{"id":118022,"date":"2025-03-08T06:00:00","date_gmt":"2025-03-08T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=118022"},"modified":"2025-03-12T17:07:47","modified_gmt":"2025-03-12T16:07:47","slug":"europaeische-investitionen-koennen-umwelt-und-soziale-schaeden-im-nahen-osten-und-nordafrika-verursachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/story\/118022\/europaeische-investitionen-koennen-umwelt-und-soziale-schaeden-im-nahen-osten-und-nordafrika-verursachen\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Investitionen k\u00f6nnen Umwelt- und soziale Sch\u00e4den im Nahen Osten und in Nordafrika verursachen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Geld aus Europa tut nicht nur Gutes. Zum Beispiel sogenannte gr\u00fcne Investitionen in Marokko und \u00c4gypten, in \u00d6l, Gas, erneuerbare Energien, gr\u00fcnen Wasserstoff und in die Landwirtschaft n\u00fctzen vor allem dem Globalen Norden. F\u00fcr die \u00d6konomien des Globalen S\u00fcdens schaffen sie keinen Mehrwert. Das steht in einem neuen Bericht von Greenpeace Middle East and North Africa (MENA) und der MENA Fem Bewegung f\u00fcr wirtschaftliche, entwicklungspolitische und \u00f6kologische Gerechtigkeit.<\/strong><\/p>\n\n<p>Der Bericht \u00abJenseits des Extraktivismus: Der Weg zu einem feministischen und gerechten Wirtschaftswandel in Marokko und \u00c4gypten\u00bb weist nach: Europ\u00e4ische Investitionen schaffen keinen gegenseitigen Nutzen. Stattdessen zementieren sie das bestehende Unrecht, verursacht durch die Ausbeutung von Ressourcen. Reichtum und Ertr\u00e4ge fliessen in den globalen Norden, ohne dass sie zum lokalen Wohlstand beitragen. Vielmehr verhindern sie in den Standortl\u00e4ndern eine nachhaltige Entwicklung, ersch\u00f6pfen die nat\u00fcrlichen Ressourcen und versch\u00e4rfen die Umweltzerst\u00f6rung.<\/p>\n\n<p>Der Bericht zeigt, dass die Regionen des Nahen Ostens und Nordafrikas weiterhin von einem Wirtschaftssystem beherrscht sind, das Ressourcen ausbeutet, die Verschuldung erh\u00f6ht und die Umweltkrise verschlimmert. Gleichzeitig steigen die Temperaturen doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt, was zu extremen Klimaereignissen und Wasserknappheit f\u00fchrt. L\u00e4nder, die Energie importieren, wie \u00c4gypten und Marokko, stehen vor einer zus\u00e4tzlichen Herausforderung: Sie m\u00fcssen ihre Energieversorgung sichern, w\u00e4hrend sie von importierten fossilen Brennstoffen abh\u00e4ngig sind und gleichzeitig mit einem wachsenden Energiebedarf zu k\u00e4mpfen haben.<\/p>\n\n<p>Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht:<\/p>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>\u00d6l- und Gasprojekte zerst\u00f6ren \u00d6kosysteme und ersch\u00f6pfen wichtige Ressourcen wie Wasser und Ackerland. Das beeintr\u00e4chtigt die biologische Vielfalt und die langfristige Stabilit\u00e4t der Ressourcen.<\/li>\n\n\n\n<li>Greenpeace und Mena Fem haben grossen Bedenken gegen\u00fcber Europas Bestreben zur F\u00f6rderung gr\u00fcner Energieprojekte in Nordafrika \u2013 wie beispielsweise zur F\u00f6rderung von gr\u00fcnem Wasserstoff. Bei solchen Projekten geht es vielmehr um die Sicherung des europ\u00e4ischen Energiebedarfs als um eine wirksame Unterst\u00fctzung einer nachhaltigen Entwicklung und eines gerechten Wandels im globalen S\u00fcden.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Die Bevorzugung von Exporten gegen\u00fcber dem lokalen Nutzen f\u00f6rdert Abh\u00e4ngigkeiten und verfestigt sozio\u00f6konomische Ungleichheiten.<\/li>\n\n\n\n<li>Extraktivistische Praktiken versch\u00e4rfen die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, indem sie Frauen und genderqueere Menschen in schlecht bezahlte, unsichere Arbeitsverh\u00e4ltnisse dr\u00e4ngen und die Last der unbezahlten Sorgearbeit erh\u00f6hen.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Die Investitionen der europ\u00e4ischen Agrarindustrie in Marokko und \u00c4gypten konzentrieren sich auf export- und profitorientierte \u00abCash-Crops\u00bb. Das sind haupts\u00e4chlich f\u00fcr den Export bestimmte Produkte, wie Tomaten und Zitrusfr\u00fcchte. Diese ben\u00f6tigen sehr viel Wasser, was die Wasserknappheit in einer ohnehin schon trockenen Region verst\u00e4rkt.<\/li>\n\n\n\n<li>Es gibt Alternativen. Der Bericht unterstreicht die Notwendigkeit, sich von einem Wirtschaftsmodell des endlosen Wachstums abzuwenden und ein feministisches, auf Suffizienz basiertes Wirtschaftsmodell einzuf\u00fchren. Ein Modell, das das Wohlbefinden und die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt.&nbsp;(Siehe Infobox zur Feministischen \u00d6konomie weiter unten.)<\/li>\n\n\n\n<li>Der Bericht hebt Wirtschaftsphilosophien, Basisinitiativen und gemeinschaftsorientierte Projekte f\u00fcr erneuerbare Energien im globalen S\u00fcden hervor. Diese verk\u00f6rpern die Grunds\u00e4tze einer Wirtschaft des Wohlbefindens, welche die Menschen und den Planeten ern\u00e4hren und sch\u00fctzen.<\/li>\n<\/ul>\n\n<p>Weitere Empfehlungen des Berichts sind: mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht bei Investitionen, die Anpassung von Wirtschaftsmodellen an lokale Werte, Geschichte und Traditionen, sowie die Unterst\u00fctzung lokaler Gemeinschaften beim Aufbau ihrer Widerstandsf\u00e4higkeit und Handlungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-mena-stateless\/2025\/02\/ce97182f-beyond-extractivism_-towards-a-feminist-and-just-economic-transition-in-morocco-and-egypt-report-eng.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Zum vollst\u00e4ndigen Bericht<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.greenpeace.org\/static\/planet4-mena-stateless\/2025\/02\/34849143-be_en_summary.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Zur Kurzfassung<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n<p>Die 2023 gegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/menafemmovement.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MENA Fem Bewegung <\/a>besteht aus lokalen und regionalen Organisationen. Sie setzt sich f\u00fcr eine gerechte Entwicklung und die F\u00f6rderung einer \u00f6kologisch nachhaltigen feministischen Wirtschaft ein.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><strong>Feministische \u00d6konomie<\/strong><br><br>Die Feministische \u00d6konomie ist eine kritische Antwort auf die traditionellen Wirtschaftstheorien. Sie stellt die vorherrschenden Ans\u00e4tze in Frage, die sich auf unbegrenztes Wachstum und eine Denkweise konzentrieren, die die Welt ausschliesslich oder gr\u00f6sstenteils aus der Perspektive m\u00e4nnlicher Menschen betrachtet (Androzentrismus). Sie bietet einen Rahmen f\u00fcr eine sozio\u00f6konomische Transformation und den Aufbau von Volkswirtschaften, die auf Gerechtigkeit und Fairness basieren.<br><br>Die Feministische \u00d6konomie konzentriert sich auf die gerechte Verteilung von Ressourcen. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf Nachhaltigkeit, Gesundheit, Solidarit\u00e4t und Kooperation, indem sie \u00f6kologische und \u00f6konomische \u00dcberlegungen einbezieht. Sie versucht, die Ungleichheiten zu beheben, die profit- und wachstumsgetriebenen Wirtschaftssystemen innewohnen, und stellt den Schutz der nat\u00fcrlichen Lebensgrundlagen in den Vordergrund. Zu den Schl\u00fcsselprinzipien geh\u00f6ren die Anerkennung und der Ausgleich unsichtbarer und unbezahlter Arbeit wie Haus- und Pflegearbeit. Sie st\u00e4rkt die reproduktive Arbeit gegen\u00fcber der produktiven Arbeit. Dies im Einklang mit der Erkenntnis, dass \u00abLebensf\u00e4higkeit\u00bb etwas Zyklisches ist. Regeneration und Reproduktion werden als das Kernst\u00fcck von Leben und Wirtschaften betrachtet und sollen entsprechend gest\u00e4rkt werden.<br><br>Der Schutz vor Gewalt in der Rohstoffindustrie und die St\u00e4rkung des Arbeitsrechts sind ein weiterer Grundpfeiler dieses Ansatzes. Die Feministische \u00d6konomie legt zudem grossen Wert auf Investitionen in die Care \u00d6konomie sowie in die Verpflichtung zur Gew\u00e4hrleistung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld aus Europa tut nicht nur Gutes. 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