{"id":118112,"date":"2025-03-11T00:02:00","date_gmt":"2025-03-10T23:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/?p=118112"},"modified":"2025-03-10T21:30:42","modified_gmt":"2025-03-10T20:30:42","slug":"atom-initiative-das-uvek-malt-die-atomenergie-schoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/118112\/atom-initiative-das-uvek-malt-die-atomenergie-schoen\/","title":{"rendered":"Atom-Initiative: Das UVEK malt die Atomenergie sch\u00f6n"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Atom-Initiative ist in vollem Gange. Greenpeace Schweiz deckt auf, dass der erl\u00e4uternde Bericht des UVEK zum besagten Gesch\u00e4ft mit Ungenauigkeiten gespickt ist und diverse L\u00fccken aufweist. Das Potenzial der Atomenergie f\u00fcr die Schweiz wird damit besch\u00f6nigt. Greenpeace geht in einer <\/strong><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/03\/20250311-Analyse-zum-Erlaeuternden-Bericht-zum-indirekten-Gegenvorschlag-zur-Atom-Initiative-Blackout-stoppen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>neuen Publikation<\/strong><\/a><strong> auf die problematischsten Punkte des erl\u00e4uternden Berichts ein und fordert eine solidere Grundlage f\u00fcr die Atom-Debatte.\u00a0<\/strong><\/p>\n\n<p><br>Der am 20. Dezember 2024 ver\u00f6ffentlichte, erl\u00e4uternde Bericht vom Eidgen\u00f6ssischen Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK soll erkl\u00e4ren, warum der Bundesrat einen indirekten Gegenvorschlag zu der von Pro-Atom-Kreisen lancierten Initiative entworfen hat und den Atomausstieg r\u00fcckg\u00e4ngig machen will. Der Bericht zeichnet zu sch\u00f6ne Aussichten f\u00fcr die Atomenergie in der Schweiz, insbesondere in Bezug auf die Kosten, die Bauzeiten der Reaktoren und die in der Entwicklung befindlichen Technologien sowie indem das Potenzial der erneuerbaren Energien systematisch untersch\u00e4tzt wird. Einige besonders relevante Studien von international anerkannten Institutionen werden im Bericht zudem schlicht ignoriert.<br><br>Im Bericht sch\u00e4tzt der Bundesrat beispielsweise, dass sich die Gestehungskosten von Atomstrom in der Schweiz k\u00fcnftig auf zwischen 7 und 12 Rappen pro kWh belaufen werden. F\u00fcr die im Bau befindlichen Reaktoren Hinkley Point in Grossbritannien oder Vogtle in den USA werden diese Kosten jedoch derzeit auf \u00fcber 17 Rappen pro kWh gesch\u00e4tzt. Eine aktuelle Analyse der US-amerikanischen Investmentbank Lazard beziffert die Kosten auf 12,5 bis 20 Rappen pro kWh. Es gibt keine Argumente daf\u00fcr, warum die Gestehungskosten von Atomstrom in der Schweiz geringer ausfallen sollten. Da diese Kosten \u00fcber den Marktpreisen f\u00fcr Strom liegen, kann die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der Atomkraftwerke nicht gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n\n<p>Weiter geht der Bericht davon aus, dass die Bauzeit f\u00fcr Atomreaktoren zwischen sieben und acht Jahren liegt. Doch die Realisierung der j\u00fcngsten Projekte in Europa dauerte deutlich l\u00e4nger. Der Bau des European Pressurised Reactors (EPR) in Olkiluoto in Finnland und des EPR in Flamanville in Frankreich dauerte 16 bzw. 17 Jahre. Der Bau der beiden EPRs in Hinkley Point wird mindestens 11 bis 13 Jahre dauern, der Bau der AP1000-Reaktoren Vogtle 3 und 4 in den USA hat rund 15 Jahre gedauert.&nbsp;<\/p>\n\n<p>Der erl\u00e4uternde Bericht enth\u00e4lt eine Reihe weiterer problematischer Argumente, insbesondere zum Potenzial der erneuerbaren Energien, zur Anzahl der im Bau befindlichen Atomkraftwerke und zur tats\u00e4chlichen Leistungsf\u00e4higkeit der in der Entwicklung befindlichen Technologien, allen voran der <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/de\/medienmitteilung\/112277\/atomkraft-den-wunderreaktor-gibt-es-nicht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Small Modular Reactors<\/a>.\u00a0<\/p>\n\n<p>Die wichtigsten Problempunkte zum erl\u00e4uternden Bericht werden von Greenpeace Schweiz in einer heute ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/03\/20250311-Analyse-zum-Erlaeuternden-Bericht-zum-indirekten-Gegenvorschlag-zur-Atom-Initiative-Blackout-stoppen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Analyse<\/a> kommentiert.\u00a0<\/p>\n\n<p>\u00abDas Problem ist, dass die Verfasser:innen des erl\u00e4uternden Berichts die Schlussfolgerungen des bestehenden Technology Monitoring of Nuclear Energy f\u00fcr bare M\u00fcnze genommen haben\u00bb, sagt Nathan Solothurnmann, Experte f\u00fcr Energiefragen bei Greenpeace Schweiz. \u00abDoch dieses Monitoring enth\u00e4lt Ungenauigkeiten und l\u00e4sst diverse Fakten aus. Wir stellen die wissenschaftliche Glaubw\u00fcrdigkeit des Technology Monitoring of Nuclear Energy in Frage, zumal es keiner qualitativen Analyse unterzogen wurde und von Autor:innen mit einem Interessenkonflikt verfasst wurde. Das haben wir im September 2024 mit einer Aufsichtsbeschwerde beim Bundesrat angeprangert. Diese Beschwerde wurde jedoch vom UVEK zur\u00fcckgewiesen, ohne dass in der Antwort auf eine unserer inhaltlichen Kritiken eingegangen wurde. Bei einer solchen Reaktion kann man sich fragen, ob das Departement von Albert R\u00f6sti mit dem Sachverhalt tats\u00e4chlich vertraut ist.\u00bb<\/p>\n\n<p>\u00abMit der Abstimmung \u00fcber den Atomausstieg im Jahr 2017 und dem Urnengang \u00fcber das Stromgesetz im Jahr 2024 haben die W\u00e4hler:innen ihren Wunsch klar zum Ausdruck gebracht, dass unser Land aus der Atomenergie aussteigen und die Energiewende mit erneuerbaren Energien konsequent verfolgen soll\u00bb, sagt Nathan Solothurnmann. \u00abMit diesem erl\u00e4uternden Bericht wird deutlich, dass das UVEK den Auftrag, den es von der Bev\u00f6lkerung erhalten hat, nicht wahrnimmt. Angesichts der Bedeutung der Atom-Debatte \u00fcber unsere Energiezukunft ist es entscheidend, dass die Diskussion auf Basis von soliden Fakten gef\u00fchrt werden kann. Die der \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung gestellten Dokumente m\u00fcssen eine unparteiische und ausgewogene Position vertreten, auf qualitativ hochwertigen Informationen aufbauen und von unabh\u00e4ngigen Autor:innen verfasst werden.\u00bb<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/h2>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.greenpeace.ch\/static\/planet4-switzerland-stateless\/2025\/03\/20250311-Analyse-zum-Erlaeuternden-Bericht-zum-indirekten-Gegenvorschlag-zur-Atom-Initiative-Blackout-stoppen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Analyse zum Erl\u00e4uternden Bericht zum indirekten Gegenvorschlag zur Atom-Initiative (Blackout stoppen)<\/a>, Greenpeace Schweiz, M\u00e4rz 2025<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontakte<\/strong><\/h2>\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nathan Solothurnmann, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 76 514 90 48, <a href=\"mailto:nathan.solothurnmann@greenpeace.org\">nathan.solothurnmann@greenpeace.org<\/a>\u00a0\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, <a href=\"mailto:pressestelle.ch@greenpeace.org\">pressestelle.ch@greenpeace.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vernehmlassung zum indirekten Gegenvorschlag zur Atom-Initiative ist in vollem Gange. 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