{"id":115484,"date":"2024-12-06T08:00:00","date_gmt":"2024-12-06T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=115484"},"modified":"2024-12-05T18:40:39","modified_gmt":"2024-12-05T17:40:39","slug":"umweltvertraeglichkeitspruefung-fuer-langzeitbetrieb-akw-leibstadt-beschwerde-gegen-bfe-wegen-rechtsverweigerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/115484\/umweltvertraeglichkeitspruefung-fuer-langzeitbetrieb-akw-leibstadt-beschwerde-gegen-bfe-wegen-rechtsverweigerung\/","title":{"rendered":"Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung f\u00fcr Langzeitbetrieb AKW-Leibstadt \u2013Beschwerde gegen BFE wegen Rechtsverweigerung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Anwohnende des AKW Leibstadt haben gestern (5. Dezember 2024) beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen das Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) wegen Rechtsverweigerung eingereicht. Nach internationalem Recht h\u00e4tte die Schweiz die Umweltvertr\u00e4glichkeit aus eigenem Antrieb pr\u00fcfen m\u00fcssen, bevor das AKW Leibstadt in zehn Tagen den Langzeitbetrieb aufnimmt. Im Februar 2024 hatten Anwohnende ein entsprechendes Gesuch ans UVEK gerichtet. Das UVEK bzw. das BFE sind bisher nicht auf das Gesuch eingetreten.<\/strong><\/p>\n\n<p>Das auf 40 Betriebsjahre ausgelegte AKW Leibstadt geht am 15. Dezember 2024 in den Langzeitbetrieb \u00fcber. Die Schweiz betreibt den \u00e4ltesten AKW-Park der Welt. Dieser stellt ein unvermeidliches Restrisiko f\u00fcr katastrophale Unf\u00e4lle mit riesigem Schadenspotenzial dar.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">UVEK verletzt Abkommen und missachtet Mitspracherechte der Anwohnenden<\/h2>\n\n<p>F\u00fcnfzehn Anwohnerinnen und Anwohner aus der n\u00e4heren Umgebung des AKW Leibstadt beidseits der Rheingrenze haben bereits am 26. Februar 2024 ein Gesuch f\u00fcr eine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung (UVP) beim UVEK eingereicht. Als direktbetroffene Anwohnende fordern sie ihr Recht auf demokratische Mitsprache ein, das Bestandteil einer UVP ist. Das UVEK hat das Gesuch bisher nicht gepr\u00fcft, geschweige denn eine UVP an die Hand genommen. Es schafft damit Fakten, verletzt internationale Abkommen und \u00fcbergeht die Betroffenen. Weil der Bund nicht zeitgerecht auf das Gesuch eingetreten ist, haben die Anwohnenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen das BFE wegen Rechtsverweigerung erhoben.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bund verh\u00e4lt sich widerspr\u00fcchlich<\/h2>\n\n<p>Die Weigerung, auf das Gesuch der Anwohnenden einzugehen, steht im Kontrast zur Art, mit welcher Bundesrat Albert R\u00f6sti versucht, die Atomkraft in der Schweiz wiederzubeleben. Mit grossem Tempo strengt er demokratische Prozesse an, um das AKW-Neubauverbot zu streichen. Hingegen werden beim Langzeitbetrieb des AKW Leibstadt internationale Abkommen, kritische Stimmen und demokratische Rechte von Betroffenen ignoriert.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rechtzeitige UVP ist verbindlich<\/h2>\n\n<p>Die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung dient dazu, nachteilige und grenz\u00fcberschreitende Auswirkungen des AKW-Langzeitbetriebs auf Mensch und Umwelt zu erkennen und m\u00f6gliche Alternativen aufzuzeigen. Teil einer UVP ist die Konsultation der betroffenen Bev\u00f6lkerung. Dazu hat sich die Schweiz unter den Aarhus- und ESPOO-Konventionen verpflichtet, worauf sich die Beschwerdef\u00fchrenden berufen. Da das AKW Leibstadt in wenigen Tagen in den Langzeitbetrieb \u00fcbergeht, h\u00e4tte das UVEK also schon l\u00e4ngst eine UVP veranlassen m\u00fcssen.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/106296\/akw-langzeitbetrieb-ohne-umweltschutzpruefung-und-mitsprache\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Medienmitteilung<\/a> vom 28. Februar 2024 zur Einreichung des UVP-Gesuchs<\/li>\n\n\n\n<li>Die drei Nichtregierungsorganisationen \u2013 die Schweizerische Energie-Stiftung SES, Greenpeace Schweiz und der Trinationale Atomschutzverband TRAS \u2013 unterst\u00fctzen die Beschwerdef\u00fchrenden im Rechtsverfahren und in der Kommunikation.<\/li>\n<\/ul>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Espoo- und Aarhus-Konventionen<\/h2>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>Die \u00dcbereinkommen \u00fcber die Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung im grenz\u00fcberschreitenden Rahmen (\u00abEspoo-Konvention\u00bb): <\/strong>Am 10. September 1997 ist das Abkommen f\u00fcr die Schweiz in Kraft getreten. Es verpflichtet Mitgliedstaaten Massnahmen zur Verh\u00fctung, Reduzierung und Bew\u00e4ltigung von erheblichen, grenz\u00fcberschreitenden nachteiligen Auswirkungen eines Vorhabens zu ergreifen. Zu diesen Vorhaben geh\u00f6rt auch der de facto \u00dcbergang in den Langzeitbetrieb. In so einem Fall muss eine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung durchgef\u00fchrt werden und haben (potentielle) betroffene Parteien ein Mitspracherecht.<br><a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/uvp\/espoo-konvention.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/uvp\/espoo-konvention.html<\/a><\/p>\n\n<p class=\"is-style-accent-1\"><strong>\u00dcbereinkommen \u00fcber den Zugang zu Informationen, die \u00d6ffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten (\u00abAarhus- Konvention\u00bb): <\/strong>Die Aarhus-Konvention, die f\u00fcr die Schweiz am 1. Juni 2014 in Kraft getreten ist, beruht auf den drei Pfeilern \u00abUmweltinformation\u00bb, \u00ab\u00d6ffentlichkeitsbeteiligung bei umweltrelevanten Entscheidungsverfahren\u00bb und \u00abZugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten\u00bb. Im Falle bestimmter T\u00e4tigkeiten, wozu auch der Langzeitbetrieb von Kernkraftwerken geh\u00f6rt, muss zuerst eine Umweltvertr\u00e4glichkeitspr\u00fcfung durchgef\u00fchrt werden. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen Anwohnende aktiv informiert werden und haben sie ein Mitspracherecht.<br><a href=\"https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/recht\/fachinformationen\/aarhus-konvention.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.bafu.admin.ch\/bafu\/de\/home\/themen\/recht\/fachinformationen\/aarhus-konvention.html<\/a><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kontakte<\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Florian Kasser, Greenpeace Schweiz, +41 76 345 26 55, <a href=\"mailto:florian.kasser@greenpeace.org\">florian.kasser@greenpeace.org<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Marcel Tobler, Leiter Kommunikation SES, +41 44 275 21 26, <a href=\"mailto:marcel.tobler@energiestiftung.ch\">marcel.tobler@energiestiftung.ch<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anwohnende des AKW Leibstadt haben beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen das Bundesamt f\u00fcr Energie (BFE) wegen Rechtsverweigerung eingereicht. <\/p>\n","protected":false},"author":39,"featured_media":115486,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_planet4_optimize_post_is_variant":false,"_planet4_optimize_experiment_name":"","_planet4_optimize_variant_name":"","ep_exclude_from_search":false,"p4_og_title":"","p4_og_description":"","p4_og_image":"","p4_og_image_id":"","p4_seo_canonical_url":"","p4_campaign_name":"","p4_local_project":"","p4_basket_name":"","p4_department":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[42,50],"p4-page-type":[71],"gpch-article-type":[],"class_list":["post-115484","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unkategorisiert","tag-energie","tag-klima","p4-page-type-medienmitteilung"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/39"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115484"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115484\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":115560,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/115484\/revisions\/115560"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/115486"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=115484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=115484"},{"taxonomy":"p4-page-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/p4-page-type?post=115484"},{"taxonomy":"gpch-article-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/gpch-article-type?post=115484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}