda-von-patrick-moore","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/11495\/der-atomlobbyist-fuenf-fakten-zur-propaganda-von-patrick-moore\/","title":{"rendered":"Der Atomlobbyist: F\u00fcnf Fakten zur Propaganda von Patrick Moore"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Patrick Moore, ein bezahlter Botschafter der Atom-, Papier- und Gentechnik-Industrie, f\u00fchrt h\u00e4ufig eine l\u00e4ngst zur\u00fcckliegende Zugeh\u00f6rigkeit zu Greenpeace vor, um mehr Legitimit\u00e4t in den Medien zu gewinnen. Durch die hohe Medienpr\u00e4senz wird oftmals der Eindruck erweckt, Patrick Moore repr\u00e4sentiere noch immer Greenpeace und es wird oft fast komplett unterschlagen, dass es sich bei ihm um einen bezahlten Lobbyisten handelt, der weder unabh\u00e4ngig noch objektiv berichtet. Auf dieser Seite finden Sie Informationen und Fakten zur Glaubw\u00fcrdigkeit der Aussagen von Patrick Moore.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Patrick Moore ist ein bezahlter Sprecher der Atomindustrie<\/h2>\n\n<p>Im April 2006 lancierte das US-amerikanische \u00abInstitut f\u00fcr Atomenergie\u00bb, die wichtigste Lobbyorganisation der Atomindustrie, die \u00abSauber und Sicher\u00bb-Koalition und berief Christine Todd Whiteman, aus der fr\u00fcheren Bush-Administration, sowie Patrick Moore zu deren Vorsitzenden. Die \u00abSauber und Sicher\u00bb-Koalition war Teil eines riesigen Propagandaprojektes des PR-Unternehmens Hill &amp; Knowlton, welches ein 8 Millionen Dollar teures Mandat der Atomindustrie innehatte.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Patrick Moore hat falsche Angaben \u00fcber die Kernkrafttechnologie gemacht<\/h2>\n\n<p>Im Jahr 2004 hat Moore einen Artikel mit dem Titel \u00abNuklear Um-denken\u00bb in der Zeitschrift der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) ver\u00f6ffentlicht. Laut Moore war \u201a<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kernkraftwerk_Three_Mile_Island\">Three Mile Island\u2018<\/a>&nbsp;eine Erfolgsgeschichte:&nbsp;<em>\u00abDie Beh\u00e4lterstruktur tat das, wozu sie entworfen wurde: Sie verhinderte den Austritt von Strahlung in die Umwelt\u00bb<\/em>. Entgegen den Aussagen von Patrick Moore, gelangte \u00fcber mehrere Tage Radioaktivit\u00e4t aus dem Reaktorbeh\u00e4lter in die Umwelt. Es scheint sogar, dass Moore sich noch nicht einmal die M\u00fche gemacht hat, seine Aussagen zu \u00fcberpr\u00fcfen. Ein Merkblatt der \u00abUS Nuclear Regulatory Commission\u00bb zu \u201aThree Mile Island (TMI)\u2018 best\u00e4tigt, dass die Kernschmelze zu \u00abeiner erheblichen Freisetzung von Strahlung \u2026\u00bb gef\u00fchrt hat. Selbst die Internationale Atomenergie-Organisation, die Patrick Moores Artikel ver\u00f6ffentlicht hat, musste best\u00e4tigen, dass durch die Kernschmelze Strahlung in die umliegenden Gemeinden freigesetzt wurde. Als Ergebnis z\u00e4hlt die IAEA den Unfall als Stufe 5 auf einer Skala von 7 auf, einen \u00abUnfall mit Folgen\u00bb (nur Tschernobyl und die sowjetische Atomm\u00fcll Tankexplosion im Jahr 1957 sind schlechter als die \u201aThree Mile Island\u2018-Kernschmelze gelistet).<\/p>\n\n<p>Nach Angaben der US-Atomaufsicht gelangten damals 10 Millionen \u00abCurie\u00bb in die Umwelt. Allerdings sch\u00e4tzen Kerntechniker, welche den Unfall nachuntersucht haben, dass mehr als 150 Millionen \u00abCurie\u00bb entwichen sind. Die Kernschmelze in \u201aThree Mile Island\u2018 machte \u00fcber Nacht aus einem Millionengesch\u00e4ft eine mehrere Milliarden schwere Haftung und besiegelte das Schicksal der Kernenergie in den USA. Etwas anderes zu behaupten ist nichts weiter als reine PR.<\/p>\n\n<p>Leider beschr\u00e4nkt sich Moore mit &nbsp;seinen Pro-Kernkraft Aussagen nicht nur auf den Unfall in \u201aThree Mile Island\u2018. So lobte er die Bush-Regierung f\u00fcr die Ablehnung des Kyoto-Protokolls, und fordert Kernkraft als L\u00f6sung f\u00fcr die globale Erw\u00e4rmung, weil \u00absie produziert keine sch\u00e4dlichen Treibhausgase (\u2026)\u00bb.<\/p>\n\n<p>Allerdings hat die Federal Trade Commission (FTC) bereits im Jahr 1999 festgestellt, dass die angeblichen Vorteile der Kernkraft-Technologie f\u00fcr die Umwelt irref\u00fchrend sind, so wie das \u00abNuclear Energy Institute\u00bb daf\u00fcr wirbt. Die Tatsache, dass die Produktion von Kernbrennstoff Treibhausgase produziert, wird verschwiegen. Die FTC kam zum Schluss, dass die vom \u00abNEI\u00bb gemachten Aussagen nicht best\u00e4tigt werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich zu den im Verfahren der Urananreicherung entstandenen Treibhausgase gibt es auch keine L\u00f6sung f\u00fcr radioaktive Abf\u00e4lle.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Patrick Moore repr\u00e4sentiert nicht Greenpeace<\/h2>\n\n<p>Seit \u00fcber 20 Jahren ist Moore ein bezahlter Sprecher verschiedener umweltbelastender Industrien, einschliesslich der Papier-, Bergbau-, Chemie-und Aquakulturindustrie. Die meisten Firmen greifen auf Moore zur\u00fcck, wenn sie selbst in den Fokus einer Greenpeace-Kampagne geraten sind und mit seiner Person ihr Image verbessern wollen. Patrick Moore arbeitet f\u00fcr die umweltbelastenden Industrien schon l\u00e4nger als er je f\u00fcr Greenpeace gearbeitet hat. Greenpeace wendet sich gegen die Nutzung der Kernenergie, weil es eine gef\u00e4hrliche und teure Ablenkung von wirklichen L\u00f6sungen f\u00fcr den Klimawandel ist.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Patrick Moore hat Greenpeace nicht gegr\u00fcndet<\/h2>\n\n<p>Moore bezeichnet sich selbst h\u00e4ufig als Gr\u00fcnder oder Mitbegr\u00fcnder von Greenpeace. Viele Nachrichtenagenturen haben diese Darstellung \u00fcbernommen und weiterverbreitet. Obwohl Moore mehrere Jahre eine bedeutende Rolle bei Greenpeace Kanada spielte, hat er Greenpeace nicht gegr\u00fcndet. Phil Cotes, Irving Stowe und Jim Bohlen haben Greenpeace im Jahr 1970 gegr\u00fcndet. Patrick Moore beantragte einen Platz auf der \u00abPhyllis Cormack\u00bb im M\u00e4rz 1971, nachdem die Organisation bereits seit einem Jahr existierte. Eine Kopie seiner Bewerbung und die Antwort von Greenpeace finden Sie&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/Global\/usa\/binaries\/2008\/12\/patrick-moore-s-application-le.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Patrick Moore in seinen eigenen Worten<\/h2>\n\n<p>\u00abWir sollten uns immer vor Augen halten, dass in der Atomindustrie einige sehr hochkar\u00e4tige PR-Organisationen besch\u00e4ftigt sind, denen man nicht mehr trauen kann, ob sie die Wahrheit \u00fcber Atomkraft sagen oder welche Zahncreme zu einem sch\u00f6neren L\u00e4cheln f\u00fchrt.\u00bb &nbsp;Dies schrieb Moore im&nbsp;Greenpeace Jahresreport 1976. Einige Jahre bevor er sich von der Industrie kaufen liess.<\/p>\n\n<p>Aus dem Englischen \u00fcbersetzt, lesen Sie das Original mit s\u00e4mtlichen Quellenangaben zu diesem Text&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/international\/en\/about\/history\/Patrick-Moore-background-information\/\">hier<\/a>.<\/p>\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen zum Thema<\/h4>\n\n<p>Lesen Sie&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.de\/themen\/energiewende\/atomkraft\/eine-antwort-auf-den-essay-von-patrick-moore-die-welt-am-1-august-2008\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>&nbsp;die Antwort von Roland Hipp, Kampagnen-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Greenpeace Deutschland, auf einen Essay von Patrick Moore in der Zeitung \u00abDie Welt\u00bb (erschienen 2008).<\/p>\n\n<p>Lesen Sie&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.greenpeace.org\/switzerland\/de\/Themen\/Landwirtschaft\/Gentech\/Lebensmittel\/Golden-Rice\/\">hier<\/a>&nbsp;Hintergrundinformationen zum Thema \u00abGolden Rice \u2013 Gef\u00e4hrliche Illusion\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patrick Moore, 1978 Patrick Moore, ein bezahlter Botschafter der Atom-, Papier- und Gentechnik-Industrie, f\u00fchrt h\u00e4ufig eine l\u00e4ngst zur\u00fcckliegende Zugeh\u00f6rigkeit zu Greenpeace vor, um mehr Legitimit\u00e4t in den Medien zu gewinnen.&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":23,"featured_media":11497,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42,50],"p4-page-type":[75],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-11495","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","tag-klima","p4-page-type-story"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11495","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/23"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11495"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11495\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11497"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11495"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11495"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11495"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=11495"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=11495"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}